
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Demokratie:
Bildquelle: Alfred Rhomberg
Demokratie:
Jeder kennt die Meinung Winston Churchills über die Demokratie – „die Demokratie sei die schlechteste aller Regierungsformen, ausgenommen aller anderen“ (Rede im Unterhaus, November 1947).
Mein „Doktorvater“ meinte zur Demokratie: „Solange in einer Demokratie die Stimme jedes „Wolldrehers“ (?) ebensoviel gilt wie die eines Universitätsprofessors, bin ich kein überzeugter Demokrat“. Ich fand den Ausspruch damals arrogant, wusste allerdings nicht, was für eine Regierungsform er sich tatsächlich wünschte (er war weder Nazi, noch Monarchist, noch Kommunist). Heute glaube ich, dass er einfach ähnlich dachte, wie ich es in meinen „Sentenzen“ (kleinigkeiten und banales, 2007, Eigenverlag) zum Ausdruck gebracht habe.
Demokratie
Immer wiederkehrende Versuche, das zu verwirklichen, was eigentlich selbstverständlich wäre – aber nie zur Selbstverständlichkeit wird.
Fast alle Länder halten sich heute für demokratisch – man braucht nur die Herrschenden zu fragen – und bekäme so viele Antworten, wie es Herrscher gibt.
(Meine) Realität:
Ich wähle, weil ich sonst ein schlechtes Gewissen hätte –
ich wähle, weil mir eine Partei verspricht, dass sie recht hat - (ich könnte auch die „Anderen“ wählen, weil auch sie versprechen, dass sie recht haben).
Ich wähle, weil meine Stimme am Wahlsonntag gefragt ist – diese Chance muss man nützen – wenn ich nicht wähle, werde ich vier lange Jahre ein schlechtes Gewissen haben.
Da haben es andere leichter: es gibt noch immer Demokratien, in denen vorgeschrieben wird, wer gewählt werden darf oder muss – dort gibt es kein schlechtes Gewissen – nur Ohnmacht.
am 22.01.2008 14:18
