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Halle - Mathematik, Königin oder Magd? Eine Disputation.
Bildquelle: (c) MLU / Maike Glöckner - Mit dem Einzug zur LEUCOREA beginnt die wissenschaftliche Disputation am Reformationstag.
Zur guten Tradition im akademischen Leben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gehört die wissenschaftliche Disputation am Reformationstag. In Wittenberg geht es am 31. Oktober diesmal um das Thema “Mathematik, Königin oder Magd”. Das Verhältnis von reiner und angewandter Mathematik soll dabei auf anschauliche Weise diskutiert und den Besuchern verständlich gemacht werden.
“Jede Wissenschaft wird angehalten, etwas für die Anwendung zu produzieren. Diese Leistung kann aber nur erbracht werden, wenn ein theoretisches Fundament vorhanden ist”, sagt MLU-Altrektor Wilfried Grecksch, der die Disputation am Reformationstag moderieren wird. “Dennoch gibt es natürlich auch innerhalb einer wissenschaftlichen Disziplin unterschiedliche Ansichten darüber, was wichtiger ist: Theorie oder Umsetzung. Daher auch der Titel der Disputation. Die Königin Mathematik legt die Grundlagen, gibt die Richtung vor. Die Magd Mathematik nutzt die Grundlagen, um anderen Wissenschaften und der Praxis zu dienen.”
Passend zum Titel schlüpfen die Disputanten in die symbolischen Rollen von Königin oder Magd. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, Volker Nollau von der Technischen Universität Dresden werden die Rolle der Magd einnehmen. Matthias Kreck, Direktor des Hausdorff-Forschungsinstituts für Mathematik in Bonn, und Günter M. Ziegler von der Technischen Universität Berlin und Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, positionieren sich auf der Seite der Königin. Die Repräsentanten der Mägde verteidigen den Standpunkt der angewandten Mathematik. Dem theoretischen Pendant widmen sich die Königinnenvertreter. Sie setzen sich in ihren Argumentationen für die reine Mathematik ein.
“Leider lässt sich die reine Mathematik oft nur schwer vermitteln”, bedauert Grecksch, der sich durch die Disputation mehr Verständnis für den theoretischen Rahmen der Mathematik erhofft. Mit der Wittenberger Veranstaltung im Jahr der Mathematik verbindet Grecksch eine weitere Hoffnung: “Wissenschaft braucht, damit sie für den Alltag nützlich ist, einen Vorlauf. Dieser Vorlauf lässt sich nicht steuern. Gerade deshalb ist es wichtig, der Mathematik Zeit zu geben. Zeit die sie benötigt, um sich gedanklich zu entwickeln.”
Mathematik, Königin oder Magd? Eine Disputation.
Wann: 31. Oktober 2008, 15:00
Wo: Stiftung LEUCOREA, Collegienstr. 62, 06886 Lutherstadt Wittenberg
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