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Weblog von Redaktion Politik
Staat, Politik, Verbände, NGOs: Vom erfolgsverwöhnten Sonnyboy zum Untersuchungshäftling
Der tiefe Fall des Ex-Sturmpräsidenten Hannes Kartnig
Hannes Kartnig wurde in Untersuchungshaft genommen! Ein tiefer Fall für den einstigen Big Boss des Fußball-Bundesligaklubs SK Sturm Graz. Es sind gravierende Delikte, die ihm vorgeworfen werden: Abgabenhinterziehung, Veruntreuung, betrügerische Krida und der grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen.
Gesucht werden vor allem zwei Millionen Euro, die zwischen 1998 und 2005 aus der Sturm-Kasse abhanden gekommen sind. In diesem Zeitraum – so die Aussendung der Staatsanwaltschaft – habe Kartnig bei den Casinos Austria 40 Millionen Schilling verspielt. Die Frage drängt sich auf: War es Sturm-Geld, das da am Roulette-Tisch den Besitzer gewechselt hat? Wären die Casinos Austria nicht verpflichtet gewesen, Kartnig nach ständigen hohen Verlusten mit Casino-Verbot zu belegen? Tatsache ist, dass es zu einer derartigen Vequickung der Geschäfte und Tätigkeiten zwischen dem SK Sturm und Kartnigs Firma „Perspektiven-Werbung“ gekommen ist, dass die Lösung des Gordischen Knotens dagegen ein Kinderspiel ist. Es wird Sache der Gerichte sein, diesen Verdacht und auch die anderen Verdachtsmomente zu klären.
Die schillernde Person Kartnig, die ständig das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gesucht und auch gefunden hat, sei es durch Selbstinszenierung, sei es aber auch durch die unbestreitbaren Erfolge, die er als Präsident des SK Sturm gefeiert hat, wird auch weiterhin in den Medien präsent sein, zumindest so lange, bis das Gericht zu einem Urteil gekommen ist. Diese Medienpräsenz dürfte für ihn aber eher verzichtbar sein, denn es fehlt die schicke Staffage der Prominenz, deren Sonnyboy Kartnig war, so lange ihm der Erfolg vergönnt war.
Die einstigen Neider werden heute mit dem Finger auf den Ex-Sturmpräsidenten zeigen und es schon immer gewusst haben, dass es bei der zur Schau gestellten Protzerei nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Denn Bescheidenheit war Kartnigs Sache nie.
„Erfolg muss man langsam löffeln, sonst verschluckt man sich an ihm“ meint Erika Pluhar.
am 10.05.2007 12:04



