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Weblog von Redaktion Politik
Staat, Politik, Verbände, NGOs: VR China: 15 tibetische Mönche verhaftet und von Folter bedroht
Bildquelle: amnesty international: Andy Wong/AP/PA Photo
Am Montag, dem 10. März 2008, begannen Mönche des Klosters Drepung einen Demonstrationszug in Richtung Barkhor. Eine andere Gruppe, zu der die 15 nun inhaftierten Mönche gehörten, begann eine Demonstration im Kloster Sera, wurde aber schon bald darauf festgenommen.
Die Mönche forderten, dass die Regierung eine Kampagne zur „patriotischen Umerziehung“ lockern solle, mit der sie gezwungen werden, sich vom Dalai Lama abzuwenden und die sie der Propaganda durch die Regierung aussetzt.
In anderen Klöstern kam es daraufhin zu Protesten für die Inhaftierten. Dann folgten Demonstrationen in Lhasa, anderen Teilen Tibets und in den angrenzenden Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan, in denen ein hoher Prozentsatz von Tibeterinnen und Tibetern lebt. Am 14. März 2008 wurden die Prosteste gewalttätig, einige Protestierende setzten chinesische Geschäfte in Brand und griffen Menschen anderer ethnischer Herkunft an.
Die chinesischen Behörden riefen dazu auf, dass sich die Protestierenden bis Mitternacht des 17. März 2008 (Pekinger Zeit) stellen sollten und versprachen, mit diesen Personen nachsichtig zu verfahren. Seit heute, dem 18. März 2008, sollen die Straßen in Lhasa überwiegend ruhig und menschenleer sein.
Berichten zufolge durchsuchen Polizei und Soldaten in Lhasa ein Haus nach dem anderen. Augenzeugen gaben an, dass dabei einzelne Menschen aus ihren Häusern gezerrt worden sind. Die Berichte über Unruhen in den benachbarten Provinzen Sichuan und Gansu halten ebenfalls an. Darüber hinaus sollen einige chinesische Polizisten und Soldaten exzessive Gewalt gegen tibetische Demonstrierende in Lhasa und anderswo eingesetzt haben, wobei es auch Todesopfer gegeben haben soll. Da nun eine große Anzahl von Soldaten in der Region stationiert ist, könnte es zu weiteren Menschenrechtsverletzungen kommen.
Die chinesischen Behörden haben eine fast lückenlose Nachrichtensperre über Tibet und die angrenzenden Regionen verhängt. Seit dem 12. März 2008 erhalten Journalistinnen und Journalisten keine Einreisegenehmigungen mehr nach Tibet. Ausländischen Journalisten wurde die Einreise in Bezirke der Provinzen Gansu, Sichuan und Qinghai, wohin sich die Unruhen ausgebreitet hatten, verweigert oder sie wurden aus den Bezirken ausgewiesen.
Die chinesische Regierung hat das Recht und die Pflicht, alle Menschen und auch Eigentum vor Gewalt zu schützen. Gleichzeitig schreibt das Völkerrecht vor, dass die Behörden bei ihrem Vorgehen in solchen Krisen die grundlegenden Menschenrechte sowie die Prinzipien der Notwendigkeit und der Verhältnismäßigkeit zu wahren haben. So sollten zum Beispiel Schusswaffen lediglich als letztes Mittel zum Einsatz kommen und wenn Leben in Gefahr sind.Die jüngste Menschenrechtskrise in Tibet verdeutlicht einmal mehr die Unterdrückungspolitik der chinesischen Regierung. Mehrere Dutzend TibeterInnen wurden getötet, Hunderte verhaftet. Unter ihnen 15 junge tibetische Mönche, die am 10. März in der Hauptstadt Lhasa festgenommen wurden. Die Gefahr ist gross, dass sie gefoltert oder misshandelt werden.
Laut dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie („Tibetan Centre on Human Rights and Democracy“ – TCHRD) wurden am 10. März 2008 15 tibetische Mönche festgenommen, als sie im Stadtteil Barkhor in der Hauptstadt Lhasa eine friedliche Demonstration abhielten. Zurzeit ist weder ihr Aufenthaltsort bekannt, noch ob Anklage gegen sie erhoben wurde. Sie befinden sich in großer Gefahr gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden. Ihre Namen lauten: Samten (17 Jahre), Trulku Tenpa Rigsang (26 Jahre), Gelek Pel (32 Jahre), Thupwang (30 Jahre), Pema Garwang (30 Jahre), Tsegyam (22 Jahre), Soepa (30 Jahre), Lobsang (15 Jahre), Lobsang Thukjey (19 Jahre), Tsultrim Palden (20 Jahre), Lobsher (20 Jahre), Phurden (22 Jahre), Thupdon (24 Jahre), Lobsang Ngodup (29 Jahre), Lodoe (30 Jahre).
Wenn Sie diese Menschen vor Misshandlung und Folter schützen wollen, richten Sie Appelle an den
Staatspräsident
President of the People’s Republic of China
HU Jintao Guojia Zhuxi
The State Council General Office
2 Fuyoujie, Xichengqu
Beijingshi 100017, VR CHINA
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Regierungschef der Autonomen Region Tibet
Qiangba PUNCOG Zhuren
Xizang Zizhiqu Renmin Zhengfu
1 Kang’angdonglu
Lasashi 850000, Xizang Zizhiqu, VR CHINA
(korrekte Anrede: Dear Chairman)
Minister für öffentliche Sicherheit
MENG Jianzhu Buzhang
Gong’anbu
14 Dongchang’anjie
Dongchengqu, Beijingshi 100741, VR CHINA
Telefax: (0086) 10 63099216
(korrekte Anrede: Your Excellency)
am 26.03.2008 23:23



