
...und wo sonst es sich genießen lässt.
eZine von Redaktion Freizeit
Freizeit, Reisen, Essen, Kino - Der Film "Ein gutes Jahr" - oder die materielle Verblendung
Bildquelle: Twentieth Century Fox - die zwei HauptdarstellerInnen aus dem Film "Ein gutes Jahr"
Ein Film, der sehr wahrscheinlich nur für die narrzistischen DarstellerInnen selbst interessant sein dürfte.
Ein in sich selbst verliebter – ein sehr weit verbreitetes Phänomen – wechselt die Seiten. Wie dieses „Aussteigen“ oder „Umdenken“ vom „Selbstverliebtsein“ zum „Echtverliebtsein“ für karrieregeile Kapitalisten aussieht, das zeigt dieser Film.
Dabei passiert dieser sich lange hinziehende „Umdenkprozess“ des Max S. besonders „eindrucksvoll“, als sich der egoistische und skrupellose Banker zu einem „bescheidenen“ französischen Winzer entwickelt.
Nur: Das bescheidene Landhaus hat natürlich ein paar hundert Zimmer, einen Park, in dem mit einer Harley gefahren werden kann, einen Tennisplatz, ein Pool, ein paar Hektar Weinberge und Bedienstete sind inklusive. So nebenbei befindet sich das Anwesen in der französischen Region Provence, ganz schlimm.
Und nach getaner Entscheidung zum bodenständigem Leben mit echter Hinwendung zur größen Liebe des Lebens ergibt sich noch nebenbei, dass ja auf dem Anwesen einer der teuersten Weine der Welt reift. Noch mal Glück gehabt bei diesem radikalem Ausstieg aus dieser raffgierigen Welt der Banker und was für radikal veränderte Weltanschauung des Max S.
Ein ganz sonderbar anmutender Film, bei dem nach gewisser Zeit klar wird, dass Bescheidenheit eben keine Tugend mehr ist – oder Bescheidenheit weitestgehend mit „weniger Reichtum“ verwechselt wird, Hauptsache hundert Zimmer, teuren Wein, eine Harley und dann lässt sich ein Mann schon Lieben. Wenn er es dann auch noch schafft, ein paar Teller zu KundInnen richtig hinzutragen, dann ist ein neuer Held geboren.
Willkommen in der Neo-Liberalen Marktwirtschaft und entsprechender Ästhetik.
Schade nur um die Provence, die jetzt wohl von Menschenströmen aus Amerika aufgekauft wird, so nebenbei – ist ja nur Kleingeld -, ohne sich auf die Schönheit der Einfachheit einlassen zu können.
am 22.09.2007 11:06




