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Horn - Blog: Schuldigungen. Gedanken
Bildquelle: iskarioth - Sonnenuntergang/Aufgang?
Ich sitze hier im rauen Norden am Rande des Landes. Rau? Am Rande des rauen Landes. Irgendwo dort wo niemand ist. Oder auch niemand sein soll. Nur ich. Ich hier mit dem Wald. Der Wald, der nicht da ist. Irgendwann war er das zwar mal, aber das sei Äonen her. Ist es auch. Die Sonne geht unter, Wolken kringeln sich malerisch befleckt im Äther. Befleckt und trotzdem unschuldig. Unschuldig gibt’s nicht! Alles widerlegt. Schau dir die Gene an…! Die verfluchten. Wenn du sonst keinen mehr hast, dann gibst du ihnen die Schuld. Wenn es Atheisten gibt, die nicht mal mehr Gott die Schuld geben, weil sie ja nicht an ihn glauben. Das glaub ich nicht. Der Trottel, der Arme, der hat immer die Schuld. Dann passiert wenigstens nichts. Den kannst nämlich nicht schlagen. Solang du dich nicht an seiner Schöpfung vergehst. Aber wenn er schon Schuld hat, warum dann nicht…? Oder du gibst dir selber Schuld. Bringt doch nichts, sagen sie. Sagen sie immer. So solln sie denn sagen. Geändert wird dadurch auch nichts. Schlag dich! Beiß dich! Tu dir weh! Nur ritz dich nicht. Das tun diese Emos/Pseudos ja schon. Vielleicht hilft das: Halt dir die Kanone an den Kopf und streich die Wände mit deinem Hirn. Oder stells dir vor, du bist denn ja zu feig. Sogar dazu, deine Anschuldigung. Was sei feiger? Sich zu räumen oder nicht. Hauptsache auf Knien. Du wirst Knien. Jeder tut es, niemand kommt davon. Und solltest du im Himmel landen, wirst du Donnern helfen. Wie auch immer. Deine Knie geschunden, der Boden rot, er schreit unter dem Gerutsche fürchterlich auf. Entschuldige! Du winselst. Nicht hinhören, zu spät. Du hast Mitschuld. Und dann die Sonne. Viel zu oft vermisse ich dich. Schweres Blau liegt oben, drückt tief auf rosa-rot-orangene süße Leichtigkeiten. Und dann bin ich weg
(2) Kommentare zum Beitrag "Schuldigungen. Gedanken"
RE: Schuldigungen. Gedanken
... ist im Grunde genommen sehr schön melancholisch – selbst wenn man in einer eigentlich guten Verfassung war, nachdem man es gelesen hat ist alles weggeflogen – übrig bleibt nur eine schwer, dunkle Masse.
Dennoch möchte ich Sie darauf aufmerksam machen das der Text etwas Ich-Bezogen ist. Sind wir einmal ehrlich: Sie schuldigen eigentlich eine Person an dass sie sich nicht das Leben nimmt. Oder habe ich das falsch verstanden? Im Text kommt relativ schön heraus das Sie dieser Person den Tod wünschen – egal was sie getan hat, so etwas wünscht man niemanden.
Anscheinend dürfte sie Ihnen Anschuldigungen an den Kopf geworfen haben – nur überlegen Sie einmal… haben Sie das nicht auch getan?
In meinem Beruf als Psychotherapeutin habe ich hauptsächlich die Erfahrung gemacht das Texte wie Ihre (nicht nur dieser) ein Prozess der Trauerbewältigung sind. Nun fragt man sich – wollen Sie wirklich die Trauer beenden (Trauer geht unbewusst weiter) oder ewig in ihrem Tal der Phantasie sitzen und Gedichte schreiben?
Mein Tipp: Bewältigen Sie dass was bewältigt werden muss und bleiben sie trotzem kreativ ;)
mfg silvia
geschrieben von castaway am 10.06.2008 15:21
RE: Schuldigungen. Gedanken
Sg Sivlvia!
Das war mein erster Text, schon länger her. Aber ich weiß noch genau, dass dieses “du” auf das Ich bezogen ist. Was Ihren zweiten Satz bitter richtig macht. Ich glaube mir selbst Vorwürfe machen zu dürfen, wenn auch ungesund, aber menschlich.
Bewältigt werden müsse vor allem das Leben. In dem Zusammenhang könnten Sie einen Blick auf “Leben & Sterben” und “Schönheit, Metaphysik & eine verbitterte Zitronenwelt” werfen.
lg, iskarioth
geschrieben von iskarioth am 11.06.2008 21:31
Horn - Blog - INHALT
... ist im Grunde genommen sehr schön melancholisch – selbst wenn man in einer eigentlich guten Verfassung war, nachdem man es gelesen hat ist alles weggeflogen – übrig bleibt nur eine schwer, dunkle Masse.
Dennoch möchte ich Sie darauf aufmerksam machen das der Text etwas Ich-Bezogen ist. Sind wir einmal ehrlich: Sie schuldigen eigentlich eine Person an dass sie sich nicht das Leben nimmt. Oder habe ich das falsch verstanden? Im Text kommt relativ schön heraus das Sie dieser Person den Tod wünschen – egal was sie getan hat, so etwas wünscht man niemanden. Anscheinend dürfte sie Ihnen Anschuldigungen an den Kopf geworfen haben – nur überlegen Sie einmal… haben Sie das nicht auch getan?
In meinem Beruf als Psychotherapeutin habe ich hauptsächlich die Erfahrung gemacht das Texte wie Ihre (nicht nur dieser) ein Prozess der Trauerbewältigung sind. Nun fragt man sich – wollen Sie wirklich die Trauer beenden (Trauer geht unbewusst weiter) oder ewig in ihrem Tal der Phantasie sitzen und Gedichte schreiben?
Mein Tipp: Bewältigen Sie dass was bewältigt werden muss und bleiben sie trotzem kreativ ;)
mfg silvia
Sg Sivlvia!
Das war mein erster Text, schon länger her. Aber ich weiß noch genau, dass dieses “du” auf das Ich bezogen ist. Was Ihren zweiten Satz bitter richtig macht. Ich glaube mir selbst Vorwürfe machen zu dürfen, wenn auch ungesund, aber menschlich.
Bewältigt werden müsse vor allem das Leben. In dem Zusammenhang könnten Sie einen Blick auf “Leben & Sterben” und “Schönheit, Metaphysik & eine verbitterte Zitronenwelt” werfen.
lg, iskarioth
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