
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Oben mit
Bildquelle: Edwin Booth als Hamlet ca. 1870 - copyright expired
selbstverständlich mit Hirn – aber auch „oben ohne“ würde „oben mit“ nicht grundsätzlich ausschließen! In diesem Beitrag geht es jedenfalls um die konsequente Anwendung dessen, was zwei Gehirnhemisphären und ein relativ kleines Organ – der Hypothalamus1), sowie der mindestens so wichtige Hippocampus1) aus der Welt, die uns umgibt machen bzw. machen könnten.
Und was machen wir damit? Wir betrügen unsere Frauen oder Männer, wir betrügen unsere Geschäftspartner, wir betrügen uns selbst.
Wir laufen einem Ball nach, von dem alles abhängt und wir schauen zu, wie andere einem Ball nachlaufen, von dem alles abhängt.
Wir fahren schnelle Autos und fliegen von A nach B und wenn es uns dort zu langweilig ist nach C (oder zurück nach A, wenn es uns in C auch zu langweilig ist).
Wir führen Kriege und hoffen, dass wir gewinnen, ohne daran zu denken, dass andere verlieren.
Wir steigen unter den allerschwierigsten Bedingungen auf Berge, denen das völlig egal ist.
Und wir schreiben Literatur – nicht deshalb, weil das eine Kulturleistung wäre, sondern weil wir hoffen, dadurch einen kleinen Platz in der Literaturgeschichte zu erhalten, einen Platz, von dem wir wissen, dass er uns nach unserem Tod nichts mehr nützt.
Für all das hätte es nicht der Evolution bedurft, vor allem hätte es nicht eines Schöpfers bedurft, der anderes mit uns vor hatte – aber wir wissen natürlich nicht einmal, was er mit uns vorgehabt hätte, wenn wir die beiden Hemisphären, den Hypothalamus und den Hippocampus anders verwendet hätten.
Und so sind wir zwar oben mit, aber sonst ganz ohne…und deshalb:
betrügen wir unsere Frauen oder Männer, wir betrügen unsere Geschäftspartner, wir berügen uns selbst.
und wir laufen einem Ball nach, von dem alles abhängt und wir schauen zu, wie andere einem Ball nachlaufen, von dem alles abhängt…etc.
und das alles „oben mit“
eigentlich wären wir unnötig – “sein oder nicht sein” ist keine wirklich wichtige Frage!
1) eigentlich gehörte es sich jetzt, die beiden obengenannten Begriffe zu erklären, aber wozu, wenn sie eh’ unnötig sind.
(Alfred Rhomberg)
(2) Kommentare zum Beitrag "Oben mit"
RE: Oben mit
Ich zitiere:
“Die Frage stellt sich, s’ist gegeben,
ob schäbig sterben, schäbig leben.”
Haben Sie den Nihilismus entdeckt?
geschrieben von iskarioth am 26.06.2008 15:54
RE: Oben mit
Entdeckt nicht, aber ich schramme seit meinem Studium immer vorsichtig, aber wie ich glaube erfolgreich daran vorbei – „oben mit“ ist ja eher eine Bestandaufnahme, also noch kein Nihilismus im engeren Sinn. Zum Nihilismus würde auch die Nichtexistenz eines freien Willens gehören – das ist etwas sophistisch – aber immerhin kann ich mich aus eigenem Willen (nehme ich an) dazu entschließen, nicht einem Ball nachzulaufen, der die Welt bedeutet…etc. Ig. Alfred Rhomberg
geschrieben von Alfred Rhomberg am 26.06.2008 17:24
Igler Reflexe - INHALT
Ich zitiere: “Die Frage stellt sich, s’ist gegeben, ob schäbig sterben, schäbig leben.” Haben Sie den Nihilismus entdeckt?
Entdeckt nicht, aber ich schramme seit meinem Studium immer vorsichtig, aber wie ich glaube erfolgreich daran vorbei – „oben mit“ ist ja eher eine Bestandaufnahme, also noch kein Nihilismus im engeren Sinn. Zum Nihilismus würde auch die Nichtexistenz eines freien Willens gehören – das ist etwas sophistisch – aber immerhin kann ich mich aus eigenem Willen (nehme ich an) dazu entschließen, nicht einem Ball nachzulaufen, der die Welt bedeutet…etc. Ig. Alfred Rhomberg
