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Horn: Schlangenhein
Bildquelle: iskarioth - Viele Dornen.
Was willst du uns sagen?
Wir leben selber mit.
Wir haben Augen, wir sehen.
Wir haben Gewissen, wir fühlen.
Wir haben Venen, wir bluten.
Das Gras wird nässer,
von Regentropfen und Tränen, die an uns herunterkollern.
Tränen, die keine sind, denn das Weinen, haben wir verlernt
Ich bin zu gebunden, werde sie nicht los.
Hinterlass war ein großes Loch, mich hineinziehend.
Solange ich hänge, wird es mich berühren, quälen, töten.
Und dann sitz ich daneben. Hör zu.
Aber es regt sich nichts außer ein Anflug von Verwirrung.
Verwirrt darüber, das sich nichts rege.
Alles ist so kalt, und ich, ich kann nicht einmal frieren.
Du redest. Hast es schon hundertmal gesagt,
sagst es einmal mehr. In welcher Hoffnung?
Glaubst du, du kannst es dir von der Seele reden?
Du weißt, dass es nicht so ist.
Glaubst du, jemand könnte dir helfen?
Du weißt, dass es nicht so ist.
Aber du kannst reden. Weil du ja jemanden gefunden hast, der hörn auch kann.
Aufmerksamkeit zu erregen, vielleicht Hauptgrund einer Zunge.
Leise reden, um gehört zu werden.
Stimmlage heben, senken.
Aber, außergewöhnlicher Weise in dieser Szene, höre ich zu.
Tritt dich das Leben wie ein Hund, werde deiner Qual würdig.
Liebkost und streichelt es dich, warte auf die Schlange, die dir erzählt, du bist verarscht worden.
Hinaus kommts aufs selbe.
Egal ob Telefonzelle, ob verbrannt, ob selbst erhängt.
Sie waren nie zu jung. Sie hatten nichts mehr auf Ihrem Plan.
Diese Dinge müssen wohl sein.
Schmerzlicherweise sogar für uns.
Ja, wir wissen, wie es sich anfühlt.
(2) Kommentare zum Beitrag "Schlangenhein"
RE: Schlangenhein
Sehr geschätzter Iskarioth, ich habe beide Texte noch einmal hintereinander gelesen – ich finde beide gleich gut – der Text „schäbig“ ist für manche vielleicht etwas zugänglicher – Schlangenhain hat jene Form von Poesie mit tiefenpsychologischem Inhalt, die ich besonders schätze, über die man jedoch auch etwas mehr nachdenken muss. Was mir gerade eben auffällt – wo ich dies hier schreibe, dass ich, obwohl ich Schlangenhain vor 15 Minuten gelesen hatte, den Text gleich noch einmal lesen musste, bevor ich zu Ende schreiben konnte: Schlangenhain wird danach umso zugänglicher, je öfter man den Text liest, allenfalls beim letzten Abschnitt braucht man etwas länger. Grundsätzlich haben aber – wie wir alle wissen – Arbeiten, die sich ganz von selbst präsentieren, immer irgendwelche Schwächen, die man selbst meist besser sieht, als andere Leser. Alle, die Ihre Texte lesen, werden diese mit Sicherheit öfter lesen müssen… und es tatsächlich auch tun! (A.R.)
geschrieben von Alfred Rhomberg am 30.05.2008 15:28
RE: Schlangenhein
Meister Rhomberg!
Zum letzten Absatz will ich sagen, dass er eine ganz direkte Nachricht an Liesa Roithner trägt, die sie auch verstanden hat. Unser letztes Gespräch vor diesem Text ging über den “sinnlosen” Tod von jungen Leuten, der sich unserem Verständnis entzieht. Ich hoffe in diesem Kontext erklärt sich dieser Absatz.
Ich habe vor kurzem angefangen meine eigenen Texte nochmals zu lesen, zu reflektieren und nochmal aus anderer Position zu interpretieren, was ich früher mied wie die Seitenblicke.
Diese und alle Texte, über die ich denke, lese ich mehrmals, muss ich auch mehrmals lesen, vor allem während dem Kommentieren. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit, die Sie meinen Texten entgegenbringen!
lg, iskarioth
geschrieben von iskarioth am 01.06.2008 12:34
Horn - eZine - INHALT
Sehr geschätzter Iskarioth, ich habe beide Texte noch einmal hintereinander gelesen – ich finde beide gleich gut – der Text „schäbig“ ist für manche vielleicht etwas zugänglicher – Schlangenhain hat jene Form von Poesie mit tiefenpsychologischem Inhalt, die ich besonders schätze, über die man jedoch auch etwas mehr nachdenken muss. Was mir gerade eben auffällt – wo ich dies hier schreibe, dass ich, obwohl ich Schlangenhain vor 15 Minuten gelesen hatte, den Text gleich noch einmal lesen musste, bevor ich zu Ende schreiben konnte: Schlangenhain wird danach umso zugänglicher, je öfter man den Text liest, allenfalls beim letzten Abschnitt braucht man etwas länger. Grundsätzlich haben aber – wie wir alle wissen – Arbeiten, die sich ganz von selbst präsentieren, immer irgendwelche Schwächen, die man selbst meist besser sieht, als andere Leser. Alle, die Ihre Texte lesen, werden diese mit Sicherheit öfter lesen müssen… und es tatsächlich auch tun! (A.R.)
Meister Rhomberg! Zum letzten Absatz will ich sagen, dass er eine ganz direkte Nachricht an Liesa Roithner trägt, die sie auch verstanden hat. Unser letztes Gespräch vor diesem Text ging über den “sinnlosen” Tod von jungen Leuten, der sich unserem Verständnis entzieht. Ich hoffe in diesem Kontext erklärt sich dieser Absatz. Ich habe vor kurzem angefangen meine eigenen Texte nochmals zu lesen, zu reflektieren und nochmal aus anderer Position zu interpretieren, was ich früher mied wie die Seitenblicke. Diese und alle Texte, über die ich denke, lese ich mehrmals, muss ich auch mehrmals lesen, vor allem während dem Kommentieren. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit, die Sie meinen Texten entgegenbringen! lg, iskarioth
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