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910..Erlangen: Verleihung einer Ehrendoktorwürde und Gedenken Depromotionen
Die Medizinische Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg lädt am Samstag, 12. Juli 2008, um 11.00 Uhr zu ihrer Promotionsfeier ein und verleiht in diesem Rahmen eine Ehrendoktorwürde. Honoriert wird Dontscho Kerjaschki, Leiter des Pathologischen Instituts der Medizinischen Universität Wien, für seine wissenschaftlichen Leistungen in der Nierenpathologie. Kerjaschki hat grundlegende Mechanismen der Entstehung von glomerulären Nierenerkrankungen aufgedeckt und damit neue Ansätze für Therapieverfahren eröffnet. Die Laudatio und den Festvortrag hält Kai-Uwe Eckardt, Direktor der Medizinischen Klinik 4 des Universitätsklinikums Erlangen-Nürnberg. Die Feier findet im Auditorium Maximum, Bismarckstraße 1, in Erlangen statt.
Bernhard Fleckenstein, Dekan der Medizinischen Fakultät, und Winfried Neuhuber, Studiendekan der Vorklinik, überreichen die Festurkunden an die Doctores. Diese erhalten vor der Feier die Möglichkeit, ihre Promotionsarbeit als Poster vorzustellen und mit den Anwesenden zu diskutieren. Drei der Poster werden anschließend mit einem Preis honoriert. Die Promotionsfeier wird vom New Yorker Xylophonsolisten Alex Jacobowitz musikalisch umrahmt, der im traditionellen Judentum seine Spiritualität findet, die auch seine Musik verkörpert.
Gedenken der Opfer unrechtmäßiger Depromotionen
Im Rahmen der Promotionsfeier wird außerdem der Opfer unrechtmäßiger Aberkennung der Doktorwürde im Nationalsozialismus gedacht. Renate Wittern-Sterzel, Lehrstuhl für Geschichte der Medizin, und Andreas Frewer, Professur für Ethik in der Medizin, stellen die Ergebnisse einer historischen Aufarbeitung vor, in der die Verfahren über die Entziehungen der Doktorgrade an der Erlanger Medizinischen Fakultät während des Dritten Reiches untersucht und die Biographien der Betroffenen, soweit dies nach den Quellen noch möglich war, rekonstruiert wurden. Die beiden studentischen Mitglieder der Arbeitsgruppe, Bettina Schottner und Anna Thiel, verlesen anschließend die Namen und die wichtigsten biographischen Daten der Betroffenen. Danach wird Bernhard Fleckenstein die Opfer im Rahmen einer Ansprache würdigen und sie symbolisch in die akademische Gemeinschaft wieder aufnehmen. Zum Abschluss wird anwesenden Angehörigen der Betroffenen ein Gedenkband überreicht. Dieser erscheint unter dem Titel “Aberkennungen der Doktorwürde im “Dritten Reich”. Depromotionen an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen” als Sonderband 12 in der Reihe “Erlanger Forschungen”.
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