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eZine von Redaktion Kultur
Kultur, Medien, Religion - Neue Staatsopernführung
Claudia Schmied setzte sich durch
Im Jahr 2010 bekommt die Staatsoper in Wien eine neue Führung. Opernchef wird Dominique Meyer, derzeit noch Chef des Pariser Théâtre Champs Elysées, zum Generalmusikdirektor wurde Franz Welser-Möst ernannt, der seit 2002 das Cleveland Orchestra leitet und seit 2005 Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich ist. Damit folgen zwei durchaus kompetente Herrn dem 2010 scheidenden Ioan Holländer nach.
Eine solche Ernennung ist an sich nichts Ungewöhnliches. Aber Österreich ist anders. Schon seit Wochen nannten die Medien als sicheren Kandidaten den Tenor Neil Shicoff, Freund und Favorit von Bundeskanzler Gusenbauer, nicht aber erste Wahl für Claudia Schmied, ihres Zeichens Bundesministerin für Unterricht und Kultur und für die Ernennung der Staatsopernführung zuständig. Man war gespannt, wer sich durchsetzen würde; die Auguren meldeten einen Tag vor der tatsächlichen Ernennung bereits Shicoff als neuen Staatsopernchef. Und dann geschah das Ungeheuerliche: Claudia Schmied hat ihren „Chef“ und Parteigenossen Gusenbauer „umgestimmt“ und ihre Wunschkandidaten durchgesetzt. „Nach mehr als 30 Gesprächen sowohl mit Bewerbern als auch mit Experten, die keine persönlichen Interessen hatten“, wie sie betont.
Die Reaktionen auf die Wahl Schmieds sind durchwegs positiv – bei den Wiener Philharmonikern, bei den Parteien und bei Festwochen-Chef Luc Bondy. Bleibt zu hoffen, dass Meyer und Welser-Möst „gut mit einander können“ und dass sie „Respekt und Sympathie füreinander hegen“ wie die Ministerin betont – zum Wohle der Staatsoper und der Musik.
am 08.06.2007 13:45




