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07.09.2008
Innovative Forschung führt z...
Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung (26 Beiträge online)
In loser Folge wird darüber berichtet, was auf dem Gebiet der Gentechnologie, der Stammzellenforschung und über innovative Pharmaforschung für ein kritisches Publikum „berichtenswert“ ist.
Blogbild: stilisierte DNA-Helix (Computergrafik)

eZine von Alfred Rhomberg

Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung - Innovative Forschung führt zu risikoärmeren Immuntherapeutika

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Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung - Innovative Forschung führt zu risikoärmeren Immuntherapeutika - Bild eines Antikörpers - Original work of the US Federal Government, Illustration by David S. Goodsell (Schwere Ketten: rot, leichtere Ketten: gelb)
Bildquelle: Bild eines Antikörpers - Original work of the US Federal Government, Illustration by David S. Goodsell (Schwere Ketten: rot, leichtere Ketten: gelb)

Immer mehr Menschen sind aus Gründen, die man noch nicht kennt, von chronischen Autoimmunerkrankungen betroffen, bei denen gesundes Gewebe durch das eigene Immunsystem zerstört wird. Nun kann ein Wirkstoff gegen autoaggressive Erkrankungen, der bisher aus menschlichem Serum gewonnen werden musste, zukünftig vermutlich im Labor hergestellt werden.

Eine hocheffiziente Therapie für eine Vielzahl von Autoimmunerkrankungen ist die intravenöse Gabe von hochdosierten Immunglobulinen (Immunglobuline sind Antikörper, IVIG = Intravenöse Imunglobulin Therapie). Diese Therapie benötigt das Serum von vielen Tausenden gesunder Blutspender, wobei es wegen der großen Nachfrage häufig zu Engpässen der Verfügbarkeit kommt.

Anm.: Bei der Gewinnung eines Medikamentes aus menschlichem Serum besteht immer eine (allerdings geringfügige) Gefahr von Verunreinigungen mit bisher nicht bekannten Erregern, die bei künstlich hergestellten Therapeutica nicht gegeben ist.

In einer unlängst in „Science“ veröffentlichten Studie konnten jetzt die Gruppen von Prof. Nimmerjahn und Prof. Ravetch zusammen mit Teams der Durham University und des Scripps Forschungszentrums in Kalifornien erstmalig die genaue molekulare Zusammensetzung – also den Bauplan der aktiven Komponente – identifizieren. Es gelang, im Reagenzglas ein aktives Therapeutikum herzustellen, das im Tierversuch genauso wirksam wie das klassisch hergestellte IVIG war, um Autoimmunerkrankungen zu unterdrücken. Wie bei allen derartigen Versuchen erfordert auch das neu gefundene Therapeuticum weiterführende Studien, insbesondere müssen effiziente Verfahren entwickelt werden, um große Mengen dieses Medikamentes zu gewinnen, die für einen klinischen Vorversuch erforderlich sind. Der Weg vom gelungenen Laborversuch bis zum zugelassenen Therapeuticum ist grundsätzlich weiter als es von der Allgemeinheit angenommen wird, der hier vorgestellte Ansatz sieht jedoch vielversprechend aus.

Es ist noch nicht abzusehen, bei welchen Autoimmunerkrankungen der neue Stoff überall eingesetzt werden kann, in erster Linie konzentrieren sich die Hoffnungen auf Multiple Sklerose aber auch andere durch Immundefizite verursachte Erkrankungen. Eine eindeutige Zuordnung spezifischer Wirkungsmechanismen zu bestimmten Autoimmunerkrankungen ist bis jetzt jedoch noch nicht möglich.

(Alfred Rhomberg, Mai 2008)


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Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung - INHALT

nach Popularität
(02.05.2008) Teil III – Neurotransmitter: Botenstoffe des Nervensystems
(24.06.2008) Drug Design – Arzneimittel am „Reißbrett“ konstruieren
(29.04.2008) Teil I - Zentrales und autonomes Nervensystem und Pharmaka die diese Nervensysteme beeinflussen - Beruhigungsmittel (Sedativa).
(26.04.2008) Stand der Alzheimer Forschung heute
(20.05.2008) HIV – die bisher schwierigste Herausforderung aller Biowissenschaften.
(02.04.2008) Ethische Betrachtungen zur Gentechnik- und Stammzellenforschung
(28.03.2008) Stammzellenforschung und therapeutische Ansätze
(25.03.2008) ACE Hemmer: ein Beispiel für innovative Pharmaforschung
(30.05.2008) Die Patentsituation biotechnologischer Erfindungen – und ein Nachtrag zu meinem Text v. 30.5.2008
(12.03.2008) Einführung zur Gentechnologie (I) - Kritische Überlegungen
(30.05.2008) Darmkrebs: Gute Chancen für die Entwicklung eines Bluttests - allgemeine Gedanken zur Entwicklung solcher Tests.
(12.04.2008) Ansätze zur Parkinson-Therapie mit Stammzellen und Gentechnologie
(30.04.2008) Teil II – Antidepressiva
(20.04.2008) DNA und Doppelhelix – der biochemische Code des Lebens
(14.03.2008) Was ist "innovative" Pharmaforschung? - Allgemeine Betrachtungen
(07.05.2008) Herceptin – ein monoklonaler Antikörper gegen Brustkrebs.
(06.05.2008) Bevacizumab – ein neuer Wirkstoff gegen Krebs und ein Beispiel für innovative Arzneimittelforschung
(24.05.2008) Innovative Forschung führt zu risikoärmeren Immuntherapeutika
(08.04.2008) Trail - ein körpereigenes Eiweiß, das Krebszellen in den Selbstmord treibt
(13.04.2008) War die Erfindung von Aspirin “innovativ“ ? – Braucht man wirklich immer neue Arzneimittel? - Der Versuch einer Abgrenzung.
(11.04.2008) In Deutschland wurde das Stammzellengesetz gelockert
(29.04.2008) „Alzheimer“ – mit PET frühzeitig erkennen (copyright des Beitrags: MedAustria)
(16.04.2008) „Ötzis“ Zwischenruf zur Ethikdebatte
(12.03.2008) Einleitung zu einer schwierigen Thematik
(09.08.2008) HIV – antiretrovirale Kombinationstherapien
(08.08.2008) HIV – ein neuer Forschungsansatz
nach historischer Entwicklung
(09.08.2008) HIV – antiretrovirale Kombinationstherapien
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