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676..Kaiserslautern - Neue Software für die Montage von biegsamen Bauteilen
Bildquelle: (c) Fraunhofer ITWM - Eine Software simuliert Montageprozesse: Virtuelle Roboter schweißen eine ebenso virtuelle Autokarosserie zusammen.
DesignerInnen von Autobauteilen müssen nicht nur darauf achten, dass die Optik ihrer Entwürfe stimmt, sondern auch an die spätere Montage denken: Lässt sich das entworfene Armaturenbrett problemlos in das neue Automodell einbauen? Wie müssen die Montagewege aussehen, damit das Bauteil nirgendwo aneckt und dabei die Karosserie verkratzt? Mit einer geeigneten Software können die MontageplanerInnen Bauteile, die bis dato nur als CAD-Daten existieren, bereits virtuell in das neue Automodell montieren. Ist das Bauteil zu groß für die Montage und klemmt, gibt das Programm konkrete Hinweise, an welcher Stelle die Form verändert werden muss.
ForscherInnen des Fraunhofer-Chalmers Research Centre for Industrial Mathematics FCC in Göteborg, Schweden, und des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern haben diese Software entwickelt und nun weiter verbessert. »Wir können bei der Montagesimulation erstmals auch die Flexibilität von Bauteilen berücksichtigen«, sagt Joachim Linn, Gruppenleiter am ITWM. »In den CAD-Daten erscheinen flexible Bauteile, etwa Plastikbauteile im Fahrzeug-Cockpit, starr. Bei der Montage müssen die Teile jedoch etwas gebogen und gedrückt werden.« Welche Kräfte braucht man, um beispielsweise das Armaturenbrett so weit zu verbiegen, dass es sich in das Auto einbauen lässt? Schafft das ein einzelne/r Mitarbeiter/in oder braucht man Spezialwerkzeuge? Wie lassen sich biegsame Bremsschläuche am besten montieren? Auch den Einsatz von Robotern simulieren die ForscherInnen: Die biegsamen Versorgungsleitungen können bei der Montage an der Karosserie entlangscheuern und kleine Kratzer hinterlassen. Das Programm errechnet, wie sich der Roboter bewegen darf und die Teile montieren muss, um mit den Kabeln nicht an die Karosserie zu stoßen.
Die Berechnungen laufen ebenso schnell, wie die KonstrukteurInnen es aus den CAD-Programmen gewohnt sind. »Man kann interaktiv mit dem Programm arbeiten, ein Bauteil innerhalb weniger Sekunden zum Beispiel länger oder kürzer machen. Um dies zu erreichen, haben wir die hochgenauen strukturmechanischen Berechnungsverfahren abgespeckt: Die Ergebnisse sind dadurch noch ausreichend genau, liegen aber in Echtzeit vor«, sagt Linn. Auch Montagepfade berechnet das Programm innerhalb weniger Minuten. Das Programm soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, Support und Schulungsmaterial stehen bereits zur Verfügung.
am 04.03.2009 13:23
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