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eZine von Redaktion Kultur
Kultur, Medien, Religion - "Zickenkrieg"
Wenn sich zwei Frauen streiten, dann ist das ein “Krieg unter hysterischen Ziegen”. Wenn sich zwei Männer streiten, dann ist das ein “Machtkampf” oder eine “harte Verhandlung”. Durch Zickenkrieg wird in allen Fällen suggeriert, es handelt sich um überspannte, launische, eigensinnige, prüde u. verklemmte, weibliche Nervensägen. Und das, obwohl das Wort “Zicke”, laut Duden, ursprünglich geschlechtsneutral ist. (Die Zi|cke = junge Ziege, (junger) Bock.)
Das Unabhängige Frauennetzwerk Medien hat festgestellt, dass in den österreichischen Medien im Jahr 2007 120mal mit dem Unwort “Zickenkrieg” getitelt wurde. Ob “Zickenkrieg bei Dancing Stars”, oder bei den Salzburger Festspielen, bei Paris Hilton oder Britney Spears; einmal ganz abgesehen vom BZÖ, das einen “politischen Zickenkrieg” zwischen Ministerinnen erkannt haben wollte: Der ebenso martialische wie dümmliche Begriff war 2007 einer DER Renner im heimischen Blätterwald.
Das Rosa Handtaschl, Spezialpreis des unabhängigen Frauennetzwerk Medien, zeichnet daher in diesem Jahr nicht eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens aus, die durch herabwürdigende, diskriminierende oder klischeehafte Äußerungen über Frauen in der medialen Berichterstattung auf sich aufmerksam machte, sondern ein Wort, das sich durch besondere Ignoranz in der Sprache hervorgetan hat und mit Vorliebe auf verbale Auseinandersetzungen zwischen Frauen aber niemals zwischen Männern angewandt wird.
“Zickenkrieg” – wir gratulieren.
am 23.04.2008 16:33




