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25.07.2008
Das Klage(g)lied
Lust (8 Beiträge von 4 AutorInnen online)
Aktuell ergibt sich ein widersprüchliches Bild zum Thema Lust, als einerseits pornographische Darstellungen im Sinne von “Sex sells” Lust omnipräsent machen und andererseits eine große Menge an Menschen unter enormer Lustlosigkeit leidet, als Depression, Potenzstörungen, Orgasmusprobleme, etc. den Alltag bestimmen.
Wir wollen uns in diesem Call dem Thema Lust insofern nähern, als sich vor allem die Frage stellt, in welcher Form sich Lust aktuell tatsächlich (noch) zeigt und erleben lässt! Leben wir folglich in einer lustvollen oder sogar lüsternen Gesellschaft oder ist längst die Lust- und Antriebslosigkeit überwiegend?

eZine von call 2.0 Lust

Lust: Das Klage(g)lied

Channel: Erotik
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Lust - Das Klage(g)lied - Lovolust 2007: Torso
Bildquelle: Lovolust 2007: Torso

© Lovolust

A)

Leider hab ich nur ’nen kleinen …
(na, Sie wissen schon …);
so kurz, dass zwischen meinen Beinen
dieser nicht mal baumeln kann.

Eine Knospe vielmehr ist mein »Zipfel«,
zweieinhalb im Dia(zenti)meter;
geschwollen ist’s der letzte Biss vom Gipfel
(aber breit nur drei, und kurz nur fünfe Zentimeter).

Zudem sind meine Triebesbohnen
kaum in einem Beutel auch;
schnell zurück hin, wo sie wohnen,
flüchten sie, in die Höhlen unterm Bauch.

Sitzt dennoch mal ein »Mädchen«
nackt auf meiner Lendenmitte,
berührt mein Däumlingstäbchen
nur die Aussenvulva – niemals ihre Klitte.

O)

Zum Glück hab ich ’nen mediokren …
(na, Sie wissen schon …);
so recht im Mittelmaß, im wackren;
aber deshalb ein »Fast-immer-kann«.

Schlaff bloß ein Elfer – aber mittelgroßer
schöner Liebesstab mit breitem Kopf,
mit Knoblauch-Kuppel, Dauer-Stoßer
hart und prall, six inches, lange ohne Tropf’.

Nur medium im Maß, dafür trainiert
sind Hoden, Eichel, BeBo, Schwanzes Schaft
auf Härte, Dauer, Einhalt – und er spürt
doch alles: Frauenlust und sexy Kraft.

Mit Schnur und Ring ein Bio-Dildo an Tabasco-Sauce,
ihr Nippel bohrt sich in den Eichelmund –
danach der »Höllen«-Ritt (wo bleibt der letzte Stoß?!) ...
sie/ich, im Sex »geschunden«, wund-gesund.

Z)

Leider hab ich ’nen zu langen …
(na, Sie wissen schon …);
so lang, dass zwischen meinen Beinen
ich ihn kaum verstauen kann.

Eher Schlauch als Stock, muss ich ihn rollen,
zwanzig schon im schlaffen Maß;
knapp dreissig macht er voll, geschwollen
(dies bei Diameter fünf – kein Spaß).

Aber im Sack die Triebesnüsse
sind zwar eigentlich »normal«, das heißt: zu schwach
für eine Hart-Erektion und Spritz-Ergüsse;
Blut und Sperma schaffen diesen Dutzendzoll nur (kr)ach.

Eigentlich darf ich nie sitzen aufm Klo,
Eichel/Schwanz putzt sonst die Schüssel …!
Und sitzt ’ne Frau, mühsam »gestopft«, auf meinem Lendenpo:
Stoßangst bei ihr, bei mir die Furcht vor Knickung meines Rüssels.


Lovolust, geb. 1953, lebt zur Zeit in Zürich/Schweiz, wo er das Kunstprojekt “Das Errötikon” unter anderem auf manicfish.com betreibt. In erotischen Performances und Texten versucht er sich an der Entmystifizierung der männlichen Geschlechtsteile Penis und Hoden, um dieses bislang “unterbelichtete” Sexizitätswerk in jedem Zustand und in kreativ inszenierten Situationen, »neu« wirken zu lassen. Er setzt damit einen Kontrapunkt zu gängigen Klischee-Bildern von Frauen-Intimbildern der Erotikszene, indem er das männliche Sexualwerk neu humor- und fantasievoll inszeniert. Seine Bilder und Texte versuchen auf radikale Weise, die herrschenden Tabus zu brechen und frischen Wind in eine “patriarchalische” Erotikwelt zu bringen.

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