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eZine von Redaktion Kultur
Kultur, Medien, Religion - Memento: „documenta 12“
Bildquelle: startblatt - 100 Tage documenta
von den Kritikern verrissen, von den Besuchern geschätzt!
ein Beitrag von H.-P. Schleich
Das internationale Publikum drängte sich bis zuletzt entlang des Ausstellungsparcours zwischen den beiden Parklandschaften Kassels, der Karlsaue und dem Bergpark. Der Aue-Pavillon, die documenta-Halle, das Museum Fridericianum, die Neue Galerie, das Kulturzentrum Schlachthof und das Schloss Wilhelmshöhe beherbergten die alle fünf Jahre stattfindende Groß-Schau zeitgenössischer Kunst.
Von den Kuratoren sind an die 500 Werke in Deutschland eher unbekannter, vorwiegend asiatischer, afrikanischer und südamerikanischer Künstler ausgewählt worden, was den Kuratoren von den deutschen Kunstkritikern, Kunstvermittlern und Galeristen harsche Kritik einbrachte.
Von den vielen weither angereisten Rezipienten schien diese Kritik nicht geteilt worden zu sein. Schließlich sind 750.000 Besucher ein deutliches Votum für die Schau, die auf die Highlights der globalen Kunstszene verzichtet hatte. Bei dem großen Umfang und den ambitionierten Zielen, die die „documenta 12“ hatte, waren Schwächen und Mängel unvermeidbar. Aber sie führte dem Publikum ein weites Spektrum zeitgenössischen Kunstschaffens vor Augen und lieferte viele Anstöße zum Nachdenken, zur Diskussion und zum Diskurs. Nach Niklas Luhmann „mag es dann geradezu die Qualität eines Kunstwerkes bezeugen, dass die Betrachter sich nicht auf eine einhellige Interpretation verständigen können.“ (In: „Kunst der Gesellschaft“)
Die österreichischen Künstler Gerwald Rockenschaub, Peter Friedel und Olga Neuwirth waren mit Arbeiten bei der „documenta 12“ vertreten. Gerwald Rockenschaub unter anderem mit einem aufblasbaren Kubus als Großskulptur, Peter Friedel beispielweise mit seiner Video-Darstellung „Tiger oder Löwe“ und Olga Neuwirth mit ihrer Klanginstallation mit Film „miramondo multiplo“.
Sehr hintergründige Werke stammten von dem Chinesen Lin Yilin, dessen auf einem Video festgehaltene Aktionskunst „Safely manoeuvring across Lin He Street“ zu Besucherstaus führte und von der Inderin Sheela Gowda, deren Installation „Collateral“ – Zufallsobjekte aus der Asche von verbranntem Weihrauch – die Zufälligkeit „collateraler Opfer“ sinnloser Kriegshandlungen versinnbildlichten.




