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06.07.2008
Stand der Alzheimer Forschun...
Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung (24 Beiträge online)
In loser Folge wird darüber berichtet, was auf dem Gebiet der Gentechnologie, der Stammzellenforschung und über innovative Pharmaforschung für ein kritisches Publikum „berichtenswert“ ist.
Blogbild: stilisierte DNA-Helix (Computergrafik)

Weblog von Alfred Rhomberg

Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung: Stand der Alzheimer Forschung heute

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Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung - Stand der Alzheimer Forschung heute - MRI-Bild, links: Gehirn mit Alzh. rechts: normales Altersgehirn - NASA copyright policy (not protected)
Bildquelle: MRI-Bild, links: Gehirn mit Alzh. rechts: normales Altersgehirn - NASA copyright policy (not protected)

(Dieser Beitrag wurde nach intensivem und kritischem Studium der heute fast überquellenden Literatur unter eigenen Gesichtspunkten verfasst, er will und kann ein Forschungsgebiet, das derart im „Fluss“ ist, nicht allumfassend beschreiben, sondern muss sich auf halbwegs gesicherte Fakten beschränken).

Der deutsche Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer publizierte seine wichtigsten Arbeiten über die nach ihm benannte Krankheit und an der er seit ca. 1901 forschte, in den Jahren 1908 – 1910. Seither beschäftigt diese Erkrankung Wissenschaftler unterschiedlicher Ausrichtung, weil durch die Überalterung unserer Gesellschaft der Morbus Alzheimer zu einem zentralen Thema nicht nur der Medizin, sondern auch der Gesundheits- und Gesellschaftspolitik geworden ist. Nachstehend sollen die wichtigsten Fragen zu diesem Thema nach dem heutigen Stand beantwortet werden.

Was ist Morbus Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die in ihrer häufigsten Form bei Personen über dem 65. Lebensjahr auftritt. Charakteristisch ist eine zunehmende Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit, die in der Regel mit einer Abnahme der täglichen Aktivitäten, mit Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologischen Symptomen einhergeht. Bereits viele Jahre bevor die ersten klinischen Symptome sichtbar werden, bilden sich im Gehirn der Betroffenen Plaques aus fehlerhaft gefalteten Eiweißen, welche den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen unterbinden. Zunehmend verkleinert sich im Verlauf der Erkrankung die Hirnmasse der betroffenen Teile des Gehirns, was heute durch bildgebende Verfahren deutlich darstellbar ist (z.B. MRI, Magnetic Resonance Imaging = Kernspinreonanz Tomographie bzw. Magnet Resonanz Tomographie, MRT).

Anm.: beim linken Teil des Blogbildes ist die Schrumpfung der Hirnmasse eines Alzheimer-Patienten gegenüber dem Normalhirn eines gleichaltrigen Menschen (rechts) im MRI deutlich erkennbar

Gibt es einen Unterschied zwischen Demenz und Morbus Alzheimer?

Ja – insofern als „Demenz“ der Oberbegriff aller degenerativen Erkrankungen des Gehirns bedeutet. Alzheimer ist eine Demenzerkrankung, die neben der vaskulär verursachten Demenz, mit ca. 60-70 Prozent den größten Anteil an Demenzerkrankungen ausmacht. Vaskulär bedeutet: „die Blutgefäße betreffend“. Eine Mangeldurchblutung des Gehirns durch Arteriosklerose führt ebenfalls zu einer Demenz, die sich in bestimmten Punkten jedoch deutlich von der Alzheimer-Erkrankung unterscheidet und auch anders behandelt werden muss.

Ist Alzheimer ansteckend?

Einige diesbezügliche Publikationen (auch in den Medien) verunsichern immer wieder Menschen, die mit Alzheimerpatienten Kontakt haben. Nach heutigen Wissen ist die Krankheit definitiv nicht vom Menschen auf andere Menschen übertragbar. Nachweisbar ist die Übertragung vom Liquor (Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit) von Alzheimer-Patienten auf Mäuse. Bei Mäusen bricht die Erkrankung nach relativ neuen Untersuchungen dann aus, wenn man ihnen Liquor von Alzheimer-Patienten einspritzt. Dies, sowie Hinweise, dass innerhalb eines Individuums durch Alzheimer veränderte „Eiweißpartikel“ zu weiteren „Ansteckungen“ innerhalb des erkrankten Gehirns führen, haben diese Ängste geschürt. Vielleicht gibt es ähnliche Zusammenhänge wie bei der BSE-Krankheit, bei der man sich durch den Verzehr von verseuchtem Rindfleisch zwar anstecken kann, eine Ansteckung jedoch nach Ausbruch der Krankheit von Mensch zu Mensch nicht nachweisbar ist.

Die Ursachen von Alzheimer

Die Ursachen der Krankheit sind bis heute, trotz intensiver Forschung, weitgehend unbekannt. Vielfach wird von Fachleuten (Neurologen und Psychiatern) die Ansicht vertreten, dass die Erkrankung ein natürlicher Altersprozess ist 1) und nur deswegen so zunimmt, weil unsere Lebenserwartungen höher geworden sind. Das ist für mich als pharmazeutisch ausgerichteter Naturwissenschaftler jedoch nur eine halbe Wahrheit. Nachdem die Alzheimererkrankung bereits in jungen Jahren (gemeint ist ab 40) gelegentlich nachweisbar ist, sich allerdings dann erst über viele Jahrzehnte äußerlich bemerkbar macht, ist die Frage erlaubt: warum ist die Erkrankung bei einigen über Vierzigjährigen nachweisbar und bei anderen nicht (oder erst später) ? Eine Ursache dafür ist sicherlich eine genetische Disposition, die wie bei allen solchen genetischen Veranlagungen, nicht unbedingt zur Erkrankung führen muss. Zumindest handelt es sich wahrscheinlich um eine Disposition, die ähnlich wie bei anderen Erbkrankheiten, vom Lebenswandel bzw. den Lebensgewohnheiten abhängig ist (z.B. Altersdiabetes). Es ist statistisch nachgewiesen, dass Raucher ein erhöhtes Risiko einer Alzheimererkrankung haben, ebenso wie Menschen mit zu hohen Blutfettwerten (Cholesterin, Trigyceride). Vielleicht gibt es jedoch auch ganz andere Ursachen, die man heute noch nicht kennt, die jedoch durch die genannten Risikofaktoren verstärkt werden.

Lässt sich Alzheimer in frühen Jahren, also vor „Ausbruch“ der Krankheit nachweisen?

In den letzten Jahren entwickelte Untersuchungen des Liquors machen das tatsächlich möglich, es scheint aber inzwischen auch ein erfolgversprechender Bluttest entwickelt worden zu sein 2) Man sollte jetzt nicht – wie bei allen heute diagnostisch feststellbaren Erkrankungen, sofort Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Vorsorgemedizin fordern, allenfalls wären solche Untersuchungen bei einer deutlich signifikanten Erkrankungszahl bei Eltern, Großeltern und Verwandten gerechtfertigt. Leider trifft der unter meinen früheren Kollegen oft zitierte Satz zu: je besser die Medizin und ihre diagnostischen Möglichkeiten werden, desto „kranker“ wird man. Da es auch in Zukunft weiterhin immer neue Möglichkeiten geben wird, Erkrankungen bereits im Frühstadium zu erkennen, müssen wir uns gegen eine dadurch verursachte, mögliche Hypochondrie (im Sinne von Hysterie) schützen. Hier sind in erster Linie gute Ärzte mit Augenmaß gefragt!

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Alzheimer-Krankheit derzeit?

1. Es gibt viele Beweise, dass die kognitiven Fähigkeiten durch Gehirntraining (oft als „Gehirnjogging“ bezeichnet) nach Ausbruch der Krankheit verbessert werden. Das ist eine sehr alte Erkenntnis, die bereits der Neurologe Alois Alzheimer beobachtete. Seine Vorstellungen für ein Gedächtnistraining sind nach wie vor Grundlage jeder begleitenden Behandlung. Neuerdings gibt es inzwischen sogar Computerprogramme, die das Gedächtnistraining und die Förderung kognitiver Fähigkeiten verbessern können – solange ein Patient noch zur Bedienung eines Computers fähig ist. Für die Bedeutung des Gehirntrainings sprechen viele Fakten. Erstens ist auch das alternde Gehirn in der Lage, zu lernen und neue Synapsen (Schaltstellen zur Informationsübertragung) aufzubauen, der Abbauprozess bei Alzheimer kann sich bekanntlich sehr lange hinstrecken. Zweitens scheint es erwiesen zu sein, dass Menschen, die sich immer einem gewissen Gehirntraining unterworfen haben, wie Schauspieler oder Wissenschaftler, meist später an Alzheimer erkranken als Menschen ohne dieses Training. Hinzu kommt, dass eines der ersten Anzeichen der Erkranken das Nachlassen kognitiver Fähigkeiten ist (nicht das Vergessen von Einzelheiten). Der Alzheimer Patient kann die Gesichtszüge von Menschen immer weniger auseinander halten, ganz besonders ist er nicht in der Lage die Uhrzeit mittels einer normalen Uhr zu bestimmen, weil es offenbar besonderer Fähigkeiten bedarf, Winkel (Zeigerstellungen) richtig einzuschätzen. Der Grad der Erkrankung kann deshalb mit dem Uhrentest durch Zeichnen bestimmter Zeigerstellungen für eine bestimmte Uhrzeit sehr einfach abgeschätzt werden. Für die Gesichtserkennung und die zuletzt genannte Winkelerkennung sind offenbar sehr viele Zentren des Gehirns erforderlich, deren Verknüpfung eben als erstes leidet. Das Vergessen von Erinnerungen ist kein so typisches Anzeichen für Alzheimerpatienten, wie das vielfach angenommen wird. Das augenblickliche Vergessen von Namen oder Einzelheiten ist ein natürlicher Alterungsprozess, der bei jedem Menschen (mehr oder weniger ausgeprägt) im Alter auftritt, dem man aber ebenfalls durch Gehirntraining entgegenwirken kann.

2. Chemische Therapie: es gibt einige chemische Arzneimittel, die sich bei der Erkrankung positiv – im Sinne einer Herauszögerung der Erkrankung bewährt haben. Dazu gehören in erster Linie folgende chemische Verbindungsklassen:

a) Acetylcholinesterase-Hemmer. Acetylcholin ist ein wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter) für die Informationsübertragung in den Synapsen zwischen bestimmten Nerven untereinander sowie zwischen Nerven und Muskeln Im Verlauf der Alzheimererkrankung kommt es zu einem Mangel an Acetylcholin, daher helfen hohe Dosierung von Acetylcholinesterase-Hemmern im Frühstadium der Erkrankung, weil sie den Signalaustausch zwischen den Nervenzellen verbessern.

b) Galantamin (z.B. Reminyl). Galantamin ist ein Pflanzenalkaloid, welches aus dem Kaukasischen Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) sowie einigen Narzissenarten (z.B. der Osterglocke) isoliert wurde. Der Wirkstoff wird heute synthetisch hergestellt und vorwiegend zur Behandlung von Demenzen, insbesondere Alzheimer verwendet. Galantamin führt durch einen zweifachen Wirkmechanismus (Modulation von Nikotinrezeptoren und Hemmung der Acetylcholinesterase) zu einer Erhöhung der Acetylcholin-Konzentration im synaptischen Spalt. Entwickelt wurde das Medikament Reminyl von der Firma Janssen, die Entwicklung des Wirkstoffes gelang der österreichischen Firma Sanochemia Pharmazeutika.

c) US-Forscher haben ein spezielles künstliches Östrogen entwickelt, das den Gehirnverfall stoppen soll und eines Tages unter Umständen zur unterstützenden Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden könnte.

d) Im Tierversuch wurden mit Lecozotan Verbesserungen der Alzheimer Symptome gefunden, weiters hat das US- Unternehmen gute Erfolge an Alzheimer-Patienten mit einem altbekannten Anthistaminikum (Dimebolin) gefunden, mit dem sich der Zustand von Alheimer Patienten bisher über 12 Monate nicht verschlechterete.

Anm.: Gingko-Präparate, die immer wieder verschrieben werden, sind kaum wirksam genug, um einen nachweisbaren Effekt bei Alzheimer-Patienten zu haben.

3. Impfung gegen Alzheimer

Am AKH Wien wurde im September 2007 die erste Studie für eine Impfung an Patienten gestartet. 2008 soll mit eine zweiten Studie an 24 Probanden mit beginnender bzw. moderater Alzheimererkrankung begonnen werden. Es handelt sich dabei um einen Impfstoff, der vom Wietner Biotechnologie Unternehmen Affiris entwickelt wurde und der bei Mäusen die Krankheit sogar aufhalten konnte. Der Impfstoff führt dazu, dass die für Alzheimer typischen krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn aufgelöst werden, wie der klinischer Leiter der Firma Affiris Univ.-Prof. Dr. Achim Schneeberger erklärte.

Man darf auf den Ausgang dieser Studie gespannt sein. Schon das Aufhalten der Erkrankung wäre ein großer Fortschritt, wenn es gar gelänge, auch beim Menschen eine Rückbildung der Eiweißablagerungen des sogenannten Amyloid-beta, das für die Erkrankung verantwortlich ist, zu erreichen, wäre das ein absoluter Durchbruch.

Anm.: Alle der neuentwickelten Wirkstoffe (mit Ausnahme der Acetylcolinesterasehemmer und dem bereits zugelassenen Medikament Reminyl) müssen in weiteren Studien untersucht werden. Es ist ein langer und kostspieliger Weg, bis ein Medikament die Zulassung zum Verkauf als Arzneimittel bekommt.

4. Zellforschung, Stammzellenbehandlung und gentechnologische Behandlungsansätze

Monoklonale Antikörper: Schon bald wird eine Wirksamkeitsprüfung (Phase III der klinischen Studien am Menschen) des monoklonalen Antikörpers Bapineuzumab beginnen, der schädigende Amyloid-Plaques im Gehirn beseitigen können soll.

Anm.: Monoklonale Antikörper sind Antikörper, d.h. immunologische Proteine (Eiweiße) die von einer auf einer einzigen B-Lymphozyten zurückgehenden Zelllinie (Zellklon) produziert werden und deren Wirkung auf einen kleinen Molekülabschnitt eines Antigens gerichtet ist, gegen den das Immunsystem Antikörper bildet.

Auch in der Stammzellenforschung und bei gentechnischen Experimenten gibt es erfolgsversprechende Ansätze. Behandlungen mit Stammzellen werden dabei früher zu Erfolgen gelangen als gentechnische Experimente, bei beiden ist jedoch der Weg vom Tierversuch bis zu ersten Studien am Menschen sehr weit. Das liegt u.a. daran, dass man hier auch nach Anfangserfolgen bei der Weiterentwicklung auf absolutes Neuland stößt, das es bei der Entwicklung von chemischen Arzneimitteln, angefangen vom Tierversuch, über erste Versuche an Menschen und den folgenden klinischen Studien, aufgrund der langen Erfahrungen der Arzneimittelentwicklung so nicht mehr gibt. Leider ist im Falle der chemischen Arzneimittel ein wirklicher Durchbruch bisher noch nicht gelungen und ob er gelingen wird ist völlig offen. Die Hoffnungen konzentrieren sich daher derzeit stark auf Ergebnisse der Stammzellenforschung, selbst wenn der Weg zum Erfolg noch sehr lang ist.

Anm.: Gentechnische Ansätze: Ort und Art der Veränderung im Genom sind bei der Alzheimererkrankung heute genau bekannt

(Alfred Rhomberg)


(Zitate)

1) “Alzheimer ist eine Erkrankung des Alters”, sagte Prof. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München auf einer Berliner Tagung. Er hatte 1992 zeigen können, dass die unlöslichen Eiweißbruchstücke, die sich im Gehirn von Alzheimer Patienten ablagern, das so genannte, sich ein Leben lang im Gehirn bilden und zum normalen Alterungsprozess gehören. Der Forscher ist davon überzeugt, dass alle Menschen, so sie nur lange genug leben, an dieser schweren Hirnleistungsstörung erkranken.

Amyloid-beta entsteht, wenn das so genannte Amyloid-Vorläuferprotein (APP) in Bruchstücke zerhackt wird. An diesem Prozess sind zwei verschiedene Proteine beteiligt, die so genannte beta-Protease und die gamma-Protease. “Die Hemmung der Aktivität dieser beiden Enzyme sollte den Untergang von Nervenzellen verlangsamen”, sagte Prof. Haass in Berlin. Sie könnten deshalb mögliche Angriffspunkte für Medikamente sein.

2) Zur Frühdiagnose der Alzheimer-Krankheit entwickelten Leipziger Forscher in Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Pharmaunternehmen einen Bluttest, der Aufschluss darüber gibt, ob ein Patient an der tückischen Krankheit leidet. Prof. Thomas Arendt, Leiter des Forschungsprojektes am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig, nennt die Vorteile des neuen Verfahrens: Es weist eine Treffsicherheit von 80% auf und ist relativ einfach durchzuführen. Eine möglichst frühe Diagnose erlaubt einen ebenfalls frühen Einsatz der Therapiemöglichkeiten, die um so vielversprechender sind, je früher sie begonnen werden, auch wenn es heute insgesamt nur wenige Behandlungsmöglichkeiten bei Alzheimer gibt, die zudem meist auf die Symptome ausgerichtet sind, erklärt Arendt. (Januar 2008)

Neben dem Test zur Früherkennung interessieren sich die Leipziger Forscher auch für die Wirksamkeit einer Gen-Terapie als Behandlungsmöglichkeit bei Alzheimer. In Kooperation mit Wissenschaftlern in Alaska, Großbritannien und den Niederlanden ist eine neue Studie geplant, mit der untersucht werden soll, was in einem von Alzheimer befallenen Gehirn vor sich geht. Hierzu werden unter anderem die Gehirne von Goldhamstern im Winterschlaf untersucht, denn bei ihnen kommt es zu Alzheimer-ähnlichen Erscheinungen, so Arendt. Auch Tiere verlernen während des Winterschlaf einiges, doch im Unterschied zu Alzheimer-Patienten erlernen sie es erneut.

Arendt und seine Mitarbeiter vermuten, dass Störungen im Zellteilungsmechanismus die Krankheit verursachen. Sie glauben, dass die Nervenzellen eines Alzheimer-Patienten versuchen, sich zu teilen und absterben und das, obwohl es bei diesen hochentwickelten Nervenzellen eigentlich gar keine Zellteilung gibt. Mit Hilfe eines Gens soll die Zellteilung im Gehirn gestoppt werden, so dass – bei einem Gelingen dieser Maßnahme – das Fortschreiten der Krankheit erheblich hinausgezögert werden könnte. In Tierversuchen erzielte diese Behandlung schon positive Erfolge, allerdings könnte es noch gut 20-30 Jahre dauern, bis diese oder eine ähnliche Therapie beim Menschen angewendet werden könne, so Arendt.


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Gentechnologie, Stammzellenforschung & innovative Ansätze der Pharmaforschung - INHALT

nach Popularität
(02.05.2008) Teil III – Neurotransmitter: Botenstoffe des Nervensystems
(24.06.2008) Drug Design – Arzneimittel am „Reißbrett“ konstruieren
(29.04.2008) Teil I - Zentrales und autonomes Nervensystem und Pharmaka die diese Nervensysteme beeinflussen - Beruhigungsmittel (Sedativa).
(26.04.2008) Stand der Alzheimer Forschung heute
(20.05.2008) HIV – die bisher schwierigste Herausforderung aller Biowissenschaften.
(02.04.2008) Ethische Betrachtungen zur Gentechnik- und Stammzellenforschung
(28.03.2008) Stammzellenforschung und therapeutische Ansätze
(25.03.2008) ACE Hemmer: ein Beispiel für innovative Pharmaforschung
(12.03.2008) Einführung zur Gentechnologie (I) - Kritische Überlegungen
(30.05.2008) Die Patentsituation biotechnologischer Erfindungen – und ein Nachtrag zu meinem Text v. 30.5.2008
(30.05.2008) Darmkrebs: Gute Chancen für die Entwicklung eines Bluttests - allgemeine Gedanken zur Entwicklung solcher Tests.
(14.03.2008) Was ist "innovative" Pharmaforschung? - Allgemeine Betrachtungen
(20.04.2008) DNA und Doppelhelix – der biochemische Code des Lebens
(12.04.2008) Ansätze zur Parkinson-Therapie mit Stammzellen und Gentechnologie
(24.05.2008) Innovative Forschung führt zu risikoärmeren Immuntherapeutika
(08.04.2008) Trail - ein körpereigenes Eiweiß, das Krebszellen in den Selbstmord treibt
(13.04.2008) War die Erfindung von Aspirin “innovativ“ ? – Braucht man wirklich immer neue Arzneimittel? - Der Versuch einer Abgrenzung.
(11.04.2008) In Deutschland wurde das Stammzellengesetz gelockert
(30.04.2008) Teil II – Antidepressiva
(07.05.2008) Herceptin – ein monoklonaler Antikörper gegen Brustkrebs.
(06.05.2008) Bevacizumab – ein neuer Wirkstoff gegen Krebs und ein Beispiel für innovative Arzneimittelforschung
(29.04.2008) „Alzheimer“ – mit PET frühzeitig erkennen (copyright des Beitrags: MedAustria)
(12.03.2008) Einleitung zu einer schwierigen Thematik
(16.04.2008) „Ötzis“ Zwischenruf zur Ethikdebatte
nach historischer Entwicklung
(24.06.2008) Drug Design – Arzneimittel am „Reißbrett“ konstruieren
(30.05.2008) Die Patentsituation biotechnologischer Erfindungen – und ein Nachtrag zu meinem Text v. 30.5.2008
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