
In der chinesischen Sprache setzt sich das Wort "Krise" aus dem Zeichen für Gefahr und jenem für Gelegenheit zusammen. Ist Krise demnach eine Frage der Wahrnehmung? Bedrohung für die einen, produktiver Zustand (Max Frisch) für die anderen? Wirtschaftskrise, Beziehungskrise, Sinnkrise - ist das Leben überhaupt in der Krise? Ist Krise Ausnahme oder Regel? startblatt sucht Fragen und Antworten zum menschlichen Leben im "Ausnahmezustand".
eZine von call Krise
Krise - Klimatisch positive Gipfeltreffen des Nichtgeschehens
Bildquelle: /c) Alfred Rhomberg - Nichtgeschehen unter dem aggressiv grünen Aspekt der Hoffnung deutscher und österreichischer PolitikerInnen
Ein Kompromiss darüber, dass nichts geschieht ist immer noch besser, als ein Nichtkompromiss oder gar Streit. Der wesentliche Unterschied zwischen beidem ist die Kostenfrage: Kompromisse des Nichtgeschehens sind wesentlich teuer – viele Delegationen von Politikern, Klimaexperten, Journalisten und Sicherheitsmaßnahmen z.B. in Durbon, beweisen, wie viel uns der Klimaschutz wert ist. Das ist aber auch schon alles. Gut – es wird weiter verhandelt und schließlich wird auch in China, Indien und den USA in 3 Jahren oder ab 2020 (oder gar nicht) irgend etwas weitergehen. Die Frage ist nur, wie die genannten Wirtschaftsblöcke das bewerkstelligen wollen, wenn schon das mit Wasserkraft, Voltaikanlagen (im Miniaturformat) und ein paar einsamen Windmühlen gesegnete Land wie Österreich seine Klimaziele in absehbarer Zeit nicht erreichen kann. Nachdem sich jetzt auch Kanada vom Kyoto-Protokoll verabschiedet hat, wird das Nichtgeschehen irgendwelcher Klimaziele, auf den Schultern einiger weniger Länder der EU (sprich Deutschland, Frankreich – und Österreich ?) lasten bzw. zu einem „Geschehen“, wenn auch nur mit Worten, umfunktioniert.
Dafür hat Österreich aber unzählige Schneekanonen, welche die Klimaziele wegen des hohen Strom- und Wasserverbrauchs noch schwerer erreichbar machen und wegen Schneemangels in Zukunft noch wesentlich mehr Schneekanonen brauchen usw. Es ist schön, dass wir Europäer uns mit Südafrika, Bangladesch und vielen anderen Entwicklungsländern verbündet haben – gemeinsam sind wir stark gegenüber China, Indien, Kanada, die USA und die übrige Welt.
Andere Gipfel des Nichtgeschehens
Da fällt einem im Augenblick nur die Eurokrise ein, bei der das Nichtgeschehen nach Meinung Deutschlands oder Frankreichs nicht so negativ gesehen wird. Schade, dass so völlig ungleiche Nicht-Euroländer wie (Great) Britain und Ungarn aus unterschiedlichen Gründen alle Euroländer dominieren – (Great)Brtitain weil, obwohl nicht mehr „great“, die Erzrivalität zu Frankreich und Deutschland noch immer nicht überwunden ist, Ungarn, weil es eigentlich gar nicht so genau weiß, warum es den Eurogipfel abblitzen ließ. Und dann gibt es natürlich auch Unruhestifter wie Italien, wo sogar die Parlamentarier keine Gehaltseinbußen akzeptieren wollen, die bisher mehr als doppelt so hoch waren, wie die Durchschnittgehälter von Parlamentariern aller anderen EU-Länder. Da ist das kleine Musterland Österreich doch wieder ein Lichtblick, weil wenigstens unwichtige Probleme wie die Eurokrise nach innerer Sicht der FPÖ ,gar keine Krise“ wäre, wenn Österreich aus der EU austräte – und außerdem hat Österreich wichtigere Probleme, die gottlob auch schnell gelöst werden konnten, wie z.B. die Einfügung der „Töchter“ in die Bundeshymne.
Wir leben insgesamt also in einer friedlichen Zeit des Nichtgeschehens, in der in Russland alles so bleibt wie es war, (Great)Britain seine historische Tradition der Inselmentalität fortführt, China weiterhin als Wirtschaftmacht gewinnt, die USA so weiter machen, wie frau/man es gewohnt ist, Europa ebenfalls so weiter macht, wie frau/man es gewohnt ist, das Klima sich langsam aber unaufhörlich verändert (wie frau/man es gewohnt ist) und – noch einmal gottlob – nur die österreichische FPÖ weiß, was das Stammtisch-Volk wirklich will.
Resumée: Ich kann nicht beurteilen was schlimmer ist – das „Geschehen“ oder das „Nichtgeschehen“. Das Geschehen ist gefährlich, weil plötzlich Personen wie Hitler oder Stalin die Welt verändern, das Nichtgeschehen ist vielleicht nur auf lange Sicht gefährlich, weil wenigstens vorläufig alles so bleibt wie es ist.
Anm.: Schön ist, dass die genannten Gipfel bei gutem Essen völlig harmonisch und ohne Verbalinjurien stattfinden, weitere Gipfel des Nichtgeschehens sind wegen der angenehmen Arbeitsatmosphäre daher jederzeit denkbar.
am 13.12.2011 13:17








