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Halle - Burkart Lutz für sein wissenschaftliches Lebenswerk ausgezeichnet
Bildquelle: (c) MLU - Porträt von Burkart Lutz, der für sein wissenschaftliches Lebenswerk von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ausgezeichnet wurde.
Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) hat den Forschungsdirektor des Zentrums für Sozialforschung Halle e.V. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (zsh) Burkart Lutz mit dem Preis “für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk” geehrt.
Burkart Lutz ist der Nestor der arbeits- und industriesoziologischen Forschung in Deutschland. Er kann auf ein vielfältiges Werk zurückblicken: Schon Anfang der 1950er Jahre untersuchte er (zusammen mit Theo Pirker und Siegfried Braun) die Arbeitsverhältnisse in der deutschen Stahlindustrie. Er führte Forschungen für Gewerkschaften, Unternehmen, wissenschaftliche Vereinigungen und internationale Organisationen durch (z.B. für die OECD und die EGKS), war als Projektleiter für das Frankfurter Institut für Sozialforschung und das Bad Godesberger INFAS-Institut tätig, arbeitet publizistisch für Rundfunk und Zeitschriften.
1965 gründete er das bis heute erfolgreiche Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München. Wenig später wurde er Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität. Er war Mitinitiator zweier Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft in München. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen aus jener Zeit sei vor allem die profunde Gesellschaftsanalyse “Der kurze Traum immerwährender Prosperität” (1984, 2. Aufl. 1989) genannt. Seit nunmehr 53 Jahren engagiert er sich in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, deren Vorsitzender er von 1983 bis 1986 war.
Als Burkart Lutz nach dem Zusammenbruch der DDR nach (Ost-)Berlin und dann nach Halle kam, brachte er neben seinen langjährigen Erfahrungen auch eine große Neugier auf die (wie er oft sagte) “einzigartige Forschungsgelegenheit” für einen Sozialwissenschaftler und eine hohe Aufgeschlossenheit für die ostdeutschen Problemlagen mit. Er war 1991/92 Gründungsvorsitzender (und danach Berichtsgruppensprecher) der von der Bundesregierung geförderten Kommission zur Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW). Mitte der 1990er Jahre gründete er gemeinsam mit halleschen HochschullehrerInnen das Zentrum für Sozialforschung Halle e.V., das seit 1996 An-Institut an der Martin-Luther-Universität ist. Er trug wesentlich zum Zustandekommen des Sonderforschungsbereiches 580 der Universitäten Halle und Jena “Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch” bei, an dessen Arbeit er sich in der nun schon dritten Bewilligungsphase bis heute beteiligt. Daran, dass die hallesche Soziologie – unter Einschluss der An-Institute – kürzlich beim Forschungsrating des Wissenschaftsrates gut abgeschnitten hat, haben auch Burkart Lutz und das zsh ihren Anteil.
Den Preis “für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk” vergibt die DGS seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre. Burkart Lutz ist nach M. Rainer Lepsius (Heidelberg), Thomas Luckmann (Konstanz), Karl Martin Bolte (München) und Renate Mayntz (Köln) der fünfte Preisträger.
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