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Graz - Med Uni Graz: Erstes Sequenzierprojekt - Charakterisierung der protektiven Darmflora
Das erste an der Medizinischen Universität Graz durchgeführte genomweite Sequenzierprojekt wird von den beiden Wissenschaftern Prof. Christoph Högenauer von der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und vom Pathologen Dr. Gregor Gorkiewicz geleitet.Dabei handelt es sich um die Erforschung einer schweren, entzündlichen Darmerkrankung.
“Nach neuesten Schätzungen werden kollektiv gesehen bis zu 40.000 verschiedene Bakterienarten in der humanen Darmflora gefunden. Jeder einzelne Mensch trägt vermutlich bis zu 500 verschiedene Bakterienarten im Darm”, erklärt Univ.-Prof. Dr. Christoph Högenauer. Diese Vielfalt ist wichtig für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit und Störungen dieser führen zur Entwicklung von verschiedensten Darmerkrankungen. Darunter zu finden sind bspw. Antibiotika-assoziierte Darmentzündungen, der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen (aus Mikrobiomstudien) sind aber auch Stoffwechselstörungen wie die Fettleibigkeit maßgeblich von der Zusammensetzung der mikrobiellen Darmflora beeinflusst.
Das Ziel der laufenden Untersuchungen ist, den schützenden Aufbau der Darmflora zu charakterisieren. Dies soll anhand des Krankheitsbilds der Clostridium difficile Infektion, die durch eine Störung der normalen Darmflora ausgelöst wird, erforscht werden. Diese Infektion betrifft vor allem PatientInnen, die mit einem Antibiotikum behandelt werden und führt zu einer schweren Entzündung des Dickdarms mit Auftreten von starken Durchfällen. _“Diese Erkrankung ist durch steigende Infektionszahlen und eine hohe Sterblichkeit vor allem bei SpitalspatientInnen ein zunehmendes Problem. Wir erwarten uns durch diese Erkenntnisse neue Perspektiven für die Entwicklung therapeutischer Ansätze mittels individuell optimierbarer und vor allem biologisch wirksamer probiotischer Therapien. Derartige “naturnahe” Therapiemöglichkeiten stellen eine wünschenswerte Behandlungsform mit weit aus besserer Verträglichkeit für die PatientInnen dar”_, detailliert Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Högenauer.
Dr. med. Gregor Gorkiewicz fügt hinzu: “Die menschliche Darmflora besteht aus 10 bis 100 Billionen (1013 – 1014) Mikroorganismen. Die Charakterisierung eines Großteils dieser Bakterienarten war bislang mit konventionellen Methoden nicht möglich. Wesentliche Limitationen sind einerseits die Organismenvielfalt per se und die Sensitivität der Mehrheit dieser Mikroorganismen gegenüber herkömmlichen Nachweisverfahren (kulturelle Anzüchtung) andererseits. Durch die Kombination molekularer Nachweismethoden wie der PolymeraseKettenreaktion (PCR) mit der neuesten Generation von Hochdurchsatz-Sequenzierverfahren kann nun erstmals ein exaktes Abbild dieser Mikroflora erstellt und deren Veränderung bei Erkrankungen und während des Krankheitsverlaufes analysiert werden. Dabei wird die DNA Sequenz genau definierter Abschnitte des bakteriellen Genoms bestimmt. Aus der exakten Abfolge der einzelnenDNA Bausteine und der Häufigkeit des Auftretens dieser spezifischen Sequenzen, kann die Artenvielfalt der Mikroorganismen und deren Verteilung genau bestimmt werden.”_
am 17.04.2008 22:47







