
Staat, Politik, Verbände, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), Vereine.
Weblog von Redaktion Politik
Staat, Politik, Verbände, NGOs: G 8 - Ein "Fest" hinter Gittern
Die geladenen Gäste
Der Gipfel der sieben größten Industriestaaten der Welt und Russland neigt sich seinem Ende zu. Die Großen der Welt, George W. Bush/USA, Shinzo Abe/Japan, Romano Prodi/Italien Stephen Harper/Kanada, Nicolas Sarkozy/Frankreich, Tony Blair/ Großbritannien und Wladimir Putin/Russland, trafen im deutschen Bad Heiligendamm nahe Rostock ihre deutsche Gastgeberin Angela Merkel. Das Gelände wurde weiträumig mit einem Drahtgitterzaun abgeriegelt und Tausende Polizisten wurden zum Schutz aufgeboten. Gefangen in ihrer eigenen Wichtigkeit tagen sie nun und beraten über das Schicksal der Welt, z. B. über den Klimaschutz, über das von den Amerikanern in Tschechien bzw. Polen geplante Raketenabwehrsystem gegen die „Schurkenstaaten“, über eine wirksame Hilfe für Afrika.
Die ungeladenen Gäste
Vor dem Drahtgitterzaun demonstrieren und protestieren die „Anderen“, die Globalisierungsgegner, die „Autonomen“, die Linken wie die Rechten, nicht nur gewaltfrei, sondern, wie schon am Wochenende vor dem Gipfel im Rostock, auch gewalttätig. Während des Gipfels zelten etwa 6000 Aktivisten in einem Camp in der Nähe von Heiligendamm. Dort hin kommen aber nicht einmal Journalisten; für diese sind aber ohnehin die Ereignisse vor (oder hinter?) der Absperrung interessanter. Jedenfalls versuchen die Gegner durch Felder mit Wintergerste zumindest bis an die Absperrung zu gelangen, gefolgt von der Polizei. Diese ganze bunte Schar von Aktivisten, die vorgeben, die Welt zu retten und die Umwelt zu schützen, trampelt also Getreide nieder. Stellt sich die Frage: Ist ihnen eigentlich bewusst, was sie da tun? Wo bleibt der Respekt vor dem Eigentum anderer? Wer ersetzt den Bauern die angerichteten Schäden? Warum vergeuden Tausende von Menschen ihre Kraft in wenig sinnvollen Aktionen, statt diese in Hilfe für die von ihnen vorgeblich zu Rettenden umzusetzen?
Die Reste vom Feste
Und auf der anderen Seite des Zaunes? Auch dort steht es schlecht um konkrete Ergebnisse. Der Klimaschutz wird vor allem von den USA nicht wirklich ernst genommen, das geplante Raketenabwehrsystem wird von Putin heftig bekämpft; er droht, seinerseits Raketen gegen Europa zu richten – der nächst Kalte Krieg lässt grüßen. Und die Hilfe für Afrika wird wohl wieder auf der Strecke bleiben. Wozu also dieser ganze Aufwand, der Unsummen verschlingt? Könnte man diese Millionen nicht viel sinnvoller gleich in Projekte für den Klimaschutz investieren oder in Hilfsprojekte für Afrika? Das wird aber wohl Wunschdenken bleiben. Es wird weiter „gegipfelt“ und protestiert werden, der Klimaveränderung und der Not in Afrika zum Trotz.
am 08.06.2007 13:51



