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    <title>iamx</title>
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    <description>Meine Gedankengespinste er&#246;ffnen mir t&#228;glich wunderbare Fantasiewelten, die mir helfen den Alltag zu bew&#228;ltigen... Hier ist eine Plattform, wo der Leser in meine Verwirrung eintauchen kann.</description>
    <language>en-US</language>
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      <title> Die Ikone und das Schneegl&#246;ckchen </title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/-die-ikone-und-das-schneegloeckchen-</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
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        <![CDATA[<p>Benebelt von der Müdigkeit schreitet sie mit wankendem Gang auf dem gräsernen Teppich, der ihre Fußsohlen sanft kitzelt, entlang. Die Augen mit roten Äderchen durchtränkt und von ihren geschwollenen Lidern beengt, erfüllen nur mehr gering ihre Aufgabe. Mit den Händen weit vor dem Körper gestreckt fühlt sie die erfrischende Morgenluft, die noch mir durch ihre feuchten Nebentöpfchen ihre Handflächen benetzt. Tief einatmend schließt sie die ohnehin schon überflüssig gewordenen Augen und folgt blind dem unsichtbaren Pfad ihrer Gefühle, der sie wie ein trunkener Clown durch den dicht bewachsenen Dornenwald leitet. 
Ihre unstetigen Schritte bringen sie einmal langsam einmal schneller voran, sodass der Kopf im Rhythmus dazu passiv von der einen Schulter zur anderen taumelt. 
Schlaftrunken reißt sie mit ihren nackten Zehen Schneeglöckchen aus der Erde, die den hoffnungsvollen Frühling eingeläutet hatten. Ein schnelles Ende für die zarten Blüten die unter ihren Füßen die ewige Ruhe gefunden haben. 
Als die junge Frau ihre Augen leicht öffnete, erblickte sie die Bahngleise, die sich in ihrer Stabilität und Härte vor ihr auftürmten. Auf die Knie fallend zerreißt sie ihr seidenes Nachthemd und ihr anmutig geöffneter Mund lassen sie wie eine Ikone in den ersten Sonnenstrahlen des Morgens erscheinen. Die Ikone mit den im Wind wallenden Locken, die ein dünner Wasserfilm umgibt, senkt ihren Körper langsam und genussvoll auf die Gleise. Die Kälte der einen Schiene strömt durch ihr Genick in den Kopf. Schlagartig geht die Schwellung ihrer Augen zurück und die tiefschwarzen Pupillen erweitern sich fast bis ans Ende der Iris. Das zweite Gleis liegt direkt unter ihrer Kniekehle, das die feinen Adern der Muskulatur entspannen lässt. 
Da liegt sie nun in den Himmel mit weit geöffneten Augen starrend. Kälte durchdringt jedes Blutgefäß ihres Leibes, die Überreste der Schneeglöckchen in den Zehen, die Kleidung zerrissen und das Weiß verunreinigt durch Blütenstaub und Grasflecken&#8230;</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Wed, 27 Aug 2008 20:56:55 +0200</pubDate>
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      <title>Die umgest&#252;lpte Welt</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/die-umgestuelpte-welt</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
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        <![CDATA[<p>Die Dämmerung öffnet die Pforten für das gewaltige Dunkel. Der rote Teppich wird von wallenden Windstößen aufgerollt. Die Abendröte scheint mit abnehmender Energie sanft auf das Kornfeld, von den stürmischen Vorreitern der Kälte hin und her gerissen.<br/>
Der Untergang naht. Jede Sekunde bereitet die Erde auf die Ankunft der Schatten vor. Kein Fest wird für sie gefeiert, nichts und niemand würdigt die Boten der Nacht.<br/>
Die große Dunkelheit betritt das Land, sie streckt sich und entflammt mit einem einzigen verwegenen Blick den Mond. Denn ihn kann sie nicht löschen, die einzige blasse Hoffnung der Menschen während der Stunden der Nacht. <br/>
Stampfend drückt die Nacht die letzten Strahlen der Sonne in den Boden und steigt auf ihren Thron, umhüllt von der schützenden Nichtfarbe, empor. Das magische Schloss, von keinem Auge dieser Welt erkennbar, schwebt über all unseren Köpfen, beobachtet stets die wirren Kreaturen die im schützenden Dunkel der Nacht ihren Unfug treiben. <br/>
Die Gier, die Welt, das Land, die Stadt zu besitzen.  Nur für eine Minute sie für sich selbst zu beanspruche treibt manche Menschen aus ihren Bau heraus. Die spazieren und suchen. Suchen nach der Enttäuschung, der sie am Tag entrinnen. Die Luft ist klar. Die Augen jedoch blind. Die restlichen Sinne erwachen aus dem Schlaf des Tages und aus dem Schatten der mächtigen Sehkraft. <br/>
Die alles umfassende Nacht umstülpt die Welt mit ihrem dünnen knochigen Körper. Umarmt alle Lebewesen mit Zuneigung und ohne Furcht. Sie will helfen die Blendung des Tages zu vergessen, die Gefühle in der Sicherheit des Dunkels bewusst werden zu lassen. <br/>
Die kleinen Punkte unten verringern sich. <br/>
Eine winzige Seele schreitet vor sich hin und unter einem Baum, weit weg von dem letzten Laternen der Zivilisation, sucht sie Zuflucht. Die Nacht erblickt sie mit großem Interesse und zieht ihre Schatten über den Mond. Die vollkommene Finsternis breitet sich schnell über den Körper der Seele aus und lässt durch ihre Kälte die Erfrierung des Menschen nicht erlösen. Die Seele neigt den Kopf zur Schulter, sinkt langsam zu Boden, doch niemand ist da, um sie zu stützen. In die Luft starrend bahnen sich ihre Blicke in die Dunkelheit. Die blauen Augen weit geöffnet, durchsuchen das Nichts oberhalb ihres Geistes. Nichts, Finsternis. Die Nacht sieht sie liegend im Nichts, eingehüllt von der Dunkelheit, verschmilzt die einsame Seele mit ihr. Die Seele fühlt die Nacht, sie fühlt die ersehnte Sicherheit. Abgeschottet von der Welt, von jeder Oberflächlichkeit wird sie eins mit dem dunklen Raum, umarmt von der Zuneigung der geheimnisvollen schwarzen Macht.
Klarheit.</p>


	<p><em>„Ist die Luft der Nacht so befreiend, weil mich die Menschen nicht am atmen hindern?“</em></p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Mon, 14 Jul 2008 21:02:33 +0200</pubDate>
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    <item>
      <title>sieben</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/sieben</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
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        <![CDATA[<p>7: Die Einsamkeit würgt Worte aus dem Rachen voller Bier. 
Die Einsamkeit zwingt mich ihn zu berühren.
Die Einsamkeit hasst mich. Sie führt mich zur Liebe.</p>


	<p>König: Heilige Zahl, rede weiter!</p>


	<p>7: Reden ist die treibende Kraft des Versagens.</p>


	<p>König: Dann denke und schweige deinem Tod entgegen.</p>


	<p>7: Denken führt mich zur Verleugnung.</p>


	<p>König: Du willst weder denken noch reden, weder versagen noch verleugnen.</p>


	<p>7: Ich will eins sein.</p>


	<p>König: Du darfst nicht wollen. Ich verbiete es!</p>


	<p>7: Du bist das Gegenteil von mir!</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Thu, 10 Jul 2008 00:29:59 +0200</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Sonne</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/die-sonne</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Der gelbe Fleck dort oben fühlt,
weit entfernt von allem.</p>


	<p>Der strahlende Stern pulsiert,
für alle Lebewesen dieser Erde. 
Das Lebenselexier verzaubert sie.</p>


	<p>Ihr Gesicht leuchtet,
von Locken umrankt.
Sie hat es.</p>


	<p>Der trübe Mond weint 
durch ihre leeren Augenhöhlen.</p>


	<p>what have i become?</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Thu, 03 Jul 2008 23:02:41 +0200</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>28 Tage</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/28-tage</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Eine Geschichte auf der Suche nach Freiheit und Respekt.</p>


	<p>Dunkelheit. Nichts als Dunkelheit. Im Takt ihres Ganges schaukelt die Tasche, in der ich mich befinde, hin und her. Es ist wirklich unbequem, eingekeilt zwischen dem dicken Roman eines Romantikers und eine Sprachgeschichte zu liegen. Das Skriptum für Frühneuhochdeutsch ragt über allen hervor. Jedoch wird es durch die hektischen und schnellen Impulse unseres Trägers ziemlich gebogen und zerknittert. 
Die Tasche wird nicht mehr von den Bewegungen ihres Beins berührt. Alles steht still. Was passiert jetzt? Ach, ich kann nichts sehen, ich stecke mit dem Buchrücken nach oben in diesem Klappsarg. Ein Ruck. Hat sie die Tasche geöffnet? Behutsam spüre ich ihre mit Handschuhen umhüllten Finger, wie sie sich am mich schmiegen. Vielleicht werde ich nun auf den Tisch gelegt und wieder in einer Vorlesung  besprochen wie gestern. Das Licht ist so grell und tut meinem Einband nicht gut. Was? Was machst du da? Nein, bitte gib mich nicht weg! Bitte! Plötzlich spüre ich fremde Hände auf meinem Buchrücken. Sie sind kalt und ohne Mitleid. Ich kann mich gut erinnern, wem diese Hände gehören! Ich erblicke die Bibliothekarin am Rückgabeschalter. Diese Frau, die all unsere Träume auf Freiheit zerstört, nimmt mich hektisch entgegen. Die Hoffnung auf Verlängerung ist mit einem Schlag hinweg. Ohne jegliches Mitleid reißt sie meine letzte Seite auf. Sie setzt den Scanner auf meinen Strichkode. Der rote Laser schmerzt, wenn sie das Gerät mit hohem Druck auf mich presst. Meine feine Papierstruktur leidet darunter, nun bin ich wieder aufs Neue gebrandmarkt wie ein Tier, verbannt wieder an meinen alten Platz im Bücherregal zu wandern. Sie nimmt mich und lässt mich von 7cm  Höhe in eine Kiste voller Bücher plumpsen. Ein dumpfer Aufprall ist zu hören. 
In der kurzen Fallphase konnte ich noch einen Blick auf meine treue Begleiterin für kurze 28 Tage werfen. Ohne zurückzublicken huscht sie, meine Liebe, wieder um die Ecke. Die lange Warteschlange versperrt mir die leider die Sicht.</p>


	<p>Jetzt liege ich hier, umzingelt von Büchern, die mich nicht nur in meine Intimsphäre einengen, sondern auch erdrücken.  Es sind meine Kollegen, aber von guten Freunden kann wirklich nicht die Rede sein. Die theologischen Bücher verachten jede fiktive Literatur, die nur ein wenig über ihre engen Grenzen hinweggeht. Intolerantes Pack! Über mir liegt ein gewaltiges 400 Seiten umfassendes Mathematikbuch, das nur Formeln enthält, und presst auf meine schwache Gestalt. Es versucht zwanghaft unseren Grundstein des Lebens, nämlich die Sprache, zu verdrängen. Diese Aktion kann nur  zum Scheitern verurteil sein!  Wir sind Teil der menschlichen Gesellschaft, die nur von Sprache dominiert wird. Wir sind Bücher, wir sind das Medium eben dieser Sprache. Die Sprache ist unser oberstes Prinzip, der Anfang und das Ende!</p>


	<p>Oh, der Druck wird immer größer. Meine Seiten werden stark zusammengepresst, als wäre ich beim Buchbinder. Das Atmen fällt mir schwer. Alles dunkel, ich höre lediglich das Geräusch der Räder des Buchwagens. Der Bibliothekar (ein bloßer Euphemismus für Gefängniswerter) pfeift fröhlich vor sich hin. Er schiebt uns immer tiefer in die Katakomben der vergessenen Bücher. Zurück an den Ort, wo die Quelle des Wissens liegt, die jedoch nur verstaubt und einfriert, wenn wir nicht endlich die passende Zuneigung bekommen. Bitte lieber Mensch mach die Augen auf und lese. Wir sind das Fundament dieser neu zu bildenden Elite. Ohne uns seid ihr gar nichts! Dennoch lasst ihr uns  hier unten verrotten. Ja, es ist eine Gruft. Die kühle und feuchte Luft macht uns zu schaffen. Bald werden wir nicht mehr lesbar sein. Nicht lesbar sein bedeutet zu sterben, im Altpapier  zu landen.
Die Gegend, in die er mich gebracht hat ist mir gut bekannt. Ich stehe hier schon seit 3 Jahren am selben Platz. Eingekeilt zwischen Goethes „Werther“ und einer sehr veralteten Ausgabe einer altgriechischen Grammatik. Die einzige Hoffnung auf Freiheit besteht darin ausgeborgt zu werden. Das passiert leider seltener als man denkt. Manchmal gibt es eine Vorlesung zu meinem Thema, dann bin ich begehrt. Aber die Flauten zwischen dieser Zeit zu überstehen, verlangt jedem von uns viel Durchhaltevermögen ab. Links von mir, die alte Grammatiksammlung, sieht sehr modrig aus. Ich kenne diesen Zustand. Er bedeutet nichts gutes, bald wird es für sie zu Ende sein.</p>


	<p>Mit hechelnden Worten fragt sie mich: 
„Wo warst du? Wie war es dort oben in der Freiheit?“
„ Es war schön“, antwortete ich geschwächt von der Reise.
„Ach, das sagst du nur um mich aufzumuntern. Ich weiß, dass ich in meinem Alter und in Altgriechisch geschrieben wenig Chancen habe, hier nochmals ausgeborgt zu werden. Erzähl mir von der Welt, ich war schon seit 30 Jahren nicht mehr an der Oberfläche.“
„In Ordnung, alles fing an, als ich vor 28 Tagen hier an dieser Stelle des Regals eine Lücke hinterließ. 
Ein grünes Blatt Papier wurde mir eingelegt und ich kam zu dem Ausgabeschalter „M-Z“. Mit aller Anstrengung versuchte ich den Namen auf dem Papier zu entziffern. Es gelang mir nicht. So blieb mir nichts anderes als auf meinen neuen Lebensabschnittspartner zu waren. Wir mögen ihnen vielleicht nicht viel bedeuten, doch wir sind auf die angewiesen, wie ein Kind auf die Mutter. Sie sind Teil unseres Lebenswerks. Sie sind der Sinn und die Aufgabe unserer Existenz! Diese Tatsache versteht jedoch keiner!“
„ Ja, du hast vollkommen Recht. Die Menschen sind sich ihrer Verantwortung nicht bewusst!“  fiel mir meine Nachbarin ins Wort.
„ Doch sie schon“
„ Also war sie eine Frau?“
„Ja, und sie war wundervoll. Als die Bibliothekarin in die Nähe meines Stapels kam, dachte ich zuerst sie irrt sich. Jedoch immer wenn man am wenigsten damit rechnet, kommt die große Überraschung. 
Ich wurde stillschweigend nach der schmerzhaften Laserprozedur des Scanners in ihre Hände übergeben.  Schon im ersten Moment bemerkte ich, dass sie anders war. Ihre Sorgfalt beeindruckte mich. Die lange Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmittel war wie immer eine Tortur. Alles Schlechte kommt hier zusammen. Vor allem die Unaufmerksamkeit der Leser. Aber nein, sie begutachtete mich nur, und studierte meinen Einband. Mir jeder Berührung konnte ich die Behutsamkeit und ihre scharfen  und genauen Blicke auf mein Titelbild spüren. In ihrer Wohnung angekommen legte sie mich auf ihr Bett. Normalerweise bedeutet das nur zerknitterte Blätter und einen hektischen Leser, der nach einer Idealen Position sucht. Doch sie war ruhig und las täglich im Zeitraum einer halben Stunde 20-25 Seiten. Nach einer Stunde schlief sie ein und ich war derjenige, der sie in ihr Traumland begleitet hat. Am Kästchen neben ihr liegend, beobachtete ich sie noch lange, bis ich ebenfalls in einen Ruhezustand fiel und meine Seiten wieder Zeit hatten sich zu glätten.</p>


	<p>Nach dem Aufstehen wurde ich hergerichtet, um mit ihr auf die Universität zu fahren. Nach einer Woche konnte ich ihren Stundenplan auswendig.  Der Montag war stets der schönste Tag. Sie bekam immer viel Schlaf und eine lange Pause zwischen zwei Lehrveranstaltungen ermöglichte mir, viel Zeit in ihren Händen zu verbringen. Buch in Hand gingen wir in den winterlichen Innenhof der Universität spazieren. Es war kühl, aber ihre Hände schützen mich davor. Sie war kurzsichtig, also hielt sie mich nahe an ihren Kopf. Dabei konnte ich ihren Atem spüren und in ihre blauen Augen starren. Ich muss auf sie eine entspannende Wirkung gehabt haben. Immer wenn sich ihr Wimpernschlag verringerte war sie vollkommen in meinen Bann gezogen. Nach einiger Zeit wusste ich welche Stellen ihr in meinem Roman gefielen. Wir lachten und weinten zusammen. Ich war mehr als ein Buch für sie und sie wusste das. Ich allein hatte den Eintritt in ihre Gedankenwelt. Welcher Mensch kann das schon behaupten? Doch jede verbrachte Minute, hatte auch etwas Negatives an sich. Mit jedem gelesenen Wort ging unsere Beziehung dem Ende  zu. Sie schien glücklich zu werden, da sie mich bald fertig gelesen hatte. Ich weiß, dass dieser Punkt in einer Mensch-Buch Beziehung immer kommt, aber ich wollte es nicht wahrhaben. 
So vergingen die Tage und meine stolzen 300 Seiten. Je intensiver die Liebe, desto kürzer die Beziehung.
Am zwanzigsten Tag war es dann soweit. Ich wurde in einer Vorlesung besprochen. Es war wundervoll. All dieser Respekt, der mir zugesprochen wurde. All diese Aufmerksamkeit, obwohl mich  niemand vollständig erfassen kann. Einmaliges Lesen reicht nicht aus, um in die Tiefen meines Verständnisses eintauchen zu können. Genau das war ihr Grundsatz in der Diskussion. Ich war so froh, dass ein Mensch diese Tatsache endlich eingesehen hat. Die vollständige Lektüre gibt es nicht. Mich kognitiv optimal zu erfassen ist unmöglich. Es mag viel Sekundärliteratur über mich geben, aber ich nicht erschöpfbar. 
Sie hat das eingesehen und hat in einer Umgebung der Menschen, die Glauben alles zu wissen, ihre Unwissenheit zugegeben.</p>


	<p>Nur ich kann mich verstehen. Mich selbst lesen und reflektieren. Ich selbst bin unendlich und unerschöpfbar.
Ich habe Zeit, bis mich wieder irgendjemand bestellt. Auf Abruf bin ich bereit. Die Zukunft bringt mir sicher niemals wieder eine so wunderbare Leserin!</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Tue, 10 Jun 2008 21:10:08 +0200</pubDate>
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    <item>
      <title>Ein Fest mit Freunden</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/ein-fest-mit-freunden</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
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        <![CDATA[<p>Es war wieder so weit. Die Horner Festtage, ein winziger Abklatsch des Oktoberfests, zogen in unsere Kleinstadt ein und sie stürmten ohne Rücksicht auf Verluste über die  Massen der Bewohner hinweg. 
Ich selbst, stolze Verweigerin seit 5 Jahren, wollte, von Horvaths Kasimir und Karoline inspiriert, mir einen Eindruck schaffen, wie sich unser Fest mit dem dort Dargestellten vergleichen lässt.
Mein treuer Begleiter, der Rabe, saß mit erhobenem Haupt und prächtigem Fell auf meiner linken Schulter und wurde für einen Abend mein Wächter.</p>


	<p>Mit Sicherheit kann man sagen, dass das Fest an sich ein Trieb ist, der dem Mensch angeboren und Teil unserer Zwiegespaltenen Seele ist. Eben dieser Trieb, das Dionysische, steht im Gegensatz zum Appollonischen, dem Vernünftigen. Die Antike zeigt uns auch hier wieder, dass sie die Mutter unserer Kultur ist und in diesem Fall leider auch der Unkultur des Festes. 
Das Fest existiert gewiss nicht erst seit diesem entscheidenden Zeitalter. Es hat seinen Ursprung im Mystischen und Okkulten. Feiern für eine Gottheit, für die Initiation, für das Leben und für den Tod sind ein paar der entscheiden Gründe für ein Fest. Die Einmaligkeit geht verloren, weil vor allem die junge Gesellschaft jeden Tag feiern könnten. Täglich werden mir vor der Uni Flyer mit Veranstaltungstipps in die Hand gedrückt, die bei mir auf Ablehnung stoßen.
Es scheint, als bräuchten wir einen Grund, um zu feiern. Dieser Grund jedoch wird in der heutigen Zeit nicht mehr gegeben. Horner Festtage? Wofür Festtage? Das Oktoberfest hat seinen Ursprung in der Verlobungsfeier von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese.</p>


	<p>Vielleicht ist der Zweck eines zeitgenössischen Festes der Spaß. Vergnügen mit einer fremden Masse, die mich umgibt, mich sogar auffrisst.
Alle sozialen Schichten sind vereint. Vertreter der neuen Unkultur Krocha unterhalten sich mit Metallern. Der Bürgermeister trinkt sein Bier mit Politikern der Opposition. Die Festtage bringen uns zusammen. Diese Abende lassen uns die Umwelt vergessen. Michael Bachtin schreibt über das Fest, dass es eine umgestülpte Welt sei. Hier gibt es keine Hierarchie. Wir gehen in die Masse, auch wenn sie nur klein ist, unter und verlieren unsere Individualität. Ein Punkt der mich zum Festverweigerer macht. Ich will mich nicht mit diesen Leuten identifizieren. Ich möchte nicht mit dem Bürgermeister reden, oder mit einem  Krocha. 
Einzige Gemeinsamkeit ist der Alkoholkonsum, der uns verbindet. Die notwendige Betäubung, um den Krawall und das Remmidemmi zu überleben. Wahrscheinlich nicht nur für mich. 
Ich sehe das Horner Volksfest als ein misslungenes Fest, ohne Grund und Tradition.</p>


	<p>Das positive Beispiel für Masse, Spaß und Fest ist die derzeitige Fußball EM. Als bekennender Volunteer dieser Veranstaltung und anfänglicher Fußball Hasser, habe ich meine Meinung drastisch geändert. 
Einfacher Beweggrund dieses Fest mit Freunden zu bestreiten ist das Spiel Fußball. Dieser Gurnd ist allen anwesenden Fans, Funktionären oder Spielern gemein. Alle haben Freude und Spaß sich ein Spiel auf der zB.: Fanmeile anzusehen oder im Stadion ihre Mannschaft anzufeuern. Das Duell Österreich Kroatien habe ich live miterleben dürfen und muss sagen, dass die gefürchteten kroatischen Fans alles andere als gefährliche Hooligans waren. Alle waren mit Begeisterung dabei und freuten sich mit Österreichern in Kontakt zu treten, sei es nur durch das legendäre Peace Zeichen oder 2 nach oben gestreckten Daumen. Der laute „IVO“ – Chor als Ivica Vastic eingewechselt wurde, zeigte wieder, dass alle Fans der österreichischen und kroatischen Seite zusammen feiern. 
Fußball ist also ein Ort der Integration. Nur hier funktioniert das Zusammensein aller Nationen, die unter normalen Umständen sich auf der Straße missachten würden. Auch so genannte Intellektuelle begeben sich unter das Volk der Fans. Klaus Theweleit oder unser Meister Wendelin Schmidt- Dengler sind bekennende Fußball Anhänger.
Wien ist, so finde ich, eine wunderbare Gastgeberstadt, die den Fans eine wunderschöne Mischung von Kultur und Sport bietet. Die Fanmeile vorm Burgtheater und dem Rathaus ergeben eine Kulisse die den Fußball fast schon in den Rang der Kunst erhebt. 
Diese Fanzone bietet die eine Identifikation mit anderen Nationen oder, um im Jargon dieses Artikels zu bleiben, mit anderen Festmassen.  Besucher und Einheimische unterstützen täglich neue internationale Mannschaften und feuern gestern Holland oder heute für Griechenland an.</p>


	<p>Diese Zone wird zu einem Gebiet des interkulturellen Austauschs. Die Schüchternheit mit Fremden in Kontakt zu treten schwindet mit jeder Spielminute. Die Anonymität in der Masse schützt. So jubelt jeder  bei einem Tor oder weint wenn seine Mannschaft verliert. Die Hemmungen fallen, was natürlich auch eine negative Seite mit sich bringt. 
Die Masse und das Fest bieten einen Raum der Anarchie. Sittengesetze gelten hier nicht mehr. Oberflächlich kann ich die Sau raus lassen und all meine Aggressionen in der Öffentlichkeit ausleben. Die emotionale Erregung ist riesig und Dinge werden im Rausch des Festes gesagt oder getan, die im wirklichen Leben peinlich wären. Um diese Gefahr zu bannen, sind ständig Polizisten oder Securyties vor Ort, die sogar schon im kleinen Horn ihre Festrunden drehen. 
Das Fest schafft also Probleme und was sicher noch wichtiger ist Gesprächstoff, um der täglichen Langeweile zu entfliehen.</p>


	<p>Ich hoffe größere Ausschreitungen bleiben uns erspart und alle Fans gehören der oben beschriebenen friedlichen Festmasse an.</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Tue, 10 Jun 2008 20:00:13 +0200</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>F&#252;hlen</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/fuehlen</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Ich liege am Boden, kleine Steinchen bohren sich in meinen Rücken und der Körper gibt mir das Signal mich endlich vom Fleck zu bewegen. Mein Verstand, gleich einem Flaschegeist auf der ewigen Suche nach Freiheit, führt jedoch seine persönliche Revolte gegen das Gefängnis, gegen diesen wunderbaren Behälter der Organe, in dem er leben muss, nein sogar stirbt. Eine Abhängigkeit, ein Kampf, ein Schicksal. Der Krieg ist aller Dinge Ursprung. Der Gegensatz ist das Notwendige Übel, um zu überleben. Wieso Übel? Weil ich hier liege, seit Stunden und zu keiner Regung fähig bin. Das Gras wächst langsam um mein Beine und Arme herum. Gefesselt und zu Boden gedrückt lässt mich die Stille der Natur fühlen, sehen, sogar wieder hören. Ich höre die Stille. Sie lässt mich den kühnsten Windhauch, das Rauschen des gräsernen Wellenmeers, in dem ich zu versinken drohe, wahrnehmen. Die Wogen werden mit jedem Windstoß größer und spülen meine gefühllose Hülle hinweg.
Mein Blickfeld wird von dünnen und feinen Grashalmen eingeengt. Ich schließe meine Augen und sehe trotzdem klarer als je zuvor, denn ich spüre die Natur, ich fühle sie. 
Eingebettet in der warmen Erde eröffnet sich mir ein Horizont, der weiter reicht als der unendlich strahlende Himmel. 
Mein Körper vom Moos und Gras überwuchert, versteinert langsam im Kreislauf der Natur. Käfer krabbeln behutsam auf meiner Brust und vernehmen die letzten schwachen Atemzüge meiner Lunge. Zufriedenheit erfüllt mein ganzes Wesen und ich werde starr. Jetzt gehöre ich ihnen. 
Mein Geist verlässt den Körper als Sieger im ewigen Krieg der Gegensätze.</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Tue, 03 Jun 2008 22:06:18 +0200</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Das Ph&#228;nomen der Stille und des Schweigens</title>
      <link>http://www.startblatt.net/blogs/iamx/das-phaenomen-der-stille-und-des-schweigens</link>
      <dc:creator>Liesa Roithner</dc:creator>
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Stille und Schweigen sind zwei Erscheinungen, die auf den ersten Blick nahe nebeneinander stehen. Die genauere Betrachtung macht jedoch ihre Differenz deutlich. 
Das Schweigen entsteht ausschließlich im Kontakt mit einer Person. Es gehört einem Muster der abweisenden, zustimmenden oder einer in Gedanken versunkenen Kommunikation an. 
Die Stille, mit all ihrer Kraft und Unerreichbarkeit, die absolute Lautlosigkeit, hat ihren Kontrapart im Umfeld einer Geräuschkulisse. 
Dieses Phänomen der Stille bringt für die Person, die in Mitten des stummen Sturmauges sitzt, das bedrohende Gefühl der Angst mit sich. Nichts erscheint uns unheimlicher als plötzlich ausbrechende Stille, die langsam einen Raum oder gar einen öffentlichen Platz ereilt.
Das Sinnesorgan Ohr, das sich dem Geräuschpegel tagtäglich ohne Unterbrechung stellt, wird mit der Stille meist nach einem übermäßigen starken Laut konfrontiert. Stille ist in diesem Fall eine Reaktion auf einen Lärm-Schock.
Eine Menschmasse. Plötzlich ein lauter Schrei. Beengendes Schweigen tritt auf, jedoch keine Stille. Stille würde ein völliges Verstummen aller externen Signale bedeuten. Kein Rauschen des Windes, kein kurzes Röcheln eines Mitmenschen, also jedes Geräusch, das die Natur in all ihrer Macht zulassen würde.  Stille steht im Gegensatz zum Leben in der Natur. 
Sie ist unnatürlich, dennoch künstlich erzeugbar. Ich sperre mich in einen Raum, der meinen Ohren keine Möglichkeit bietet, ihren Zweck zu erfüllen. 
Stille.
Meine Wahrnehmung ist mit dieser neuen Rolle der Passivität nicht vertraut. Ein Tinitus entsteht. Es scheint, als wolle das Ohr sich nicht von seinen lebenslangen Strapazen erholen. Volle Konzentration auf meine Gedanken. Starr sitzend, um keine Geräusche zu erzeugen, erdrückt mich die höchste Aktivität meines Denkens. Angst sich selbst zu erkennen und Angst nur auf sich selbst gestellt zu sein überkommt mich. Für mich ein Gefängnis. Ich nehme meine Kopfhörer und beschalle mich weiter.</p>


	<p>Stille in der sozialen Kommunikation, also genauer gesagt reden wir nun vom Schweigen, erzeugt eine ebenso befremdliche Situation.  
In einer Konversation erzeugt das Schweigen eines Gesprächpartners einen riesigen Interpretationsraum. Dieses bedrohende Nichts schafft eine Leerstelle, die automatisch gedeutet wird. Bekanntlich kann man nicht, nicht kommunizieren. So erzeugt das Schweigen alles andere als Stille. Das Unterbewusste bringt mit jeder geschwiegenen Sekunde neue versteckte Ideen hervor, die so bedrückend sein können, dass es nur zu einer Missinterpretation kommen kann. Schweigen ist die Umkehr vom Gesagten und eröffnet dadurch den Raum für Lüge, Zorn, Sprachlosigkeit, Schmerz oder Angst.  
Mein Gegenüber schweigt. Ich konzentriere mich auf unbewusste körperliche Signale, versuche angestrengt zu erfahren, was ich dekodieren soll. Nichts bringt mich weiter. Das Schweigen brechen? Nur womit? Mit einer Floskel oder einer direkten Konfrontation? Sprache kann verletzen, einmal Gehörtes wird nie vergessen. Die Kerben im Gehörgang sind zahlreich und verheilen nicht, wie ein Kratzer auf der blanken Haut.
Ist es besser in manchen Situationen zu schweigen und beängstigende Stille aufkommen zu lassen?</p>


	<p>Stille</p>


	<p>Schweigen ist auch eine Antwort.</p>]]>
      </content:encoded>
      <pubDate>Wed, 28 May 2008 21:56:34 +0200</pubDate>
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