
eZine von Birgit Hurtak
backen und genießen - Der Faschingskrapfen – das leckere Kraftpaket
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Der Faschingskrapfen – das leckere Kraftpaket
Wien (APA) – Figurfreundlich ist er mit rund 350 Kilokalorien pro Stück nicht gerade: der Faschingskrapfen. In früheren Zeiten war der hohe Energiegehalt laut Informationen des Lebensministeriums jedoch sogar erwünscht. Aber auch heute verspeisen die Österreicher jährlich immerhin 100 Millionen Krapfen.
Kirchenmänner sollen in früheren Zeiten den Genuss des süßen Gebäcks im Fasching empfohlen haben, damit auch unterernährte Menschen für die anschließende Fastenzeit noch ein wenig Kraft tanken konnten. “In der Kriegszeit haben die Menschen viele Krapfen gegessen, weil sie sehr nahrhaft und relativ billig gewesen sind”, sagt Hermine Wittmann von der Agrarmarkt Austria (AMA) der APA. Danach sei der Konsum der fettreichen Mehlspeise im Zeichen von gesteigertem Figurbewusstsein ein wenig zurückgegangen. Rund 100 Millionen Krapfen werden laut einer Hochrechnung aus dem Vorjahr in Österreich jährlich verspeist.
Krapfen als Zeichen der Verlobung
Die Mär von der Wiener Mandolettibäckerin Cäcilie Krapf als Erfinderin der Mehlspeise geistert jedenfalls noch heute beinahe durch jedes Kochbuch. Der Überlieferung zufolge hatten die gefüllten Germteigkugeln früher sogar symbolische Bedeutung: Teilte ein junges Mädchen ihren Krapfen mit einem Herren, so galt dies als Zeichen der Verlobung.
Tipps zum Selber backen
“Sehr wichtig für einen guten Krapfen ist qualitativ hochwertiges Fett”, gab Oliver Groissböck, Junior-Chef der gleichnamigen Wiener Konditorei, einen Tipp zum Selbstbacken. Auch der Dottergehalt sei bedeutsam: Je höher, desto besser die Qualität und die Farbe der Mehlspeise. Von den Aromen, die seine Konditorei hinzufüge, wollte Groissböck nur den Cointreau im Vanillekrapfen verraten. Rum gehöre zwar auch in den Teig, doch habe dieser eigentlich nicht die Aufgabe, Geschmack zu schaffen. “Durch den Rum werden die Poren des Krapfens geschlossen. Dadurch nimmt der Teig weniger Fett auf”, erklärte der Konditor. Für einen tropffreien Essgenuss sei es wichtig, “dort reinzubeißen, wo man das meist gut erkennbare Einstichloch sieht.”
Ein Krapfen = 50 Minuten Radfahren
Für jene, die einmal gar zu viel von der Köstlichkeit genossen haben, hat das Lebensministerium folgenden Hinweis parat: Die rund 350 Kilokalorien, die ein großer Faschingskrapfen durchschnittlich in sich trägt, sind mit 50 Minuten mäßig anstrengender, aber flotter Fahrradfahrt wieder vom Leib gestrampelt.




