
Staat, Politik, Verbände, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), Vereine.
Weblog von Redaktion Politik
Staat, Politik, Verbände, NGOs: Abenteuerurlaub auf Allgemeinkosten!
Tagelang wurde die Öffentlichkeit mit Nachrichten über den ungeplanten Verlauf einer Wüstenfahrt zweier Salzburger Urlauber in Tunesien überschüttet. Um sich den daheim anscheinend fehlenden „Kick“ zu geben, fuhren die Urlauber ohne die üblichen tunesischen Genehmigungen und außerhalb einer Gruppe im wahrsten Sinne des Wortes „in die Wüste“.
Eine leichte Beute für eine religiös verbrämte Entführung durch die im tunesisch-algerischen Grenzgebiet umherziehenden Fanatiker. Die in einem ersten Ultimatum an die österreichische Regierung geforderte Freilassung von in Algerien inhaftierten Gesinnungsgenossen war logischerweise nicht erfüllbar und diente nur der Verschleierung des wahren Grundes, nämlich ein möglichst hohes Lösegeld von der österreichischen Regierung zu erpressen.
Neben dem Außenministerium mussten sich auch Bundeskanzler und Vizekanzler mit der Angelegenheit befassen, obwohl in Österreichs Innenpolitik weit wichtigere Dinge einer Lösung harren. Ein Krisenstab wurde eingerichtet, hohe Beamte müssen ständig parat stehen, um auf die neuesten Entwicklungen in der Geiselaffäre rasch reagieren zu können. Die Regierungen Frankreichs, Libyens und Malis wurden um Hilfe gebeten. Ein Sondergesandter der österreichischen Regierung, der fähige, bereits pensionierte Diplomat Anton Prohaska hält sich seit Tagen in Mali auf, um die heiklen Verhandlungen mit den Entführern zu unterstützen.
Denn nach Pressemeldungen befinden sich die Geiseln nun in Mali, mehr als 1500 Kilometer vom ursprünglichen Entführungsort entfernt. Daraus kann geschlossen werden, dass die Entführer sich auf ein Netzwerk von Helfern und Helfershelfern stützen konnten, denn wie sonst konnten die Geiselnehmer mit ihren Geiseln während der mehrere Wochen andauernden Flucht unbemerkt bleiben?
Nun scheint die Geiselnahme für die Opfer ein glückliches Ende zu finden, da nach einer Meldung des ORF am 20.03.08 unter Berufung auf den österreichischen Konsul in Mali ein Durchbruch bei den Verhandlungen mit Unterhändlern der Geiselnehmer unmittelbar bevorsteht.
Man vermutet Lösegeldzahlungen von über fünf Millionen Euro.
Ein hoher Preis für einen Wüstentrip cooler tougher Leute; mit diesem Geld hätte man rund 50 000 Bedürftigen den so genannten Gusenbauer-Hunderter zukommen lassen können.



