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Weblog von Redaktion Kultur
Kultur, Medien, Religion: Die neuen sieben Weltwunder – nichts Neues zum Wundern!
Eine private Organisation um den Schweizer Bernard Weber startete vor rund sieben Jahren eine weltweite Internetumfrage, welche globalen Sehenswürdigkeiten den antiken sieben Weltwundern gleichkommen könnten (www.new7wonder.com).
Die antiken sieben Weltwunder, eine im dritten Jahrhundert v. Chr. erstellte Aufzählung von Bau- und Kunstwerken, die durch ihre Größe und Pracht hervorragten, umfasst
- die Pyramiden von Gizeh,
- die Hängenden Gärten in Babylon,
- den Tempel der Artemis in Ephesos,
- die Zeusstatue des Phidias in Olympia,
- das Mausoleum in Halikarnassos,
- den Koloss von Rhodos und
- den Leuchtturm auf der ehemaligen Insel Pharos bei Alexandria.
Diese Weltwunder lagen alle im Einflussbereich des damaligen griechisch-hellenistischen Kultur- und Machtgefüges.
Unter dem Motto „Our Heritage is our Future“ wurden Ende 2005 aus den 77 per Internet, SMS oder Telefon am meisten genannten Vorschlägen, von einer aus sieben Mitgliedern bestehenden Jury, 21 Bauwerke und Monumente herausgefiltert.
In einem weiteren populären Abstimmungsverfahren, das bis Ende Juni 2007 dauerte, sind schließlich die folgenden neuen sieben Weltwunder ausgewählt worden:
- die Christusstatue vom Corcovado über Rio de Janeiro,
- die Ruinenstätte Chichen-Itza auf der Halbinsel Yucatan,
- das Colosseum in Rom,
- die Chinesische Mauer,
- die Ruinenstadt Machu Picchu in Peru,
- die Felsenstadt Petra in Jordanien und
- das Mausoleum Taj Mahal in Indien.
Als Richtschnur gaben die Organisatoren vor, dass die Werke von künstlerischem und architektonischem Wert sein sollten, der Entstehungszeitraum von Beginn des menschlichen Wirkens bis zum Jahr 2000 reichen kann und die Werke keine technologischen Wunder sind oder der Verwendung oder dem Nutzen der Technologie dienen.
Mit letzterer Einschränkung sind gerade die wirklichen Wunder menschlichen kreativen und ingeniösen Schaffens negiert worden, die die Entwicklung und den Fortschritt in den vergangenen 300 Jahren so entscheidend geprägt haben.
Am 07.07.07 sind neuen sieben Weltwunder in Lissabon im Rahmen eines Galaabends der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Abgesehen vom Fetischismus, der mit der symbolträchtigen Zahl Sieben getrieben wurde, sind die gewählten neuen sieben Weltwunder wiederum Wahrzeichen aus der Vergangenheit und bis auf die Christusstatue bereits in der Liste des Welterbes der UNESCO enthalten.
Die Welterbe-Konvention der UNESCO ist 1972 beschlossen worden und ist ein völkerrechtlich verbindliches Übereinkommen, 182 Staaten haben es bis jetzt unterzeichnet. Die Aufnahme in die Liste des Welterbes erfolgt nach nachvollziehbaren, von ausgewiesenen Fachleuten erstellten Kriterien. Die Welterbe-Konvention enthält auch eine Vielzahl von Verpflichtungen für die jeweiligen Staaten.
Populäre Entscheidungen, die zur Auswahl der neuen sieben Weltwunder geführt haben, bergen in sich die Gefahr der Beliebigkeit und führen schwerlich zu wirklich neuen Weltwundern.



