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Wien 7.,Neubau - Passagen Forum: „What makes images unacceptable“
Der Wiener Passagen Verlag feiert 2008 sein 21-jähriges Bestehen und lädt dazu, in Kooperation mit dem MUMOK, zu einem Vortrag von Jacques Rancière, einem der bedeutendsten zeitgenössischen französischen Philosophen ein. Dieser Vortrag bildet zugleich Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe des Passagen Verlages, dem „Passagen-Forum“, das Einzel- und Themenveranstaltungen gemeinsam mit kulturellen Einrichtungen organisiert.
Ziel dieses neuen Forums ist es, Autoren und Themen des Passagen Verlages, die von gesellschaftspolitischer Relevanz sind, eine zusätzliche Plattform zu verschaffen, und damit zugleich einen aktuellen Beitrag zur Rede- und Dialogkultur unseres Landes zu leisten. Mit seinem neuen Format „Passagen Forum“ will der Passagen Verlag über das Buch hinaus neue Verbreitungswege für seine Themen erschließen und in gegenwärtige gesellschaftspolitische und kulturelle Debatten eingreifen.
Der erste Gastredner, Jacques Rancière, zählt zu jenen Philosophen, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts für die theoretischen Disziplinen wie Philosophie, Soziologie, Literatur und Kunst leitbildend waren. Bekannt wurde Rancière mit seinen Arbeiten zu den sozialen Bewegungen im 19. Jahrhundert. In den vergangenen Jahren fokussierte sich sein Werk auf die Verteidigung demokratischer Positionen, die er auch durch westliche Intellektuelle bedroht sieht, deren Enttäuschung über das Scheitern linker Utopien in antidemokratische Thesen umschlägt. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Schriften bilden Fragen der Ästhetik, insbesondere zu Malerei und Film.
Jacques Rancière beschäftigt sich in seinem Vortrag mit folgenden Themen:
- „Neben dem Konsens darüber, dass manche ethisch inakzeptable Ereignisse nicht abgebildet werden sollten, gibt es auch die fortwährende Denunziation des Bildes als solches. Die Theorie des nicht Nicht-Repräsentierbaren hat die Frage auf den religiösen Kampf gegen den Bilderkult reduziert. Der Kritizismus des Theaters hat das Bild mit der platonischen Denunziation der Erscheinung und der Passivität des Zuschauers gleichgesetzt. Wir müssen diese Gleichsetzungen hinterfragen, wenn wir einen neuen Blick darauf werfen wollen, was Bilder sind, was sie tun, welche Effekte sie produzieren. Für diese Untersuchung möchte ich Beispiele zeitgenössische Arbeiten heranziehen, die sich mit einigen der ‚Horror’ Ereignisse des letzten Jahrhunderts beschäftigen.“
(Jacques Rancière)
Anlässlich des 21-jährigen Bestehens des Passagen Verlages werden im Laufe dieses Jahres noch weitere Veranstaltungen unter dem programmatischen Titel „Recht auf Einsicht“ stattfinden. Dieses Motto knüpft an die erste Publikation der Edition Passagen „Recht auf Einsicht“ von Jacques Derrida im Jahre 1985 an und spannt den Bogen bis heute, wo fast 900 Titel erschienen sind. Sowohl Jacques Derrida, als auch Jean Francois Lyotard, Jean Baudrillard, Sarah Kofmann und Jean-Luc Nancy sind Autoren, mit denen der Verlag den Grundstein zu den aktuellen Positionen aus Philosophie, Gesellschaftswissenschaften, Literatur und Kunst legte. Das diesjährige Jubiläum nimmt der Verlag zum Anlass, mit seinem Fest und der neuen Veranstaltungsreihe „Passagen-Forum“, sowohl einen Rück- als auch einen Ausblick auf die vielschichtigen Aktivitäten des Verlages zu geben.
Wann: 11. Juni 2008, 19 Uhr
Wo: MUMOK, Auditorium, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Eintritt frei!
Dokument: Vortragseinladung Passagen Verlag zu Jacques Rancière
am 03.06.2008 15:41
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