
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Dialog
Bildquelle: Quelle: Yahoo Nachrichten - Banalitäten belasten Beziehung mehr als große Probleme - Signal Iduna (eine deutsche Versicherung)
Ich meine es ernst!
Wie ernst?
So ernst, dass niemand es beschreiben könnte!
Wenn man etwas nicht beschreiben kann, ist es nicht wirklich ernst!
Darin liegt ja der Irrtum – nur was man nicht beschreiben kann ist wirklich ernst!
Ist das eine neue Philosophie?
Nein es ist die bittere Wahrheit!
Kann Philosophie nicht mit der bitteren Wahrheit identisch sein?
Alle Philosophen suchen nach der bitteren Wahrheit!
Vielleicht – Wahrheiten könnten ernst sein, wenn es sie gäbe – aber es gibt sie nicht!
Ja – wenn man nicht genug sucht, gibt es sie nicht!
Und wenn man sie suchte, fände man sie nicht!
Das mag sein, aber das weiß man erst, wenn man gesucht hat!
Soll ich nur suchen, damit ich weiß, dass die Wahrheit ernst ist?
Nein – niemand muss suchen, wenn er nichts finden will – trivial gesagt: wenn man seinen Schlüsselbund nicht verloren hat, muss man nicht danach suchen.
Das ist einleuchtend – wenn man also die Wahrheit nicht verloren hätte, müsste man sie nicht suchen?
So einfach ist es nun auch wieder nicht – nach einem Schlüsselbund könnte man suchen und ihn vielleicht finden, nach der Wahrheit dagegen könnte man zwar ebenfalls suchen aber man würde sie nicht finden!
Dann hinkt aber der Vergleich mit dem Schlüsselbund!
Alle Vergleiche hinken!
Hm – wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Philosophen!
Es geht doch nichts über einen guten Dialog – ich meine – so quasi als Vorspiel für etwas besseres.
Stimmt – aber was ist das Bessere?
Nach meinem Schlüsselbund zu suchen, den ich tatsächlich verloren habe – vielleicht kann ich ihn ja wiederfinden!
(Die meisten Dialoge enden im Banalen – nur weiß man das am Anfang eines Dialogs nicht und später ist es zu spät).
(Alfred Rhomberg)
am 05.05.2009 01:33
(2) Kommentare zum Beitrag "Dialog"
RE: Dialog
Lieber Herr Rhomberg,
nun haben Sie mir mit diesem Beitrag aber einen tüchtigen Schrecken eingejagt. Tiefsinniger Einstieg, logische, leicht ironisch gewürzte Argumentationskette und dann ein Paukenschlag zum Schluss:
„ Die meisten Dialoge enden im Banalen“.
Ja, stimmt denn das? Und wenn ja, warum?
Weil wir uns bei philosophischen Themen irgendwann zwangsläufig im Kreis drehen?
Weil einer dem anderen intellektuell nicht mehr folgen kann oder zur Konfliktvermeidung, weil die Behauptungen keinen Widerspruch mehr dulden?
Oder flüchten wir in oberflächliches Gerede, weil wir es nicht aushalten können, dass es keine Wahrheiten gibt?
Schließlich müssten wir unsere Seele verkaufen, um zu erkennen „ was die Welt im Innersten zusammenhält“. Und wer will das schon ?
Die Banalität als Schutzfunktion? Vielleicht, aber manchmal erscheint mir auch die Bewältigung des Alltäglichen gerade schwer genug und ich bemerke meine heimliche Bewunderung für diejenigen, die dies scheinbar mühelos beherrschen.
Auch eine höfliche Floskel bringt mich zum Lächeln – im besten Falle über mich selbst.
Mit lieben Grüßen, Jutta
geschrieben von jutta am 13.06.2009 20:25
RE: Dialog
Liebe Frau Jutta,
Der von Ihnen als “Schrecken” bezeichnete Ausgang des Dialogs war von mir so beabsichtigt – schon etwas ironisch, aber – wie Sie mir glauben dürfen – ohne Zynismus!. Die Gründe, dass die meisten Dialoge im „Banalen“ enden, haben Sie selbst in Ihrem Kommentar sehr exakt aufgezählt. Meist enden ernste Diskussionen im „Sichimkresherumdrehen“ – oft ist es eine Schutzfunktion, weil man nicht mehr weiter weiß. Man muss allerdings immer das jeweilige Lebensalter berücksichtigen: in der Jugend, in der man – zumindest früher – zwischen 16 und 18 am meisten über „Gott und die Welt“ philosophierte, kannte man weder die Technik/Dialektik, noch die Tragweite solcher Diskussionen – es war eher ein Spiel, die eigene Überlegenheit zu demonstrieren (um die Realität der „letzten Wahrheit“ ging es dabei selten, obwohl man sich das einbildete). Später versiegen solche Diskussionen eher. Für diejenigen, die die Bewältigung des Alltagslebens scheinbar so „mühelos“ beherrschen, gilt oft der Satz „seelig sind die da geistig (oder je nach Auslegung – geistlich) arm sind – man kann offenbar ganz gut damit leben. Wer trotzdem fragt, möchten jedoch auch Antworten bekommen, die es letztlich ab einem gewissen Punkt nicht mehr gibt. Wer das nicht erkennt, landet vermutlich zwangsläufig im Banalen. Das heißt nicht, dass sie/er nicht fragen soll – allerdings sollte der genannte Punkt erkannt werden und dies auch zugeben – ein Eingeständnis, das in der Philosophie sehr häufig vermieden wird.
Mit lieben Grüßen, Alfred Rhomberg
geschrieben von Alfred Rhomberg am 18.06.2009 11:19
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Igler Reflexe - INHALT
Lieber Herr Rhomberg,
nun haben Sie mir mit diesem Beitrag aber einen tüchtigen Schrecken eingejagt. Tiefsinniger Einstieg, logische, leicht ironisch gewürzte Argumentationskette und dann ein Paukenschlag zum Schluss: „ Die meisten Dialoge enden im Banalen“. Ja, stimmt denn das? Und wenn ja, warum? Weil wir uns bei philosophischen Themen irgendwann zwangsläufig im Kreis drehen? Weil einer dem anderen intellektuell nicht mehr folgen kann oder zur Konfliktvermeidung, weil die Behauptungen keinen Widerspruch mehr dulden? Oder flüchten wir in oberflächliches Gerede, weil wir es nicht aushalten können, dass es keine Wahrheiten gibt? Schließlich müssten wir unsere Seele verkaufen, um zu erkennen „ was die Welt im Innersten zusammenhält“. Und wer will das schon ? Die Banalität als Schutzfunktion? Vielleicht, aber manchmal erscheint mir auch die Bewältigung des Alltäglichen gerade schwer genug und ich bemerke meine heimliche Bewunderung für diejenigen, die dies scheinbar mühelos beherrschen. Auch eine höfliche Floskel bringt mich zum Lächeln – im besten Falle über mich selbst.
Mit lieben Grüßen, Jutta
Liebe Frau Jutta,
Der von Ihnen als “Schrecken” bezeichnete Ausgang des Dialogs war von mir so beabsichtigt – schon etwas ironisch, aber – wie Sie mir glauben dürfen – ohne Zynismus!. Die Gründe, dass die meisten Dialoge im „Banalen“ enden, haben Sie selbst in Ihrem Kommentar sehr exakt aufgezählt. Meist enden ernste Diskussionen im „Sichimkresherumdrehen“ – oft ist es eine Schutzfunktion, weil man nicht mehr weiter weiß. Man muss allerdings immer das jeweilige Lebensalter berücksichtigen: in der Jugend, in der man – zumindest früher – zwischen 16 und 18 am meisten über „Gott und die Welt“ philosophierte, kannte man weder die Technik/Dialektik, noch die Tragweite solcher Diskussionen – es war eher ein Spiel, die eigene Überlegenheit zu demonstrieren (um die Realität der „letzten Wahrheit“ ging es dabei selten, obwohl man sich das einbildete). Später versiegen solche Diskussionen eher. Für diejenigen, die die Bewältigung des Alltagslebens scheinbar so „mühelos“ beherrschen, gilt oft der Satz „seelig sind die da geistig (oder je nach Auslegung – geistlich) arm sind – man kann offenbar ganz gut damit leben. Wer trotzdem fragt, möchten jedoch auch Antworten bekommen, die es letztlich ab einem gewissen Punkt nicht mehr gibt. Wer das nicht erkennt, landet vermutlich zwangsläufig im Banalen. Das heißt nicht, dass sie/er nicht fragen soll – allerdings sollte der genannte Punkt erkannt werden und dies auch zugeben – ein Eingeständnis, das in der Philosophie sehr häufig vermieden wird.
Mit lieben Grüßen, Alfred Rhomberg










