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08.10.2008
Die umgestülpte Welt
iamx (13 Beiträge online)
Meine Gedankengespinste eröffnen mir täglich wunderbare Fantasiewelten, die mir helfen den Alltag zu bewältigen... Hier ist eine Plattform, wo der Leser in meine Verwirrung eintauchen kann.

eZine von Liesa Roithner

iamx - Die umgestülpte Welt

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iamx - Die umgestülpte Welt - Lukas- Die Seele
Bildquelle: Lukas- Die Seele

Die Dämmerung öffnet die Pforten für das gewaltige Dunkel. Der rote Teppich wird von wallenden Windstößen aufgerollt. Die Abendröte scheint mit abnehmender Energie sanft auf das Kornfeld, von den stürmischen Vorreitern der Kälte hin und her gerissen.
Der Untergang naht. Jede Sekunde bereitet die Erde auf die Ankunft der Schatten vor. Kein Fest wird für sie gefeiert, nichts und niemand würdigt die Boten der Nacht.
Die große Dunkelheit betritt das Land, sie streckt sich und entflammt mit einem einzigen verwegenen Blick den Mond. Denn ihn kann sie nicht löschen, die einzige blasse Hoffnung der Menschen während der Stunden der Nacht.
Stampfend drückt die Nacht die letzten Strahlen der Sonne in den Boden und steigt auf ihren Thron, umhüllt von der schützenden Nichtfarbe, empor. Das magische Schloss, von keinem Auge dieser Welt erkennbar, schwebt über all unseren Köpfen, beobachtet stets die wirren Kreaturen die im schützenden Dunkel der Nacht ihren Unfug treiben.
Die Gier, die Welt, das Land, die Stadt zu besitzen. Nur für eine Minute sie für sich selbst zu beanspruche treibt manche Menschen aus ihren Bau heraus. Die spazieren und suchen. Suchen nach der Enttäuschung, der sie am Tag entrinnen. Die Luft ist klar. Die Augen jedoch blind. Die restlichen Sinne erwachen aus dem Schlaf des Tages und aus dem Schatten der mächtigen Sehkraft.
Die alles umfassende Nacht umstülpt die Welt mit ihrem dünnen knochigen Körper. Umarmt alle Lebewesen mit Zuneigung und ohne Furcht. Sie will helfen die Blendung des Tages zu vergessen, die Gefühle in der Sicherheit des Dunkels bewusst werden zu lassen.
Die kleinen Punkte unten verringern sich.
Eine winzige Seele schreitet vor sich hin und unter einem Baum, weit weg von dem letzten Laternen der Zivilisation, sucht sie Zuflucht. Die Nacht erblickt sie mit großem Interesse und zieht ihre Schatten über den Mond. Die vollkommene Finsternis breitet sich schnell über den Körper der Seele aus und lässt durch ihre Kälte die Erfrierung des Menschen nicht erlösen. Die Seele neigt den Kopf zur Schulter, sinkt langsam zu Boden, doch niemand ist da, um sie zu stützen. In die Luft starrend bahnen sich ihre Blicke in die Dunkelheit. Die blauen Augen weit geöffnet, durchsuchen das Nichts oberhalb ihres Geistes. Nichts, Finsternis. Die Nacht sieht sie liegend im Nichts, eingehüllt von der Dunkelheit, verschmilzt die einsame Seele mit ihr. Die Seele fühlt die Nacht, sie fühlt die ersehnte Sicherheit. Abgeschottet von der Welt, von jeder Oberflächlichkeit wird sie eins mit dem dunklen Raum, umarmt von der Zuneigung der geheimnisvollen schwarzen Macht. Klarheit.

„Ist die Luft der Nacht so befreiend, weil mich die Menschen nicht am atmen hindern?“


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