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14.10.2008
Zeitreise Gars am Kamp
Gars am Kamp (6 Beiträge von 2 AutorInnen online)
Hier finden Sie pulsierende Gedanken und Erfahrungen, Künste und Talente, Technologien und Design, Ideen und Trends, News und Hintergründe, Unkonventionelles und Schräges, Szene(n) und Subkulturen, Brachflächen und “Unorte” zu Alltag, Politik, Kultur, Ökonomie und Theorie in Gars am Kamp. Gars am Kamp liegt im Bezirk/Stadt Horn des Bundeslandes Niederösterreich, Österreich.

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Gars am Kamp - Zeitreise Gars am Kamp

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Gars am Kamp - Zeitreise Gars am Kamp - Museumsverein Zeitbrücke 2007 - Schusterwerkzeuge und Kinderschuhleisten
Bildquelle: Museumsverein Zeitbrücke 2007 - Schusterwerkzeuge und Kinderschuhleisten

Mit dem Zeitbrücke Museum durch Geschichte und Kultur der Gemeinde Gars am Kamp

Wien 1860: Alois Pokorny, Direktor des Theaters an der Wien, versucht verzweifelt eine Lizenz für Offenbach-Aufführungen zu erhalten. Vergeblich. Er beauftragt daher seinen Kapellmeister Franz von Suppé mit der Vertonung eines passenden Librettos im französischen Stil. Es entstand “Das Pensionat”, laut Überlieferung die “erste” Wiener Operette.

Zeitbrücke Museum Gars a.K. - Franz von Suppé
(c) Museumsverein Zeitbrücke
2010 wird die Wiener Operette ihren 150. Geburtstag feiern und ihrer Protagonisten gedenken. Franz von Suppé oder – korrekt – Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppé und seinem Werk wird man dabei wohl einen besonderen Platz einräumen. Neben der Operette “Das Pensionat” und zahlreichen anderen musikalischen Werken (O du mein Österreich; Die Waffen nieder; Die schöne Galathee, Messe in F-dur etc.) wird sicherlich auch Suppés größter Erfolg “Boccaccio” wieder aufgeführt werden. Vielleicht sogar in Gars am Kamp, wo Franz von Suppé, aus heutiger Sicht Kroate belgisch-wienerischer Herkunft, von 1876 bis 1895 sein Sommerdomizil hatte. Auch wenn das Jubiläumsjahr der Wiener Operette erst 2010 ist, hält man die Erinnerung an Suppé in Gars seit 1895 aufrecht. Seit 2002 befindet sich die Franz von Suppé-Gedenkstätte mit zahlreichen Erinnerungsstücken im Zeitbrücke-Museum in der Kollergasse 155.

Das Zeitbrücke-Museum, das von MMag. Dr. Ingrid Scherney und dem Museumsverein Zeitbrücke betrieben wird, umfasst nicht nur die österreichweit einzigartige Franz von Suppé-Gedenkstätte sondern auch das erste österreichische Handelsmuseum sowie eine Sammlung zu den Babenbergern und der Ortsgeschichte. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Sonderausstellungen zu besichtigen. Das Archiv der Gemeinde Gars legte 1898 den Grundstein zum Lokalmuseum, das 1902 gegründet wurde und welches wiederum in das Zeitbrücke Museum überging.

Zeitbrücke Museum Gars a.K. - historische Konsumgüter
(c) Museumsverein Zeitbrücke
Auch das 1. Österreichische Handelsmuseum ist eine Sammlung, die im Zeitverlauf in das Museum integriert wurde und sich dem Thema “Handel im Wandel” anhand des Handelshauses Kiennast widmet. Die Geschichte des Handels wird von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart punktuell aufgezeigt. Das Sortiment der Kolonialwaren, ein Greißlerladen um 1900 und ein Selbstbedienungsladen der sechziger Jahr machen die unterschiedlichen Shoppingatmosphären und -angebote zu den verschiedenen Zeitpunkten erlebbar bzw. greifbar.



Einen Einblick in die Ortsgeschichte und den Kern österreichischer Geschichte erhält man im Babenberger und Burgenraum, der der Geschichte der Garser Burg gewidmet ist. Die Garser Burg war Sitz des bedeutenden Babenberger Leopold II (reg. 1075 – 1095), dessen heiliggesprochener Sohn Leopold III. heute Landespatron von Niederösterreich ist. Einblick in das Garser Bürgertum, die Zunft und das Handwerk erhält man anhand der volkskundlichen Sammlung. Das Spektrum reicht hier von Schandfideln, Truhen, über Textilien bis zu Mobiliar sowie Zunftgegenstände der Fleischhauer, Bader und Fassbinder.

Auch wenn die Sammlung auf den ersten Blick bescheiden anmutet, so muss darauf hingewiesen werden, dass viele der Ausstellungsobjekte bzw. ganze Sammlungsteile (siehe Handelsmuseum) von Privatpersonen gestiftet wurden, oft auf Initiative des Museumsvereins bzw. Frau Scherney.

Die Entwicklung des Zeitbrücke Museums hängt daher nicht nur von der finanziellen Förderung, sondern auch – ganz wesentlich – von den Impulsen und dem persönlichen Engagement der GarserInnen ab. Erweiterungen sind hier, wie in anderen Bereichen der Kultur, fast ausschließlich durch SponsorInnen möglich. 2010 könnte jedoch die Suppé-Gedenkstätte das Museum in ein neues Licht der Bedeutung rücken.


Zeitbrücke – Museum

Wo: Kollergasse 155, 3571 Gars am Kamp

Wann:

April – September 2007: Fr. 10:00 – 12:00; Sa, So, Feiertag 10:00 – 12:00; 14:00 – 17:00

Oktober – Dezember 2007: Sa 14:00 – 16:00

Kosten:

Erwachsener: EUR 3,50 Kinder (ab 6 J.): EUR 1,00 Familienkarte: EUR 7,00 Gruppe: EUR 2,50/Person

Zeitbrücke Sonderausstellungen

Was: “Life on Earth” von Julian Monroe Fisher

Wann: 13., 20., 26., 27. Oktober 2007, 3. November 2007 | 14:00 – 16:00

Was: “Der Kuss der Schmetterlinge”, Insekten in der Kunst, NöArt

Wann: 17., 14. November 2007, 1. Dezember 2007 | 14:00 – 16:00; 8., 9. Dezember 2007 | 10:00 – 12:00, 14:00 – 17:00


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