
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Haiti…
Bildquelle: (c) Wikipedia - Public Domain, Bootsflüchtlinge aus Haiti (das war 2005, wie von einem Freund aus Florida berichtet, wiederholt sich derzeit das Szenario)
Entsetzliche Bilder haben wir von der Katastrophe in Haiti genügend gesehen, jetzt warten wir darauf, dass die Medien über Erfolge der Hilfsmaßnahmen berichten – die Anteilnahme und Spendenfreudigkeit ist und bleibt groß. In Deutschland gibt es eine Art Gütesiegel für Organisationen – sogar eine Liste, welche Organisationen vertrauenswürdig sind, dass das gespendete Geld auch ankommt – in Österreich fehlt eine solche Liste. In Deutschland gibt es ferner die Empfehlung, nicht an Klein-Organisationen zu spenden – nicht weil diese nicht vertrauenswürdig wären, sondern weil gerade bei diesen Organisationen, wie wir inzwischen wissen, ein absolutes organisatorisches Chaos in Haiti herrscht. Es ist immer wieder erstaunlich, dass gerade die USA – besser als die UNO – in der Lage sind, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen.
Bei uns muss man sich dagegen die Frage stellen, warum alles so langsam lief/läuft. Die Bevölkerung hat großzügig gespendet, es wurde viel darüber berichtet – es wurde auch viel (etwa 4-5 Tage lang) im Fernsehen darüber berichtet, dass jetzt grünes Licht für das österreichische Rote Kreuz und andere Organisationen gegeben wurde. Wer gibt eigentlich dieses „grüne Licht“?. Ist es das Innenministerium, das Außenministerium, die obersten Spitzen der Regierungskoalition? Sind es Weisungen der EU? Man kann es vermutlich vereinfachend so beantworten: es ist „nur“ die Bürokratie! Nach der Tsunami-Katastophe 2004 – also vor mehr als 5 Jahren wurde überall (insbesondere in der EU) beschlossen, strukturelle Verbesserungen bei der Organisation solcher Not-Operationen zu erstellen – offenbar sind 5 Jahre Zeit nicht lang genug! Es wäre grundfalsch, dieses Versäumnis allein der EU vorzuwerfen (wie dies in Österreich gerne geschieht) – Bürokratie ist auch bei uns hausgemacht! Und so gab es eben viele verhängnisvolle Tage eines „grünen Lichtes“, das jeden Tag der Berichterstattung immer etwas grüner wurde – während immer mehr Menschen in Haiti starben.
(Alfred Rhomberg)
am 22.01.2010 13:22










