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Graz - Med Uni Graz übernimmt Vorreiterrolle in DNA Sequenzierung
Die Schlagzeilen “Das menschliche Genom entschlüsselt” sind vielen noch in guter Erinnerung. Die Rede war damals vom HUGO “Human Genome Organization”- Projekt. Es dauerte rund zehn Jahre und beschäftigte zahlreiche Labors und Arbeitsgruppen in vielen Ländern, um die Reihenfolge der ca. drei Milliarden Basenpaare des menschlichen Genoms zu bestimmen.
Die neueste Generation an Ultrahochdurchsatz DNA Sequenziergeräten ermöglicht dieselben Analysen innerhalb weniger Wochen mit nur einem einzigen System. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass bis zu einer halben Milliarde DNA-Bausteine, das entspricht rund einem Sechstel des gesamten menschlichen Genoms, innerhalb von 24 Stunden bestimmt werden können. Das Genom eines Bakteriums ist im Vergleich zum menschlichen Genom rund tausendfach kleiner. Es genügt somit eine einzige Analyse, um ein bakterielles Genom mehrfach zu analysieren.
_“Mit diesem Gerät setzt die Medizinische Universität Graz einen weiteren Schritt in Richtung Hochtechnologie-Forschung. Das immer weitere Vordringen in die molekulare Dimension bietet bislang ungekannte Einblicke in die Komplexität biologischer Systeme. Dies bedeutet eine ungeheure Herausforderung für unsere Forscherinnen und Forscher, die mit Kreativität und Kompetenz relevante Fragen stellen und richtige Interpretationen finden. Sie arbeiten damit auf höchsten internationalem Niveau”, betont Univ.- Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Med Uni Graz.
Neue Technologie bietet breites Anwendungsspektrum und beschleunigt Erforschung von neuen Behandlungen, Therapien und Präventionsmaßnahmen
Krankheitserregende Keime können mit nahe verwandten, nicht pathogenen Keimen auf DNA Sequenzebene verglichen werden, was eine rasche Identifikation der auslösenden Faktoren ermöglicht. Das Erkennen dieser Unterschiede ist die Grundvoraussetzung für die Entwicklung therapeutischer Gegenmaßnahmen. In der Humanmedizin wird durch die Erkennung kleinster individueller Unterschiede auf DNA Sequenzebene eine frühzeitige Optimierung von Präventionsmaßnahmen und auch Behandlungstherapien bei verschiedensten Erkrankungen möglich. Viele weitere Anwendungsgebiete wie die De novo Sequenzierungen von Neandertaler und Mammut bringen Licht in die näheren Verwandtschaftsverhältnisse, also zu Mensch bzw. Elefant. Die Amplikonsequenzierung dient zum Auffinden von sogenannten SNPs (“single nucleotide polymorphisms”), also zur Mutationsanalyse, und mittels “ultra deep sequencing” können sogar zirkulierende Tumorzellen aufgespürt werden.
am 17.04.2008 22:37
(1) Kommentare zum Beitrag "Med Uni Graz übernimmt Vorreiterrolle in DNA Sequenzierung"
RE: Med Uni Graz übernimmt Vorreiterrolle in DNA Sequenzierung
Liebe Verfasser Ihres interessanten Beitrags über die Genom- Sequenzierung,
mich würde interessieren, mit welchem apparativen Equipment Sie arbeiten. Dass Graz jetzt über die Möglichkeit eines ultraschnellen Durchsatzes verfügt, finde ich sehr aufregend. Als pensionierter Forschungschemiker des ehemaligen großen Pharmakonzerns Boehringer Mannheim erinnere ich mich noch sehr gut an die Anfänge, die unsere Humangenetiker in unserem Institut in Tutzing durchführten. Heute verfolge ich die Entwicklung nur noch am Rande und besonderem Interesse an Humangenetik ohne mit meiner ehemaligen Firma (die jetzt Roche gehört) noch Kontakt zu pflegen. Due rasante Entwicklung auf diesem Gebiet ist einfach aufregend. Die letzten Arbeiten, die ich bewusst gelesen hatte, waren Genom-Sequenzierungen aus dem Institute for Genom Research (TIGR, Rockeville) und aus dem Sanger Intitute in Hixton, UK) im Jahr 2005.
Dass die von Ihnen anfangs erwähnte „vollständige Entschlüsselung“ des menschlichen Genoms (HUGO-Projekt) seinerzeit überbewertet wurde, war mir immer klar. Heute haben eher kleine Firmen Chancen, die sich nicht mit dem Gesamt Genom beschäftigen, jedoch gute Kenntnisse über kleine Bruchstücke und deren Bedeutung besitzen. Zusätzlich ist natürlich immer noch die Frage der Patentierung völlig offen. Die Entschlüsselung des Gesamtgenoms ist sicherlich nicht patentierbar, verwertbare Ergebnisse, die aus der Kenntnis der Bedeutung von Bruchstücken kommen schon eher. Leider muss sich die industrielle Forschung mit solchen Fragen herumschlagen – allerdings steht die Patentierungsfrage auch bei US-Spitzenuniversitäten im Vordergrund. Deutsche und österreichische Universitäten haben in dieser Hinsicht leider einen enormen Nachholbedarf!
(Alfred Rhomberg)
geschrieben von Alfred Rhomberg am 19.04.2008 00:19
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Liebe Verfasser Ihres interessanten Beitrags über die Genom- Sequenzierung, mich würde interessieren, mit welchem apparativen Equipment Sie arbeiten. Dass Graz jetzt über die Möglichkeit eines ultraschnellen Durchsatzes verfügt, finde ich sehr aufregend. Als pensionierter Forschungschemiker des ehemaligen großen Pharmakonzerns Boehringer Mannheim erinnere ich mich noch sehr gut an die Anfänge, die unsere Humangenetiker in unserem Institut in Tutzing durchführten. Heute verfolge ich die Entwicklung nur noch am Rande und besonderem Interesse an Humangenetik ohne mit meiner ehemaligen Firma (die jetzt Roche gehört) noch Kontakt zu pflegen. Due rasante Entwicklung auf diesem Gebiet ist einfach aufregend. Die letzten Arbeiten, die ich bewusst gelesen hatte, waren Genom-Sequenzierungen aus dem Institute for Genom Research (TIGR, Rockeville) und aus dem Sanger Intitute in Hixton, UK) im Jahr 2005.
Dass die von Ihnen anfangs erwähnte „vollständige Entschlüsselung“ des menschlichen Genoms (HUGO-Projekt) seinerzeit überbewertet wurde, war mir immer klar. Heute haben eher kleine Firmen Chancen, die sich nicht mit dem Gesamt Genom beschäftigen, jedoch gute Kenntnisse über kleine Bruchstücke und deren Bedeutung besitzen. Zusätzlich ist natürlich immer noch die Frage der Patentierung völlig offen. Die Entschlüsselung des Gesamtgenoms ist sicherlich nicht patentierbar, verwertbare Ergebnisse, die aus der Kenntnis der Bedeutung von Bruchstücken kommen schon eher. Leider muss sich die industrielle Forschung mit solchen Fragen herumschlagen – allerdings steht die Patentierungsfrage auch bei US-Spitzenuniversitäten im Vordergrund. Deutsche und österreichische Universitäten haben in dieser Hinsicht leider einen enormen Nachholbedarf! (Alfred Rhomberg)




