
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Computergrafik (IV) - fotonahe Computergrafik
Bildquelle: ©Alfred Rhomberg
Computergrafik (IV) – fotonahe Computergrafik.
(Fortsetzung der Beiträge Computergrafik I –III)
Wie bei den in Teil III beschriebenen Landschafts-Computergrafiken, wurde auch bei den hier beschriebenen Grafiken – anders als bei den „abstrakten Bildern“ – von Fotos ausgegangen. Im Unterschied zu den Landschafts- und figürlichen Grafiken sind die Basisfotos hier nicht vorgeplant, es werden völlig uninteressante, unbedeutende Fotos verwendet, die ich nach verwertbaren Arealen untersuche. Diese Areale sind meist seht klein – ca. 5-10% der Fläche des Gesamtfotos. Der „kreative Akt“ besteht also darin, a) ein geeignetes Areal zu finden und b) etwas daraus zu machen. Mein Ziel war es, dem Areal eine neue Poesie zu vermitteln, die im ursprünglichen Bild nicht vorhanden ist.
Das Bild „Morgentratsch“ ist Teil eines meiner Dokumentationsfotos (Innsbrucker Domplatz). Die beiden Personen fallen im Original nicht auf. Da solche Ausschnittsvergrößerungen naturgemäß sehr unscharf sind, muss man sich entscheiden, einige Details zu schärfen, meist genügen nur wenige Detailschärfungen. Dies gelingt nicht mit Schärfungsfiltern der Grafiksoftware, weil dadurch die Unschärfen noch verstärkt werden (das Bild „fällt auseinander“). Mit Ulead PhotoImpact lassen sich markierte Balken eines Ausschnittes besonders leicht so an den Rand (z.B. des Fensters) verschieben, dass ein scharfer Umriss entsteht. Bei diesem Bild wurden nur die Fensterkanten, eine Hauskante und die obere Kante der roten Bank auf diese Weise geschärft. Schwarzfärbung der Personen und die Einfärbung der Hausfront, sowie geringfügige Veränderungen der Bank genügten, um auch digitale Vergrößerungen auf DIN A3 zu erlauben.
Die „Rote Dame“ ist Teil eines Winterfotos eines Innsbrucker Platzes, das als Originalfoto keinerlei Aussage hat. Auch bei diesem Bild wurden nur ca. 5% der Originalbildfläche herausgeschnitten. Die Unschärfe des Gesamtbildes verlangte lediglich zwei kleine Korrekturen: die Dame wurde rot eingefärbt und die vorderste Straßenkante mit dem „Malstift“ des Grafikprogrammes geschärft. Mit einem Krümmungsfilter wurde diese Kante weiter gerundet und die Farben so eingestellt, dass das „Rot“ der Dame der einzige Kontrast zum übrigen tristen Grau des Bildes ist.
Hiermit endet die Serie „Computergrafik“, weitere Bildbeispiele sind in meiner homepage www.arho.at enthalten. (Alfred Rhomberg)
am 15.01.2008 16:59
