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Fieberbrunn: Fieberbrunn – Die bewegte Gemeinde
Bildquelle: Marktgemeinde Fieberbrunn - Blick auf die Kirche in Fieberbrunn
Beitrag ist erstellt und sponsored von der startblatt Redaktion.
Was haben die Gemeinde Fieberbrunn und die Rockband Guano Apes gemeinsam? Sie wissen nicht, wo Fieberbrunn ist, noch kennen Sie Guano Apes? Dann wird es höchste Zeit, dass Sie diese Wissenslücke schließen.
Denn die Tiroler Gemeinde im Bezirk Kitzbühel mit ca. 4.200 Einwohnern bewegt und ist ständig in Bewegung. Welche Gemeinde in Österreich kann sonst von sich behaupten, einer Rockband zu einem absoluten Welthit verholfen zu haben? Wahrscheinlich wenige bis gar keine!
Unter den Snowboardern dieser Welt ist Fieberbrunn jedoch ein Begriff, denn in Fieberbrunn wurde Snowboard-Geschichte geschrieben. Hier kämpften fast ein Jahrzehnt lang die besten Snowboarder der Welt um den heiß begehrten Titel der ISF-Profi-Tour „Lord of the Board“ und feierten nächtelang zusammen mit Rockbands wie Guano Apes oder den US-Rappern Outkast. Bei dem Song „Lords of the Boards“ handelte es sich um eine Auftragskomposition für die Snowboardweltmeisterschaften. Vorgeschrieben wurde damals nur der Titel „Lords of the Boards“, der in den Song integriert werden musste.
Weniger bekannt, aber mindestens ebenso bedeutsam für die österreichische Sportwelt, war der sog. Pillerseecup, der von 1974 bis 1999 25 Jahre lang den heimischen Langlaufsport vorantrieb.
Heute sind „Lords of the Boards“- Events oder der Pillerseecup in Fieberbrunn Legende und Symbol dafür, mit welchem persönlichen Engagement und Leidenschaft die Fieberbrunner insgesamt ihr soziales Leben gestalten.
Hören Sie hier den Amtsleiter Mag. Kaspar Danzl über die Aufgaben der Verwaltung in Fieberbrunn, seine Zeit als Organisationsleiter von „Lords of the Boards“ und warum es das Event nicht mehr gibt…
„Snowfever“, „Bourbon Street Festival“, „Aiko Fight Night“ etc. – das Leben ist bewegt und so ist Fieberbrunn. Dementsprechend vital ist auch das Vereinsleben in Fieberbrunn: es reicht vom klassischen Sportverein wie Skiclub und Fußballverein, über den Film- und Videoclub bis zum Perchtenverein, Krippenbauverein, Modell Racing Verein oder Billard Club. In fast jedem Fieberbrunner Verein findet sich ein regionaler oder nationaler Meistertitel.
Lassen Sie sich von Christian Egger aus der Finanzverwaltung der Marktgemeinde Fieberbrunn über die aktuellen Aktivitäten des Fußballvereins SK Fieberbrunn und das kommende Bourbon Street Festival informieren…
Thomas Wurzenrainer, EDV-Betreuer der Gemeinde, erklärt Ihnen, warum man in Fieberbrunn Billard im Saustall spielt…
Der berühmteste Sportler der Gemeinde ist sicherlich der Skispringer, Olympiasieger (2006, Mannschaft) und Weltmeister (2005, Mannschaft) Andreas Widhölzl. In seine Fußstapfen wird wohl das Tiroler Hoffnungstalent Mario Putzer treten.
Sommers wie Winters sind die Berge sportliches und touristisches Hauptziel der Aktivitäten in Fieberbrunn. Fieberbrunn liegt in den Kitzbühler Alpen, die sich hervorragend zum Wandern und Skifahren oder Drachenfliegen und Paragleiten eignen, denn schroffe Bergformen fehlen weitgehend. Die Kitzbühler Alpen sind im Wesentlichen aus Schiefer und Phylliten aufgebaut und gehören zur Grauwackenzone. Vereinzelt findet sich auch Kalkstein und Dolomit wie beim Großen Rettenstein.
Lassen Sie sich hier vom Langlauf-Pionier des Pillerseetals und Bauamtsleiter der Gemeinde Fieberbrunn Hansjörg Baumann nicht nur die Loipen Fieberbrunns erklären, sondern auch, warum Freizeitwohnsitze in einer Gemeinde nicht nur Vorteile haben…
Am Fieberbrunner Hausberg bzw. der Kleinen Henne – Marocka lässt es sich gut „freeriden“, also Skifahren und Snowboarden durch unberührten Schnee abseits der markierten und kontrollierten Skipisten. Vorsicht ist allerdings geboten: Die Neigung der Hänge beträgt bei beiden Strecken bis zu 50° Grad.
In einer Karmulde an einem kleinen Bergsee zwischen den Gipfeln Henne und Wildseeloder liegt idyllisch die Hütte Wildseeloderhaus. Von der Hütte aus sieht man direkt zu den Südabstürzen der Loferer Steinbergen. Erbaut wurde das Wildseeloderhaus 1892 von der Sektion Fieberbrunn des Alpenvereins und dem Verschönerungsverein Fieberbrunn. Das Wildsseeloderhaus ist ein geeigneter Ausgangspunkt für längere und kürzere Touren wie z.B. zum Kitzbühler Horn (8h) oder den Fieberbrunner Höhenweg (5h), den Mahdstein (2h), Bischof (3h) oder Gebra (3 1/2h) durch die östlichen Kitzbühler Alpen. Alle genannten Gipfel liegen über 2000m. Mit den Bergbahnen Fieberbrunn kann man sich den Gipfelsieg einfach machen. Die Seilbahn bringt einen bis zum Lärchfilzkogel auf 1650 m, von wo es nur mehr 1 1/2h bis zum Wildseeloderhaus sind. Vom Lärchfilzkogel heben auch die Drachenflieger und Paragleiter ab, um dann im Tal auf 47°27’59’’ nördlicher Breite, 12°33’ östlicher Länge und 780m Seehöhe am Foidlfeld in Fieberbrunn zu landen.
Fieberbrunn ist die größte Gemeinde des Pillerseetals. Sie umfasst die Ortsteile Bärfeld, Berg, Buchau, Enterpfarr, Endtal, Lehmgrube (wo die Wurzeln des Fieberbrunner Fussballs liegen), Lindau, Pertrach, Pfaffenschwendt, Pletzergraben, Reith, Rosenegg, Rotache, Schönau, Trixlegg, Vorreith, Walchau, Wall und Weissach (wo die Ursprünge des Langlaufs in Fieberbrunn liegen).
Hier erzählt Ihnen die Gemeindesekretärin Silke Petautschnig, wie sie Ihre Heimat sieht, welche Freizeitmöglichkeiten es gibt und was sie gerne isst…
Das genaue Datum der ersten Besiedelung des Ortes ist nicht bekannt. Man vermutet, dass hier bereits in vorrömischer Zeit Bergbau betrieben wurde. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1156 als „Pramau“. Nach einer Legende änderte sich der Ortsname jedoch, als es zu einer wundersamen Heilung der fieberkranken Tiroler Fürstin Margarethe Maultasch, der Tochter von Herzog Heinrich von Kärnten und Tirol (1318-1369) kam, die vom Wasser der am Kirchenhügel gelegenen Schwefelquelle trank. Dieser sog. „Fieberbrunnen“ gab dem Ort seinen neuen Namen. Fieberbrunn gehörte wie die Nachbargemeinde St. Ulrich am Pillersee aufgrund von Schenkungen zum bayrischen Kloster Rott am Inn.
Hören Sie hier Rosi Trixl, die ehemalige Archivarin von Fieberbrunn, die Geschichte der Gemeinde erzählen und warum Sie gerne im Meldeamt arbeitet…
Im 16. Jahrhundert kam es zur Blütezeit Fieberbrunns, als der Bergbau am Gebra massiv intensiviert wurde. 1641 wurden 5 Gruben und 11 Neuschürfe gezählt.
Der sog. Pillerseestahl, der bis 1908 im Weiler Rosenegg verhüttet wurde, zeichnete sich teilweise durch einen Eisen-Feingehalt von mehr als 35% aus. Heute erinnert noch die Knappenmusikkapelle Fieberbrunn an die Hochphase des Bergbaus in Fieberbrunn. Dominiert wurde der Bergbau und das Hüttenwesen von der Familie Rosenberg von Rosenegg, die ursprünglich aus Augsburg stammte.
1949 siedelte die Familie Broschek die Produktion ihres Unternehmens Gebro Pharma GmbH in Fieberbrunn an. Gebro Pharma gehört zu den wichtigsten Vertretern der Chemischen Industrie in Österreich und entwickelt, produziert und vertreibt international Arzneimittel wie Merfen-Desinfektionsmittel oder elmex-Zahnpasta.
Neben der Chemischen Industrie sorgt der Tourismus für Beschäftigung in Fieberbrunn. Von den 1.606 Beschäftigten der Gemeinde, arbeiten 261 im Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Übertroffen wird diese Zahl nur durch die Sachgütererzeugung mit ihren 261 Beschäftigten. Der Handel (237 Beschäftigte) sowie Verkehr und Nachrichtenübermittler (116 Beschäftigte) sind weitere wichtige Arbeitgeber.
Lassen Sie sich von Dietmar Schnaitl, dem Umweltsachbearbeiter erklären, wie die Abfallentsorgung in Fieberbrunn organisiert ist, wo man in Fieberbrunn am besten Tennis spielt und wen sein Kulturverein Kulturbrunnen als noch im April zu Gast hat…
Bis 1809 gehörte Fieberbrunn zur Pfarre St. Ulrich am Pillersee. 1550 finanzierten die Fieberbrunner eine Kaplanei, die die lokale Seelsorge sichern sollte, jedoch bis auf die Messfeier keinerlei liturgische Kompetenz besaß. Im Jahr des Tiroler Freiheitskampfes wurde Fieberbrunn schließlich zur Pfarre erhoben. Die heutige Pfarrkirche ist den heiligen Primus und Felizian geweiht und zeigt im linken Altarbild die Bergbaubetriebe aus dem Ort.
Zu den wichtigsten historischen Persönlichkeiten neben der Familie Broschek und der Familie Rosenberg zählen Christian Blattl (1776 – 1856) und Christian Reithmann (1818 – 1909).
Christian Blattl befehligte im Tiroler Freiheitskampf die Pillerseer-Scharfschützen und versorgte den Josef Speckbacher (1767 – 1820), neben Andres Hofer ein wichtiger und für seine taktische Klugheit bekannter Anführer des Tiroler Aufstandes, durch einen geschickten Überfall auf ein bayrisches Depot mit Blei. Als Dank für seine Tapferkeit erhielt er die Konzession als Wirt für die „Eiserne Hand“ . Der Name des Gasthofes stammt jedoch von einer aus einem Stück Eisen heraus geschmiedeten linken Hand mit einem ausgestreckten Zeigefinger und einem leicht gewinkelten Daumen. Diese Plastik stammt aus dem 19. Jahrhundert und findet sich an der östlichen Außenwand einer kleinen, offenen Wegkapelle in der Nähe des Gasthauses.
Die frühere Inschrift über der Tür der Eisernen Hand, als diese noch im Besitz von Christian Blattl war.
Christian Blattl: Mit der Kraft des Allerhöchsten und der Beihilf meiner Nächsten und durch meine arbeitsamen Händ’ hab ich den Bau vollendt. Christian Blattl, nenmehr ein alter Tattl. Ich werde das Bauen nun beschliessen, die Nachwelt solls geniessen. Wenn ich dann gestorben bin, verkennt nicht meinen Sinn.
Quelle: Gasthof Eiserne Hand
Christian Reithmann hingegen zeichnete sich weniger im Kampf um die Freiheit Tirols aus, sondern gilt als Designer des Glockenspiels des Münchner Rathauses und wichtiger Wegbereiter des Zwei-Takt- und Vier-Takt-Motors. Wäre ihm sein Zwei-Takt-Motor nicht gestohlen worden und hätte er sich nicht aus der Revisionsverhandlung zur Feststellung des wahren Erfinders des Vier-Takt-Motors zurückgezogen, dann würde wohl heute ein Fieberbrunner als Erfinder des Verbrennungsmotors gelten.
Wenn Sie mehr über Geschichte und Tradition von Fieberbrunn erfahren möchten:
W. Köfler u.a.: Fieberbrunn, Geschichte einer Tiroler Marktgemeinde. Eigenverlag der Marktgemeinde Fieberbrunn. 1979.
• Musikauszüge von Fieberbrunner Interpreten und Komponisten
Wir bedanken uns für das Bildmaterial bei
- • Familie Herramhof
- • Tourismusverband Pillerseetal
- • Knappenmusikkapelle Fieberbrunn
und für das Tonmaterial bei
- • Josef Deisenberger
Die startblatt Redaktion.
am 20.04.2007 11:37





