
...und wo sonst es sich genießen lässt.
eZine von Redaktion Freizeit
Freizeit, Reisen, Essen, Kino - Elizabeth – Das goldene Zeitalter (The Golden Age) – ein Film über die Liebe zur Freiheit als verzweifelte letzte Chance
Bildquelle: www.elizabeththegoldenage.net - Cate Blanchett als Queen Elizabeth im Film "Elizabeth - the golden age" sitzend am Thron
Sie war die Tochter eines Herrschers, der zuletzt derartig übergewichtig war, dass er sich nur noch tragend von A nach B bewegend konnte. Sie war die Tochter eines Herrschers, der seine eigene Frau enthaupten ließ. Sie war die Tochter eines Herrschers, der sie selbst in den Tower sperren ließ.
Ein Kind, das offensichtlich ohne elterliche Liebe und Zuneigung aufgewachsen ist und dennoch zu einer der in der Geschichte bemerkenswertesten Figuren geworden ist.
Insofern ist die Neuverfilmung der entscheidenden Jahre von Queen Elizabeth als Herrscher über England durchaus gerechtfertigt. Er zeigt, bemerkenswert dargestellt von Cate Blanchett, die Willenstärke, die ein Menschen entwickeln kann, der für sich selbst nicht mehr als nur ein bisschen ehrliche, bedingungslose und zärtliche Zuneigung, ja Liebe, wünscht.
Ihr war es nicht gegönnt und kannte es nicht, dennoch hatte sie ein Gefühl dafür, also bemühte Sie sich um so mehr diese Liebe dem Volk zu geben und kämpfte für die Möglichkeit der Menschen, diese Liebe zu erfahren.
Es ist jener Gedanke, der wohl heute noch das bemerkenswerte Selbstverständnis von Freiheit in der britischen Kultur definiert. Es ist eine einfache, kompromisslose und unumstößliche Freiheit, anders als jene Freiheit, von der die bis heute national-sozialistisch geprägten mitteleuropäischen Kulturen reden, als diese zumeist nur das eigene Selbstverständnis von Freiheit meint.
Elizabeth hat keine Freiheit und auch keine Liebe erleben können. Also bleibt ihr die Möglichkeit als Herrscherin dafür Sorge zu tragen, dass „Freiheit herrscht“ und um diese Freiheit1 zu bewahren muss Sie bedingungslos herrschen.
Der Film, im Kontext des historischen Hintergrunds betrachtet, zeigt eine Frau, die für ihren kulturellen Kontext auf das wesentliche reduziert, eitel, unsicher und vor allem einsam war. Ihr ist es mithilfe eines intelligenten und loyalen „Teams“ gelungen, bedürfnisorientiert zu führen – ohne umständliche demokratische Prozesse, ohne umständliche Kontrollen, eben mit dem tiefen Wunsch nach Liebe, Sicherheit und Geborgenheit, die Ihr selbst nur in wenigen kostbaren Momenten widerfahren.
Der Film ist gut, die historischen Tatsachen jedoch wesentlich bedeutender. Insofern lebt der Film von Queen Elizabeth.
Es ist nicht zu befürchten, dass aus Queen Elizabeth die zauberhafte und ausdruckstarke Cate Blanchett wird, so wie aus der zweifelhaften Kaiserin Elisabeth von Österreich die zauberhafte Romy Schneider wurde.
Den Unterschied macht, dass Queen Elizabeth die Geschichte und das Selbstverständnis von staatlichen Führungsstrukturen und –methoden radikal verändert hat, als sie Ihre Macht dem Prinzip der Freiheit und der Liebe unterworfen hat. Dies bleibt selbst im Kontext von (mehr oer weniger) demokratischen, staatlichen Entscheidungsprozessen2 eine wunderbare und bleibende Utopie.
1 Freiheit ist eine paradoxes Konzept, als diejenigen, die nach der vollkommenen Freiheit streben sich selbst die Freiheit genommen haben, unfrei zu sein.
2 Die wahrscheinlich beste aller schlechten Varianten.
am 27.01.2008 14:40




