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Weblog von Alfred Rhomberg
Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung: Bevacizumab – ein neuer Wirkstoff gegen Krebs und ein Beispiel für innovative Arzneimittelforschung
Bildquelle: Bild eines Antikörpers - Original work of the US Federal Government, Illustration by David S. Goodsell (Schwere Ketten: rot, leichtere Ketten: gelb)
Bevacizumab ist kein Name für eine aztekische Gottheit, sondern der wissenschaftliche Name unter dem ein interessantes neues Mittel gegen Krebs in der medizinischen Literatur bekannt ist und in weiteren Studien untersucht wird. Der Wirkstoff wurde von Roche entwickelt und ist unter dem Namen Avastin© bei den meisten Zulassungsbehörden (zunächst für die Behandlung von Dickdarmkrebs) zugelassen worden.
Anm.: Bei der Arzneimittelzulassungen wird nicht der Wirkstoff an sich, sondern seine Wirkung und Anwendung gegen eine bestimmte Erkrankung zugelassen.
Wie wirkt Bevacizumab?
Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, d.h. ein immunologisch aktives Protein, aus der Gruppe der Immunglobuline ( IgG1), das an den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) bindet, einen Wachstumsfaktor der Gefäßneubildung. Durch die Blockade dieses Faktors wird das Gefäßwachstum innerhalb solider Tumore gehemmt. Jeder Tumor braucht für sein Wachstum Blutgefäße, wird eine Neubildung dieser Gefäße verhindert, so wird auch das Wachstum des Tumors verhindert, der Tumor kann sogar deutlich kleiner werden, sodass eine vorher unmögliche Operation doch noch möglich wird. Der neue Wirkstoff ist also in Kombination mit Chemotherapie ein deutlicher Fortschritt, um auch metastasierende Tumore wesentlich erfolgreicher behandeln zu können. Gute Erfolge sind auch bei Brustkrebs nachgewiesen, ferner werden Studien zur Behandlung von Nierenkrebs und anderen Krebsformen (Bauchspeicheldrüse und Lungenkrebs) durchgeführt. Allerdings ist Avastin© derzeit noch extrem teuer.
Eine neue Indikation ist die Behandlung der im Alter häufigen Netzhauterkrankung AMD (feuchte Makuladegeneration). Für diese Behandlung besteht zwar noch keine Zulassung, sie wird jedoch bereits häufig angewendet, wenn der Patient seine Einwilligung gibt. Eine mit Bevacizumab verwandte Substanz, das Ranibizumab (Lucentis®), ist in einigen Ländern und mittlerweile auch in Deutschland für die Verwendung in der Augenheilkunde zugelassen. Das Eiweißmolekül ist etwas kleiner als das des Bevacizumab und soll dadurch besser in die Netzhaut eindringen.
Avastin hat 2007 den Galenus-von Pergamon-Preis erhalten, einen Wissenschaftspreis für pharmazeutische Forschung in Deutschland.
(Alfred Rhomberg)



