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Heldenberg - Blog: Oldtimermuseum Koller mit viel Auto aber leider wenig Konzept
Bildquelle: startblatt - Nahaufnahme der Frontansicht eines Ford Mustang
Vor einiger Zeit hat sich nach dem Freiwerden des Ausstellungszentrums in Senftenberg, in dem mitunter eine inhaltlich eher enttäuschende Niederösterreichische Landesaustellung zum Thema “Helden” stattgefunden hat, eine neue, vielversprechende Nutzung ergeben.
Die Halle würde dem im Waldviertel geborenen Unternehmer Rudolf Koller zur Verfügung gestellt, um sich einen Bubentraum zu realisieren – ein Oldtimer-Museum.
Innerhalb von wenigen Wochen wurden unzählige Fahrzeuge angekauft, mit Schwerpunkt auf Personenkraftwagen aus den 1950er bis 1970er.
Auch einige sehr schöne ältere Modell, bis zurück in die 1920er und 1930er Jahre waren offensichtlich leistbar und säumen eindrucksvoll den Eingangsbereich der Ausstellungshalle.
Der wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmer Rudolf Koller, der sich in erster Linie mit dem Verkauf von Christbäumen und Whirlpools, die er stolz erzählend bereits weltweit verkauft, ein – ohne genauer Bilanzen und Einkünfte zu kennen – soweit ersichtlich bemerkenswertes Vermögen angehäuft hat, konnte duzende von älteren Autos einkaufen, um sie nun der Öffentlichkeit für geringes Eintrittsgeld zur Besichtung zu überlassen.
Es ist für die Österreichische Kulturlandschaft überaus selten und insofern äußerst bemerkenswert, dass sich ein Privat-Investor ohne Adelsherkunft an ernsthafter Kulturproduktion beteiligt. Nur so konnte es in derart kurzer Zeit gelingen, dass nunmehr im Oldtimermuseum in Senftenberg eine ansprechende Fahrzeug-Sammlung zu bewundern ist.
Schade ist jedoch, dass die Präsentation der Fahrzeuge eher der Ausstellung von Whirlpools bei einem Messe-Auftritt gleicht, in dem die Firma Koller gewiss beachtliches Know-how besitzt. So sind z.B. die Fahrzeuge ohne zu erkennender Verbindung zu einander angeordnet und die Hinweistafeln zu den Exponaten geben eher nebensächliche Informationen zum Fahrzeug, wie Hubraum oder Motorstärke, an, die im Kontext eines Oldtimer-Museums überraschend bis secundär zu werten sind.
Eine historische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ausstellungsobjekten, wie Sie für ein Museum charakteristisch wäre, fehlt – zumindest derzeit – noch vollkommen. Auch eine kulturpolitische Auseinandersetzung fehlt, wenn auch Ansätze in diese Richtung mit einiger Phantasie erkannt werden können, als z.B. ein Fahrzeug ausgestellt wird, das ausgestattet mit hunderten Lautsprechern, Auspuffen, Verblendungen, etc. durchaus eine Diskussion über das bemerkenswerte und prisante Verhältnis der WaldviertlerInnen zum Automobil und die (Hinter-)Gründe dafür auslösen könnte.
Somit ist derzeit von einem Besuch noch eher abzuraten und es bleibt zu hoffen, dass Hr. Koller auch in Fragen einer weltgewandten Museumsgestaltung ebenso erfolgreich und schnell lernen kann, wie er es in seinen unternehmerischen Kernkompetenzen getan hat.
Für die Region wäre es jedenfalls ein enormer kultureller Zugewinn, wenn es gelingt, ein Oldtimermuseum mit internationalem Format am Fuße des Senftenberges zu etablieren.
www.koller-oldtimer.at
am 29.10.2007 14:53
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