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Maria Enzersdorf: Margareta Mirwald: Woher kommst du, dass du meinen Namen weißt
Bildquelle: edition roesner - Margareta Mirwald: Woher kommst du, dass du meinen Namen weißt. Cover des Buches
“Niemand weiß, was die nächste Viertelstunde bringt. Ich habe die Sonne gesehen, lächelst du.”
Zu erleben, wie ein geliebter Mensch in nächster Nähe stirbt, erzeugt eine quälende Hilflosigkeit, in der man sich jenseits des Diesseits‘ befindet und vielleicht noch darüber hinaus. Ein schier unbeschreibliches Alles: Verzweiflung, tauber Schock, Wut, überwältigende Trauer. Gleichzeitig wild strömende Liebe und tiefe Sehnsucht nach dem Einen – ohne zu wissen, was Es bedeutet und wo Es sich befindet. Sterne, die eben noch am Firmament waren, liegen zerbrochen auf der Erde, man schreit auf und ist erstaunt, welch unbändige Gewalt der Schmerz hat, wie sehr man seinen Leib zerreißen kann und augenscheinlich – zumindest für die anderen – ganz bleibt.
Margareta Mirwald ist nach dem Tod ihres Sohnes eine mutige sprachliche Annäherung an das Wesen der stummen Verzweiflung gelungen, der sich niemand entziehen kann, zumal sie – bei allem waidwunden Tiefgang und allen Höhenflügen in ein Nirgends – in berührender und inspirierender Weise Wege des Lebens mit dem Tod aufzeigt. In ihrer „Szenarischen Erzählung“ findet sie dafür Worte, worüber nur zu gerne ein Mantel des Schweigens gebreitet wird – Botschaften, die uns alle betreffen.
“Dann gleiten unsere Seelen auseinander.
Langsam lösen sie die Umarmung
und weichen in ihre Bestimmung zurück.
Zurück bleibt nichts als Liebe.”
Margareta Mirwald, geboren 1951 in Wien, Lehramtsstudium der Klassischen und Romanischen Philologie (seither unterrichtet sie diese beiden Fächer an der AHS); Teilnahme als Referentin an internationalen Konferenzen; zahlreiche Weiterbildungen. Sie lebt derzeit in Brunn/Geb.
Publikationen:
1983: Die Werdung (Niederösterreichisches Pressehaus; Förderpreis des Landes Niederösterreich)
1994: Philomeles Töchter (Beitrag in: Die Frau als Wirtschaftsfaktor im Altertum, Wiener Frauenverlag)
1995: Hommage à Emma (Beitrag in: Zwischenräume, Edition Umbruch)
1998: Brautnacht (Theater in der Drachengasse), 2005: Immer wenn der Kuckuck schrie – Innenansichten eines Krieges, (Mitherausgabe, Novum Verlag; Anerkennungspreis des Landes NÖ)
Außerdem mehrere Publikationen in Zeitschriften und Anthologien, Texte für Radiosendungen, 1997 Gründung und seither Leitung der Literaturwerkstatt Mödling sowie Organisation diverser literarischer Veranstaltungen im regionalen Bereich.
Mirwald, Margareta (2008): Woher kommst du, dass du meinen Namen weißt. Szenarische Erzählung zu Leben, Liebe und Tod. edition roesner. Maria Enzersdorf.
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