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Graz: Italienische Kunst in Graz – Sieben auf einen Streich
Bildquelle: Neue Galerie Graz - Werkbeispiel der Austellung "Ambienti"
Sieben Ausstellungen, ein Thema.„Intermezzo Italiano“ nennt sich der Auftakt einer künftigen Reihe von Schwerpunktveranstaltungen, in denen die einzelnen Abteilungen des Universalmuseums Joanneum spartenübergreifend große Themen gemeinsam dem Publikum näher bringen wollen.
“Design und die Erfindung der Zukunft” im Kunsthaus ist als Retrospektive angelegt, die das Schaffen des 1971 verstorbenen italienischen Designers Joe Colombo würdigt. Seine Entwürfe beziehen sich gänzlich auf das Wohnen der Zukunft und sind typisch für das Design der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, überzeugen aber auch durch Funktionalität und markante Formen.
“Ambienti” in der Neuen Galerie sind Kunstumgebungen, die mit Werken von Joe Colombo`s Bruder Gianni gebildet werden. Diese Unikate sind offene Kunstwerke, die erst durch den Kontakt mit der Rezipientin/dem Rezipienten vollendet werden. Gianni Colombo (1937-1993), war einer der innovativsten Künstler seiner Zeit, hatte enge Verbindungen zur Neuen Galerie in Graz.
Ebenfalls in der Neuen Galerie ist “Viaggio in Italia” italienische Kunst von 1960 bis 1990 zu sehen. Die gezeigten Exponate stammen zum Teil aus der VAF-Stiftung Frankfurt des Sammlers Volker W. Feierabend und zum Teil aus Beständen der Neuen Galerie. Die VAF-Sammlung ist ein Schatz der nicht gehobenen Kostbarkeiten der italienischen Kunst und eine Sammlung außerhalb des mainstreams der Jahre 1960-1990.
Die Neue Galerie hat seit den sechziger Jahren des vorigen Jh. durch verschiedene Aktivitäten eine Vielfalt von Kontakten zu italienischen KünstlerInnen aufgebaut und ist deshalb in den Besitz einiger Raritäten der italienischen Kunst gelangt. Eine Rekonstruktion von Giannis begehbaren Raum in steter Bewegung “spazio elastico”, die der Künstler 1967 entwickelt hatte und das architektonische Objekt “Bariestesia”, eine durchschreitbare, gestufte, mit geneigten Gehflächen versehene Passage, sind zwei highlights dieser Teilausstellung.
Die “Aktuellen Positionen italienischer Kunst in Graz” im Künstlerhaus zeichnen eine abschnittsweise radikale Ideen- und Materialvielfalt aus. Neben der Malerei werden komplexe, die gesellschaftliche Ästhetik reflektierende Objekte sowie fotografisch-künstlerische Zeugnisse des Diskurses mit der Medienwelt präsentiert.
Der Österreichische Skulpturenpark nahe Graz wurde mit der “Unità Cellulare, 1967/2008” des Künstlers Giuseppe Uncini bereichert. Diese Metallskulptur arbeitet mit der Schattenwirkung seiner Struktur. Die Konturen der Skulptur spiegeln das Bild eines möblierten Innenraumes und dessen Schattenwirkung wider.
In der Alten Galerie im Schloss Eggenberg ist “Das virtuelle Museum römischer Altertümer” eingerichtet worden. Der Venezianer Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) war ein begnadeter Könner auf dem Gebiete der Radierung und als Architekt und Archäologe, aber auch als Sammler und Antiquitätenhändler eine hervorragende Erscheinung in der Kunstwelt des 18. Jahrhunderts. Die ausgestellte Serie Vasi candelabri cippi sarcofagi… ist als Katalog antiken Formengutes angelegt und beeinflusste stark das Kunsthandwerk und die Raumausstattung vom 18. zum 19.Jh. Zu den Darstellungen von Altertümern aus britischen und römischen Sammlungen tritt auch eine Vielzahl von Objekten aus Piranesis eigenem Besitz, genannt “museo dell`autore”. Das Münzkabinett im Schloss Eggenberg widmet seine Sonderausstellung dem Thema “Semper Victor, politische Programme auf Münzen und Medaillen”. Neben römischen und neuzeitlichen Prägungen mit triumphalistischen Programmen sind ausgesuchte Stücke aus der Medaillensammlung des Münzkabinetts zu sehen. Ein Schwerpunkt dieser Teilausstellung sind die – bisher noch nicht der Öffentlichkeit präsentierten – Medaillen der Republik Venedig, ihrer Siege und großen Söhne.
Alle sieben Teilausstellungen können mit einer einzigen Eintrittskarte am gleichen Tage besucht werden.
Dem Kunstinteressierten bietet die “Italienische Kunst in Graz” mit seinen vielfältigen Teilausstellungen einen abwechselungsreichen und anregenden Kunstgenuss, welcher noch durch Kurzausflüge in die südoststeirische Genussregion verfeinert werden kann.




