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07.09.2008
Wohnen in einem Stilaltbau
Wien 1.,Innere Stadt - eZine (49 Beiträge von 3 AutorInnen online)
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Wien 1.,Innere Stadt: Wohnen in einem Stilaltbau

Channel: Kultur/Medien
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Wien 1.,Innere Stadt - eZine - Wohnen in einem Stilaltbau - hhi.at - Renaissance in Wien
Bildquelle: hhi.at - Renaissance in Wien

Die verschiedenen Baustile Wiens im Überblick

GOTIK 15./16.Jahrhundert

Im 13. Jahrhundert wurde der Baustil der Romanik langsam von dem der Gotik abgelöst. In dieser Epoche begann die Stadt zu wachsen, so versuchte man, den engen Raum, den man zur Verfügung hatte, bestmöglich zu nutzen. Die Häuser waren sehr schmal, Platz für Vorratsräume schaffte man sich durch einen äußerst tiefen Keller. Beliebt waren zu diesem Zweck auch Erker, die in verschiedensten Formen das Stadtbild zu dieser Zeit prägten. Die verschiedenen Teile der gotischen Häuser umbauten meist von allen Seiten einen sehr kleinen Hof. Das gotische Bürgerhaus ist ein Ausdruck für die Verbindung von Arbeitsplatz und Wohnhaus. Als Beispiel für ein gotisches Bauwerk in Wien kann der Stephansdom genannt werden, Relikte des gotischen Bürgerhauses gibt es im heutigen Wien wenige.

RENAISSANCE 16. Jahrhundert

Mit dem Ende der ersten Türkenbelagerung 1529 entstanden in Wien die ersten Mietshäuser. Diese wurden meist aus zwei oder mehr zusammengelegten Bürgerhäusern angelegt und wurden sehr hoch gebaut. In Wien erfreute sich die Renaissance keiner großen Beliebtheit, wirtschaftlich und politisch war die Stadt unbedeutend geworden und die hohen Kosten des Wiederaufbaus nach der Türkenbelagerung sowie der Ausbau der Stadt zur Festung ließen wenig finanzielle Mittel für Neubauten. Dort wo die Renaissance ihre Spuren hinterließ, waren die Formen klar und überschaubar, einzelne Elemente antiker Architektur, wie zum Beispiel Säulen, wurden für die Gestaltung der Fronten verwendet.

BAROCK 17./18. Jahrhundert

Mit dem Streben nach prunkvoller Repräsentation des Adels und des Hofes entstand nach der Türkenbelagerung 1683 das hochbarocke Wien. Dem Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach verdankt Wien unzählige barocke Gebäude, wie die Karlskirche und die Hofstallungen, das heutige Museumsquartier. Der zweite wichtige Architekt dieser Epoche war Johann Lucas von Hildebrandt, das Schloss Belvedere und das Palais Daun-Kinsky wurden von ihm entworfen. Prägend für den Barock waren hohe und breite Häuser, die Fassaden wurden reich verziert, die strengen Formen der Renaissance wurden aufgelockert. Durch den Aufschwung des Bauwesens in Wien wurden die Bürgerhäuserbauten ersetzt. Gotik- und Renaissancebauten wurden größtenteils durch Barockbauten in der Maria-Theresia-Ära, Mitte des 18.Jahrhundert, ersetzt. Verzierungen wurden weniger, die Ausschmückungen akzentuierter und sparsamer.

KLASSIZISMUS und BIEDERMEIER 18./19. Jahrhundert

Im Klassizismus wurden die Formen wieder geradliniger, der Stil war strenger und nüchterner. Der Klassizismus orientierte sich wieder an der Antike. Zu dieser Zeit entstand das neuzeitliche Massenmiethaus und die Trennung von Wohnstätte und Arbeitsplatz wurde verstärkt durchgeführt. Eine Variante des Klassizismus ist die Biedermeier-Architektur. Ihr Stil ist schlicht und elegant. Das Biedermeier prägte die bürgerlichen Wohnviertel dieser Zeit. Das Theater in der Josefstadt wurde in diesem Stil, von Joseph Kornhäusel, errichtet.

19./20. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wandelte Wien sich zu einer modernen Millionenstadt. Die Vorstädte wurden zu einem Teil Wiens und die Stadtmauern wurden durch die 1865 eröffnete Ringstraße ersetzt. Es entstanden unzählige Miethäuser, was auf den industriellen Boom zurückzuführen ist. Bei den Mietshäusern konnte man drei verschiedene Typen unterscheiden – das Nobelmiethaus, das besonders an der Ringstraßenzone zu finden war, das bürgerliche Miethaus, das vor allem in den Vorstädten vertreten war und das Arbeitermiethaus, das das Bild der Außenbezirke prägte. In der Gründerzeit fasste die Idee von kombiniertem Wohn- und Arbeitsplatz wieder Fuß.

ROMANTISCHER HISTORISMUS 1840 – 1870

Der romantische Historismus war die dominierende Stilrichtung der Mitte des 19.Jahrhunderts. Elemente aus Gotik und Renaissance wurden übernommen und neu interpretiert. Die Wiener Staatsoper ist im Stil der Neorenaissance errichtet oder die Votivkirche in dem der Neugotik. Die Fassaden der errichteten Mietshäuser wurden schmuckarm und gleichförmig gehalten, Schlichtheit stand im Vordergrund.

STRENGER HISTORISMUS 1870 – 1890

Der strenge Historismus bevorzugte Stilelemente der Renaissance, die Fassaden der Miethäuser wurden im Stil der italienischen Hochrenaissance gestaltet. Ein Beispiel für den Baustil der Hochgründerzeit ist das Gebäude der Wiener Börse am Ring, das 1877 fertig gestellt wurde. Die Zeit von 1870 bis 1890 ist gekennzeichnet durch die totale Ausnützung der Bebauungsflächen, die bestehenden Bauordnungen wurden ausgereizt und die Wohnhäuser schossen in die Höhe.

SPÄTHISTORISMUS 1890 – 1918

1890 folgte die zweite Stadterweiterung mit dem Abriss des Linienwalls und der Errichtung des Gürtels. Im Späthistorismus wird die Strenge der Neorenaissance von verspielten Elementen des Barockstils abgelöst. Balkone, Erker und Kuppeln werden zu wichtigen Bauelementen.

JUGENDSTIL um 1900

Um die Jahrhundertwende greifen Späthistorismus und Jugendstil ineinander über. Kennzeichnend für den Jugendstil sind wiederum klare Linien und Symmetrie, wobei Elemente der Mittelmeer-Architektur einbezogen werden. Die Materialen sind prunkvoll und dekadent anmutend. Als wichtigster Vertreter dieses Stils gilt Otto Wagner.

1919 – 45

Das Rote Wien der 20er Jahre war von der Errichtung unzähliger Gemeindewohnungen geprägt. Die Gemeindebauten folgten einem speziellen Muster: Eine große Toreinfahrt in der prunkvollen Fassade führt zu einem weitläufigen Hof, der Spielplätze und Grünflächen bietet. Oft fanden sich in den Gemeindebauten öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Büchereien.


Weitere Informationen zum Wohnen in einem und zur Vermittlung von einem repräsentativen Stilaltbau finden Sie hier

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