
Blogbild: stilisierte DNA-Helix (Computergrafik)
Weblog von Alfred Rhomberg
Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung: Herceptin – ein monoklonaler Antikörper gegen Brustkrebs.
Bildquelle: Bild eines Antikörpers - Original work of the US Federal Government, Illustration by David S. Goodsell (Schwere Ketten: rot, leichtere Ketten: gelb)
Was sind monoklonale Antikörper?
Monoklonale Antikörper sind spezialisierte und zielgerichtete Antikörper, die mit Hilfe biotechnologischer Verfahren synthetisch hergestellt werden. Ihre wichtigste Eigenschaft ist, natürliche Abwehrprozesse des Körpers gegen die Krankheit aktivieren zu können.
Antikörper sind Eiweißmoleküle, die vom Immunsystem als Antwort auf eine fremde Substanz (z. B. Fremdkörper, Krankheitserreger) hergestellt werden, bzw. Substanzen, die eine Immunreaktion hervorrufen können (Antigene) und normalerweise von bestimmten weißen Blutkörperchen, den B-Lymphozyten im Körper hergestellt werden.
Mit dem neuen Medikament Herceptin ist ein Antikörper verfügbar, der sich gezielt gegen den HER-2-Rezeptor richtet, allerdings tragen leider nur ein Viertel aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, diesen Rezeptor an der Tumoroberfläche – dies kann aber bei der Diagnose „Brustkrebs“ festgestellt werden. Bei diesen Frauen werden die natürlichen körpereigenen Abwehrkräfte zusätzlich aktiviert und es werden vermehrt „Killerzellen“ gebildet. Eine anfänglich befürchtete Nebenwirkung einer Herzschädigung konnte inzwischen durch weitere Studien entkräftet werden.
Das Medikament ist inzwischen EU-weit auch im Frühstadium von Brustkrebs vom Europäischen Expertenausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) empfohlen worden.
“Die Ergebnisse von vier groß angelegten Studien sprechen für sich: Die Anwendung von Herceptin im Frühstadium verringert das Rückfallrisiko und bietet Patientinnen, die an einer extrem aggressiven Form von Brustkrebs leiden, die besten langfristigen Überlebenschancen”, kommentierte Ed Holdener, Leiter von Global Pharma Development bei Roche.
Bei Frauen mit „positivem HER-2 Brustkrebs“ kann die Überlebensrate nach einer Chemotherapie um ca. 46 Prozent gesteigert werden.
(Alfred Rhomberg)



