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07.09.2008
Das kleine Land Ostarrichi z...
Igler Reflexe (216 Beiträge online)
Igls ist ein Dorf ca. 300 Meter oberhalb von Innsbruck und seit 1942 als Stadtteil von Innsbruck eingemeindet. Trotz seines Bekanntheitsgrades als Wintersportort und der 1964/ 1976 für die Winterolympiaden erbauten Kunsteis-Bob- und Rodelbahn mit regelmäßigen internationalen Rennen, ist Igls ein eher ruhiger, angenehmer Stadtteil – ohne laute events. Bei meinen Mittelgebirgswanderungen verarbeite ich die positiven und negativen Nachrichten der Welt zu kleinen Sentenzen (Gedankenlyrik), etwas umfangreicheren Essays und Wirtschaftsartikeln, die ich als freischaffender Publizist und Künstler publiziere. In loser Folge werde ich unter dem Titel IGLER REFLEXE Gedanken, Gedankenlyrik und etwas umfangreichere Essays hier veröffentlichen.

eZine von Alfred Rhomberg

Igler Reflexe - Das kleine Land Ostarrichi zwischen Phäakentum und Utopia

Channel: Staat/Politik
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Igler Reflexe - Das kleine Land Ostarrichi zwischen Phäakentum und Utopia - Das Ostarrichi Patent mit eingesiegeltem Bundeskanzleramt (A. Rhomberg, aus Material für das kein copyright besteht)
Bildquelle: Das Ostarrichi Patent mit eingesiegeltem Bundeskanzleramt (A. Rhomberg, aus Material für das kein copyright besteht)

Es war einmal ein kleines Land namens Ostarrichi. Das Land wurde von fünf Königen beherrscht – zwei etwas größere, zwei mittelgroße und ein kleiner König, der sich allerdings einbildete, wesentlich größer zu sein, notfalls mit Gewalt (was nie bewiesen wurde). Eigentlich bildeten sie sich nur ein, dass sie ihr Land beherrschen würden, denn das Volk ist undankbar und lässt sich nur von solchen Königen beherrschen, die ihnen Vorteile versprechen und daher versprach jeder von ihnen alles, auch wenn sie es nicht besaßen. Wer besitzt schon alles und selbst wenn sie sich zusammengetan hätten und ihre Ersparnisse vereint hätten, wäre nicht so viel zusammen gekommen, um das Volk zu beschenken – schon deswegen nicht, weil sie über keinerlei Ersparnisse verfügten. Alles was sie besaßen, hatten sie dem Volk vorher weggenommen und verbraucht, aber Völker sind bekanntlich schon froh, wenn sie wenigstens einen kleinen Teil dessen, was ihnen weggenommen wurde, wieder zurück erhalten und seien es nur 50 Dukaten, um ihren Pferden etwas Hafer und sich selbst gelegentlich einen Trank von der Kräuterfrau kaufen zu können. Auch hätte das Volk es begrüßt, wenn Kerzen, Holz und Butter nicht ständig teurer geworden wären – aber in dieser Hinsicht war von keinem der Könige etwas zu erwarten, denn weder wussten sie, ob sie sich im nächsten Vierteljahr noch König nennen durften, noch mit welchen der anderen Könige sie Freundschaft (oder Feindschaft) schließen sollten – denn ganz allein ließe sich das Ostarrichi-Volk wohl kaum von einem der Könige regieren. Beim Kampf gegen die anderen Könige war man nicht ritterlich und bediente sich sogar der jeweiligen Hofpresse bzw. Kronenzeitungen oder anderer Volkszeitungen des Landes.

Es gab aber nicht nur Könige in Ostarrichi, es gab KönigsmörderInnen, RatgeberInnen – und nicht zuletzt das lästige Volk, das sich seine Könige oder Königinnen selbst aussuchen wollte. Unerhört – da hätte man in Ostarrichi ja gleich die Republik ausrufen können! Weil aber das Volk auch gar nicht wusste, welche der Könige es wählen sollte, verließ man sich einfach darauf, welche/r ihnen am meisten Butter versprach und zwar auf Lebenszeit, denn auch wenn man längst nicht mehr arbeitete, so musste man doch etwas essen. So wählte man also diejenigen, die am meisten versprachen und weil die gewählten Könige/innen nie genug Butter zum Verteilen hatten, setzte man sie bald wieder ab, wählte neue und immer wieder neue und wenn sie nicht gestorben sind dann wählt man heute noch!

Auch wenn die Könige von Ostarrichi vielleicht keine besonders ausgeprägte Moral dem Volk gegenüber hatten, so hat doch wenigstens dieses Märchen eine Moral: glaube niemandem, der nur Butter verspricht – man braucht gelegentlich auch etwas Wurst und ein kleines Gläschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Anm.: Die Ostarrichier vergleichen sich manchmal gerne mit den Phäaken, jenem Volk von dem Homer schrieb, dass sie gastfreundlich waren und ein glückliches und sorgloses Leben führen konnten.

Bei Joseph Weinheber hört sich das 1948 („Der Phäake“) so an:

Ich hab sonst nix, drum hab ich gern
ein gutes Papperl, liebe Herrn:
Zum Gabelfrühstück gönn ich mir
ein Tellerfleisch, ein Krügerl Bier,
schieb an und ab ein Gollasch ein,
(kann freilich auch ein Bruckfleisch sein),
ein saftiges Beinfleisch, nicht zu fett,
sonst hat man zu Mittag sein Gfrett

Mit dem Utopia von Thomas Morus haben die Ostarrichier nicht so viel gemein, außer dass man wie in Utopia auf eine für jeden Kranken optimale Krankenversorgung Wert legte. Schon dass die wissenschaftlichen Vorlesungen öffentlich sind und sie zu besuchen die beliebteste Freizeitgestaltung der Utopier ist, kann man bei den Ostarrichiern für eher unwahrscheinlich halten und auch die allgemeine Arbeitspflicht und der gemeinschaftlich betriebene Ackerbau entspricht nicht ganz den Vorstellungen die die Ostarrichier von sich selbst haben.

(Alfred Rhomberg)


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(11.06.2008) In memoriam Bruno – Bären müssen rechnen lernen!
(11.06.2008) Das Gift der Schuld
(10.06.2008) Das Protokoll in Entikon – auf der Suche nach dem Flüchtigen
(09.06.2008) Was vom Tage übrig blieb – allgemeine Betrachtungen zu einem erwarteten Wahlergebnis, das mehr ist als ein Tagesevent.
(06.06.2008) ManderInnen es isch Zeit – über Fantasie&losigkeit
(06.06.2008) Die Verwundbare II – Verwandlung zur Hochmütigen
(05.06.2008) Die Prächtige
(05.06.2008) Da sagt der Landmann: es ist gut...
(05.06.2008) Die Verwundbare
(04.06.2008) Leitwährungen der Geschichte – von der Tetradrachme bis zum Euro und ein Versuch die Zukunft des Euro abzuschätzen.
(03.06.2008) Münzen – wie finster war das Mittelalter?
(03.06.2008) Tagesnachrichten
(02.06.2008) Leserbriefe zu einem wissenschaftlichen Disput
(02.06.2008) Münzen haben mehr als zwei Seiten – eine davon verführt zur Sentimentalität
(02.06.2008) Älter werden
(31.05.2008) Ernstes über Komik – der Witz als Wissenschaftsobjekt
(30.05.2008) „Dasein ist Seiendes, dem es in seinem Sein um sein Sein geht“ – aus der Biographie des Halbseins A.R..
(28.05.2008) Katharsis am Beispiel der EM 2008
(28.05.2008) Münzen – „Leitfossilien“ soziologischer und ökonomischer Entwicklungen.
(28.05.2008) Dumme Wetten
(27.05.2008) Teuerungen sind ein sich selbst verstärkender Prozess – was der Einzelne dagegen unternehmen kann.
(26.05.2008) Inflation – Sonderfälle abseits vom Lehrbuch
(26.05.2008) Der Despot und sein Spiegelbild
(24.05.2008) Vernehmlassung an einer eidgenössischen Amtsstelle, Anzuhörender: A. R.
(23.05.2008) Kunststoff II – Aufbruch in eine alte Richtung
(22.05.2008) Schöne neue Kunststoffwelt
(22.05.2008) Gesellschaft ohne Wertvorstellungen
(21.05.2008) Synthese, Lyse und Analyse von Paarbeziehungen anhand von 99 Fällen.
(19.05.2008) Was ist Kunst? - Versuch einer Abgrenzung zur Unkunst.
(18.05.2008) Life Ball 2008 – Zwischenruf
(17.05.2008) Der richtige Weg
(17.05.2008) Lichtspur
(16.05.2008) Seitenblicke
(15.05.2008) Wien, Wien nur du allein...
(15.05.2008) Innsbruck - Salzburg
(14.05.2008) Aus der Welt der Kristalle
(12.05.2008) e-mail an mich - eine psychoanalytische Studie
(11.05.2008) Drahtseilakte – eine Zwischenbilanz
(10.05.2008) Alaska
(09.05.2008) Eine schöne runde Welt.
(08.05.2008) Über Tanten
(07.05.2008) SMS
(07.05.2008) Nonkonformismus
(05.05.2008) Guten Morgen
(04.05.2008) Ursprung
(04.05.2008) Verkehrsmittel und Verkehrsmittelfahrausweisentwertungsautomaten
(02.05.2008) Gedanken am 2. Mai zum 1. Mai 2008
(01.05.2008) Erinnerungen an den schönsten 1. Mai
(30.04.2008) What’s about what ?
(28.04.2008) Mei liabste Weis’, Popmusik und andere musikalische Phänomene
(27.04.2008) Bauch versus Kopf
(27.04.2008) Die Kunst zu überleben
(26.04.2008) Formica sedula est – oder Klavierspielen lernt man durch Klavierspielen
(25.04.2008) „Alle Straßen führen nach Rom“ - existenzphilosophische Betrachtungen über den Transitverkehr
(24.04.2008) Jung –> alt -> Alzheimer
(23.04.2008) "Österreich ist ein Labyrinth, in dem sich jeder auskennt" - Rot-Weiß-Rot Denken versus Schwarz-Rot-Gold Denken.
(21.04.2008) rot-weiß-rot denken - heute so – morgen so – es ist halt alles nicht so schlimm.
(20.04.2008) Was sind Generica – sind sie schlechter? - oder gleichwertig mit den Originalpräparaten?
(19.04.2008) Was hat die Chaostheorie mit schwarz-weiß-denken zu tun? - Gedanken anlässlich des Todes von E. Lorenz
(19.04.2008) Schwarz-Weiß-Denken (Zwischenruf - Gedankenlyrik)
(18.04.2008) Juristen und Chemiker – grundverschiedene Ausbildungen und doch Gemeinsamkeiten
(17.04.2008) Japanische Medizin und Indische Medizin - Ayurveda (Fachliche Grenzbereiche III)
(15.04.2008) Die Kraft der Bilder ?
(15.04.2008) TCM „versus“ Schulmedizin (Fachliche Grenzbereiche II)
(14.04.2008) Chemiker denken und handeln wie Chemiker, Ärzte wie Ärzte, Psychologen wie Psychologen .....Ingenieure wie Ingenieure, na und? - Fachliche Grenzbereiche (I) –„Homöopathie“.
(11.04.2008) Unsinniges (Gedanken bei anstrengendem Wetter)
(11.04.2008) Zeitgeist ist die Unterwerfung der eigenen Individualität - Gedankenlyrik
(09.04.2008) Ein "Herr" - Florenz
(08.04.2008) Aus der Werkstatt der „Igler Reflexe“ – never touch a running system
(06.04.2008) Olympische Spiele: Eine neue Disziplin: Heuchelei
(05.04.2008) Kreativität (IV) Wo Chaos da, ist Schöpfung nah - eine besodere Art der Visualisierung
(05.04.2008) Kreativität (III) - Die Bereitschaft zur Umgestaltung von Wahrnehmungs- und Denkmethoden: Visualisierung
(04.04.2008) Wozu viele Worte?
(04.04.2008) Die Konstruktion heiler Welten
(03.04.2008) Kreativität (II) - Vom kausalen zum kreativen Denken
(03.04.2008) Kreativität (I)
(02.04.2008) Gedankenlyrik
(29.03.2008) Boykott II - Szenarien
(27.03.2008) Boykott - ein derzeit hochaktuelles Wort: Allgemeines zu diesem Thema
(24.03.2008) Gedanken nach 2,5 Osterspaziergängen