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06.07.2008
Die Welle und das Problem da...
Kino, Film, DVD, Video (3 Beiträge online)
Bedeutende Filme und ihre Themen.
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Weblog von Xaver Unsinn

Kino, Film, DVD, Video: Die Welle und das Problem damit

Channel: Kultur/Medien
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Kino, Film, DVD, Video - Die Welle und das Problem damit - www.welle.film.de - Teaserplakat zum deutschen Film
Bildquelle: www.welle.film.de - Teaserplakat zum deutschen Film "Die Welle"

Die Welle, eine Bezeichnung für Wasser, das sich aufbäumt und dann in Getöse je nach Höhe der Welle getrieben vom Wind in sich zusammenstürzt.

Damit ist schon vieles gesagt, was zum Thema „Die Welle“, dem entsprechenden Roman, Schulexperiment, deutschen Film1, etc. zu sagen ist.

Für alle, die es nicht sofort erkennen, es geht bei der Welle vor allem um den letzten Bereich, den letzten Satzteil, den letzten Aspekt – um das Zusammenbrechen.

Es kommt zum Sturm, die Kraft des Windes treibt das Wasser, das lose ist, leicht beeinflussbar, widerstandslos und einheitlich, an, das Wasser beginnt zu zirkulieren, so lange, bis der Raum für die Zirkulation durch den sich nähernden Strand und dem seichter werdenden Untergrund geringer wird und letztlich nicht mehr dazu reicht, um sich einzig um sich zu drehen. Es kommt zum Widerstand und das Wasser beginnt sich aufzubäumen, immer weiter und weiter. Der Widerstand und die Kraft des Windes sind jedoch so stark, dass die Dynamik nicht mehr aufzuhalten ist, die Richtung nicht mehr verändert werden kann.

Eine enorme Kraft bündelt sich gegen den Untergrund, den Meeresboden, der den Raum zur Ausdehnung stört. Er wird mitgerissen, in die Welle gezogen.

Die Welle ist jetzt am Höhepunkt ihrer Kraft angelangt. Die Richtung und das Ende längst absehbar. Noch wehrt sie sich jedoch gegen den Zusammenbruch, noch rast sie weiter mit dösendem Geräusch und atemberaubender Geschwindigkeit, bis Sie am Scheitelpunkt angelangt ist, am Punkt ihrer größten Kraft. Der Widerstand ist jetzt zu nah und die Zirkulation kann dem Druck der Gravitation nicht mehr widerstehen. Die Welle schwappt über, fängt an, Gischt zu schlagen und stemmt sich weiter und weiter gegen den Untergrund.

Doch der Untergrund ist stärker und weicht nicht. Mit voller Wucht bricht sie zusammen und verschlingt alles, was sich ihr in den Weg stellt, bis sie wie ein sanfter Streich am Strand liegen bleibt und sich beschämt wieder zurückzieht, die gesamte Energie sich in Zerstörung manifestiert und von der Welle nichts übrig geblieben ist.

Die Welle ist nur durch Kritikfähigkeit, Diskurs und Offenheit aufzuhalten.

Doch Achtung:
Wird sind immer schon in der Welle und wissen nicht, dass wir es sind, die die Welle sind, immer waren und immer sein werden.

Die Welle – der Film, das Buch, etc. – versuchen es zu zeigen und sind selbst eine Welle geworden. Diese Paradoxie lässt sich nicht zeigen. Sie lässt sich, und das ist die eigentliche Dramatik, nur erleben.

Der Begriff „Nationalsozialismus“ beschreibt längst nur noch eine historische Tatsache und ist als solcher zu einer bequemen Ausflucht geworden für all jene, die jetzt, hier und heute daran sind, ihre „Welle“ aufzubauen…

Seht Ihr sie?

1 Ein Film von Dennis Gansel und mit Jürgen Vogel in einer der Hauptrollen. Weitere Informationen zum Film finden Sie hier .


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