
eZine von Michael Zobel
Urzeitgemäße Betrachtungen - Haider und Kreisky: (K)ein Vergleich
Bevor die Mythen- und Legendenbildung um den vormaligen Provinzpolitiker Jörg H. unter kräftiger Mithilfe von Politik, Kirche und Medien unvermindert weiter geht, sei hier einmal kurz innegehalten und darauf hingewiesen, dass es sich bei letzterem keinesfalls um einen legitmimen oder illegitimen Erben des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers handelt.
Während Kreiskys Politik auf eine offenere und emanzipatorische Gesellschaft abzielte, agierte der sogenannte Tabubrecher H. stets in einem ausschließenden Sinne des “Wir gegen die” (bei beliebig wechselnden Konstellationen) in einem hermetischen Weltbild, das jegliches In-Frage-Stellen des Status Quo als den tatsächlichen Tabubruch ansah. Zwar kritisierte H. mit vollem Recht die Auswüchse des österreichischen Proporzsystems, sah aber jede Kritik an sich selbst als persönlichen Angriff auf sein narzisstisch geprägtes Ego und stilisierte sich als Märtyrer im Interesse der vermeintlich Entrechteten und Enterbten. Für die tatsächlich Rechtlosen hatte H. aber im Gegenteil gar nichts übrig und trat bekanntermaßen den Rechtsstaat mit Füssen, wenn ihm dies opportun erschien. Und als die seinigen endlich an den Futtertrögen der Macht angekommen waren, entwickelten sie eine schlimmere Gier bei der Verteilung ebendieser Macht und den damit verbundenen Privilegien, als diejenigen, welche zuvor über die Jahre so heftig von ihnen dafür kritisiert wurden.
Dass sich also der vermeintlich wichtigste Politiker der letzten Jahrzehnte im Suff derstessen hat, obwohl man ihm noch am liebsten hintennach dichten wollte, es sei womöglich im Anschluss an einen Tag voller “Pflichterfüllung” geschehen, rundet das Wirken eines von manchen dämonisierten Scharlatanes der österreichischen Innenpolitik vollends ab. Auf den Nachfolger Kreiskys wird vermutlich noch eine Weile zu warten sein, aber die Anwärter für das Erbe von H. sind bereits deutlich wahrnehmbar.
am 21.10.2008 11:34
(1) Kommentare zum Beitrag "Haider und Kreisky: (K)ein Vergleich"
RE: Haider - der Lebensmensch
Eines bleibt jedenfalls oder hoffentlich erhalten, ein deutsches Wort, erfunden von Thomas Bernhard, verwendet von Hr. Stefan P., ein fescher, gutaussehender Jüngling im besten Alter: Lebensmensch
Jörg H. war ein “Lebensmensch”, so die erste, eher verzweifelt wirkende und (zumindest scheinbar) spontane Reaktion von Hr. P.
Doch was meint Hr. P. damit?
Thomas Bernhard verband mit seinem „Lebensmensch“, Hedwig Stavianicek, eine innige Beziehung, die soweit ging, dass er sich auf eigenen Wunsch im Grab seines „Lebensmenschen“ Hedwig Stavianicek auf dem Grinzinger Friedhof in Wien-Döbling beerdigen ließ. (vgl. de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Bernhard, 21.10.2008)
Es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass Hr. P. bei seiner Äußerung tatsächlich an Thomas Bernhard gedacht hatte.
Somit bleibt der Verdacht, dass dieser Begriff für den Opportunismus, den populistische Politik bedingt bzw. die Doppelmoral, den (klein-)bürgerliche Gesellschaftsformen mit sich bringen, steht.
Kärnten i.B. und Österreich i.A. könnte von z.B. Berlin noch viel lernen.
Jörg H. stand nicht für eine offenen Gesellschaft, anders als z.B. seine ehemalige politische Begleiterin Heide Schmidt, die sich bekanntlich mit einer Politik der offenen Gesellschaft in Österreich “die Zähne ausbeißt”.
Insofern ist Jörg H. mehrmals Opfer seiner eigenen Politik. Er stand für Tempoerhöhungen auf Österreichs Straßen und er stand für Ausgrenzung von Andersartigkeit.
geschrieben von Karl Baumann am 21.10.2008 12:35
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Urzeitgemäße Betrachtungen - INHALT
Eines bleibt jedenfalls oder hoffentlich erhalten, ein deutsches Wort, erfunden von Thomas Bernhard, verwendet von Hr. Stefan P., ein fescher, gutaussehender Jüngling im besten Alter: Lebensmensch
Jörg H. war ein “Lebensmensch”, so die erste, eher verzweifelt wirkende und (zumindest scheinbar) spontane Reaktion von Hr. P.
Doch was meint Hr. P. damit?
Thomas Bernhard verband mit seinem „Lebensmensch“, Hedwig Stavianicek, eine innige Beziehung, die soweit ging, dass er sich auf eigenen Wunsch im Grab seines „Lebensmenschen“ Hedwig Stavianicek auf dem Grinzinger Friedhof in Wien-Döbling beerdigen ließ. (vgl. de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Bernhard, 21.10.2008)
Es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass Hr. P. bei seiner Äußerung tatsächlich an Thomas Bernhard gedacht hatte.
Somit bleibt der Verdacht, dass dieser Begriff für den Opportunismus, den populistische Politik bedingt bzw. die Doppelmoral, den (klein-)bürgerliche Gesellschaftsformen mit sich bringen, steht.
Kärnten i.B. und Österreich i.A. könnte von z.B. Berlin noch viel lernen.
Jörg H. stand nicht für eine offenen Gesellschaft, anders als z.B. seine ehemalige politische Begleiterin Heide Schmidt, die sich bekanntlich mit einer Politik der offenen Gesellschaft in Österreich “die Zähne ausbeißt”.
Insofern ist Jörg H. mehrmals Opfer seiner eigenen Politik. Er stand für Tempoerhöhungen auf Österreichs Straßen und er stand für Ausgrenzung von Andersartigkeit.









