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06.07.2008
Der Kinofilm "Alien vs. Pred...
Freizeit, Reisen, Essen, Kino (18 Beiträge online)
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...und wo sonst es sich genießen lässt.

Freizeit, Reisen, Essen, Kino: Der Kinofilm "Alien vs. Predator: Requiem" - ein Action-PorNO

Channel: Freizeit
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Freizeit, Reisen, Essen, Kino - Der Kinofilm
Bildquelle: www.avpr.com und www.imdb.com - Abbildung eines Predators (oben) ohne Maske & die Macher bei der Arbeit (unten)

Kino hat die wunderbare Möglichkeit, uns in fantastische Welten zu entführen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Action mit Science-Fiction in eine Verbindung zu bringen.

Soweit lässt sich das Konzept von dem Kinofilm Aliens vs. Predator: Requiem verstehen. Insofern gehen die BesucherInnen von einem derartigen Film bereits mit einer bestimmten Erwartungshaltung in den Kinosaal: Sie wollen Spannung, Special Effects und HeldInnen, die dafür sorgen, dass die Guten am Ende siegen.

War das annimmt, lebt in einer fantastisch, naiven Realität, denn der Reflexionsgrad jener BesucherInnen, die einen derartigen Kinofilm für bares Geld besuchen, scheint keinesfalls derartig weit zu gehen. Sie befinden Sie in einer bedauernswerten Paradoxie, als Sie offensichtlich nach einer Abwechslung, einen Ausbruch aus ihrem tayloristischen Alltag suchen und dies beim Konsum von Massenvernichtung, Skalpierung oder dem gustiösen Anglotzen der Massakrierung von Menschen und allem anderen, dass irgendwie lebendig sein könnte, zu finden vermuten.

Das derartige Schauspiele kaum den Intellekt der BetrachterIn in Anspruch nimmt, schein an dieser Stelle absurder Weise besonders betonenswert, denn wer keinen Intellekt entwickelt konnte, der wird auch nicht bemerken, dass keiner vorhanden ist.

Insofern eben der Intellekt oder der Geist aufgrund der fehlenden Inhalte im Drehbuch nicht weiter in Anspruch genommen wird, so bleibt das Aufgeilen an bestimmten Reizmomenten. In diesem Fall sind die Reizmomente darauf beschränkt, dass Menschen von Wesen getötet werden, von denen man nicht so genau weiß, warum Sie hier sind und welchen Grund Sie dafür haben, Menschen in Massen abzuschlachten, aufzufressen oder als Brutstätte zu verwenden. Das Klischee1, hässlich ist gleich böse, lebe hoch.

Welch diskriminierende Botschaft damit verbunden ist, ist den MacherInnen verborgen geblieben. Das wäre soweit allerdings noch gar nicht besonders bemerkenswert, wenn da nicht die unterbewussten Folgen wären. Ein solcher Film reproduziert mittelalterliche Klischees immer aufs Neue und vermittelt somit ein Sozialkonzept, das die Art und Weise unseres Zusammenlebens auf primitive Codes wie fressen und gefressen werden reduziert.

Somit wird durch einen derartigen Film und somit durch Science-Fiction2 paradoxer Weise keine anstrebenswerte Zukunftsvision im Umgang mit schwierigen Situationen entwickelt. Statt dessen wird unser kulturelles Zusammenleben auf die beschränkte kongnitive Welt der MacherInnen reduziert. Die beschränkte Phantasie und Vorstellungskarft der MacherInnen zeigt sich insbesonders in der Einfallslosigkeit bei der Gestaltung ausserirdischer Wesen3. Diese Form von Science-Fiction ist somit keine Darstellung einer Zukunftsvision, sondern die Darstellung dramatischer gesellschaftlicher und sozialer Rückschritte.

Wir haben für derartige Filme den Begriff „Action-PorNo4“ entwickelt: Auf Handlung wird gänzlich verzichtet, auf Sinn vollkommen aber gleichzeitig wird moralisiert, wo es nur geht, als Sittenbilder von Gut und Böse dargestellt und kommuniziert werden. Die Dramatik dabei ist, dass dies den MacherInnen weitestgehend unbewusst zu sein scheint, als sie sehr wahrscheinlich einfach nur einen Action und Science-Fiction Film machen wollen, doch leider auch noch eine „Handlung“ und „Charaktere“ dazu benötigen und somit gezwungen sind, diese beiläufig zu erfinden, dem keinen Wert beimessen, kein Know-How darin besitzen und somit weder noch erreichen.

Das Problem und die damit verbundene gesellschaftliche Herausforderung ist jedoch nicht, bessere Kinofilme zu drehen, sondern:

Wie schaffen wir es, auch jenen Menschen, die sich an Action-PorNo ergötzen, eine bestimmte alternative kulturelle Perspektive zu geben?


1 Jeder Film reproduziert im Grunde nur die kognitiven Muster, wie Sie in den Köpfen der MacherInnen vorhanden sind.

2 Science-Fiction hätte die fantastische Möglichkeit, innovative Gesellschaftskonzepte darzustellen.

3 Alien und Predator erinnern oder sind wahrscheinlich stark an Horx, etc. angelehnt. Diese Vorstellung der Verkörperung des Bösen wurde bereits vor Jahrzehnten von J.R.R. Tolkien mitunter für die Saga “Herr der Ringe” kreiert.

4 Der Begriff „PorNo“ geht auf die Zeitschrift EMMA zurück.


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