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24.07.2008
Olympische Spiele: Eine neue...
Igler Reflexe (183 Beiträge online)
Igls ist ein Dorf ca. 300 Meter oberhalb von Innsbruck und seit 1942 als Stadtteil von Innsbruck eingemeindet. Trotz seines Bekanntheitsgrades als Wintersportort und der 1964/ 1976 für die Winterolympiaden erbauten Kunsteis-Bob- und Rodelbahn mit regelmäßigen internationalen Rennen, ist Igls ein eher ruhiger, angenehmer Stadtteil – ohne laute events. Bei meinen Mittelgebirgswanderungen verarbeite ich die positiven und negativen Nachrichten der Welt zu kleinen Sentenzen (Gedankenlyrik), etwas umfangreicheren Essays und Wirtschaftsartikeln, die ich als freischaffender Publizist und Künstler publiziere. In loser Folge werde ich unter dem Titel IGLER REFLEXE Gedanken, Gedankenlyrik und etwas umfangreichere Essays hier veröffentlichen.

eZine von Alfred Rhomberg

Igler Reflexe: Olympische Spiele: Eine neue Disziplin: Heuchelei

Channel: Staat/Politik
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Igler Reflexe - Olympische Spiele: Eine neue Disziplin: Heuchelei - A.Rhomberg - veränderte Grafik eines Symbols deren Urheberrecht erloschen ist
Bildquelle: A.Rhomberg - veränderte Grafik eines Symbols deren Urheberrecht erloschen ist

(letzter Beitrag zu diesem Thema)

Es gibt Spielteilnehmer, die ebenso wichtig sind wie die Sportler (Politiker, Wirtschaft, Medien und einige wenige noch nicht nominierte Gruppen), bei denen die IOC Regeln nicht gelten. Die einzelnen Gruppen treten nicht als Mann/Frauschaften gegeneinander an, es spielen also nicht etwa Politik gegen Medien oder Wirtschaft gegen Politik etc. sondern die wichtigste Spielregel innerhalb der neuen (alten) Gruppen lautet „Jeder gegen Jeden“ , eine zweite, ebenso wichtige Spielregel, ist: „Heuchelei ist erlaubt und selbstverständlich“.

Immer mehr kristallisiert sich das in meinem Beitrag v. 29.3.2008 „Boykott (II) – Szenarien“ skizzierte Szenario 3 als das wahrscheinlichste Szenario heraus.

Szenario 3: Man verhält sich so wie Politiker, Sportler, Sportgremien und Medien derzeit mit dieser Thematik umgehen – man diskutiert in allen Kreisen und auf allen Ebenen. Das klingt vernünftig – was ist schlecht daran? Probleme zu diskutieren ist doch immer besser, als falsch zu handeln! Nachteil dieses Szenarios: Die chinesische Politik kann genau beobachten, wie schwer sich die Welt tut, eine einheitliche Meinung zu erarbeiten und wie weit China aufgrund seines Status als Wirtschaftsmacht politisch in Zukunft gehen kann.

Wer die Nachrichtenlage eine Woche nach meinem Beitrag analysiert, stellt fest, dass das obige Szenario eine neue Dimension angenommen hat: man diskutiert nicht mehr nur, sondern man greift sich gegenseitig massiv an (fast jeder gegen jeden). Um so eher hat China die Chance, in Ruhe die Schwächen der übrigen Welt zu beobachten und wie immer das Drama auch ausgehen mag – die Menschenrechte werden dadurch nicht gestärkt, sondern eher geschwächt, weil diese Rechte offenbar für eine Wirtschaftsmacht wie China keine so große Bedeutung haben, um einzulenken.

Dieser Beitrag ist der letzte, den die „Igler Reflexe“ zu diesem Thema beisteuern wollen. Daher seien noch einige grundsätzliche Gedanken erlaubt:

1. Die Wiedereinführung der Olympischen Spiele auf Anregung von Pierre de Coubertin (1894), bzw. die Gründung einer eingetragenen Gesellschaft mit Sitz in Lausanne (1915) mit dem Ziel eines (friedlichen) Treffens der Jugend hat ihren Zweck ebenso wenig erfüllt, wie die antiken olympischen Spiele von 776 v. Chr. – 393 n. Chr, denn auch die antiken Spiele dienten als politisches Forum, das bei den ständig zerstrittenen Griechen nach den Perserkriegen zu der Einsicht führte, dass die Spiele zu einem Symbol innerstaatlicher Eintracht werden könnten. Wie man aus den Geschichtsbüchern weiß, waren die damaligen 1000 Jahre des Bestehens der Spiele alles andere als friedlich.

2. Die Neueinführung der Spiele war 1894 ebenfalls vom Gedanken friedlicher Eintracht mitgetragen – dass es sich um politische Spiele handeln würde, war auch damals selbstverständlich – die Begriffe „friedlich“ und „Politik“ hängen ja irgendwie miteinander zusammen, selbst wenn (oder gerade weil) die Politik oft Auslöser von Unfrieden ist. Die Idee der Gründung als Verein (1915) mag durch den 1914 begonnenen Ersten Weltkrieg noch besonders gestärkt worden sein.

3. Die Heuchelei – insbesondere von Seiten der IOC und vieler Politiker wird langsam unerträglich: dazu zwei Zitate:

„IOC-Präsident Jacques Rogge hat erneut betont, dass die Vergabe der Olympischen Spiele an China richtig gewesen sei und er derzeit keine Boykottbewegung sehe. Zugleich kündigte er an, am Donnerstag und Freitag beim Treffen der IOC-Exekutive in Peking einen Bericht von Amnesty International diskutieren zu wollen.“

und:

Mario Vazquez Rana, Präsident der ab Montag in Peking tagendenden Generalversammlung der 205 Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), ein Boykott der Spiele, ob teilweise oder ganz, sei “völlig ausgeschlossen”. Man wolle den Sportlern bei den Spielen aber die “größtmöglichen Freiheiten” geben und die freie Meinungsäußerung zulassen, erklärte Rana, schränkte jedoch gleich darauf ein: “Aber immer nur im Rahmen unserer Regeln.” Die IOC-Charta verbietet politische Äußerungen und Demonstrationen an den olympischen Sportstätten. So warnte Rana: “Jeder Regelbruch wird Sanktionen nach sich ziehen.”

Also – dürfen Sportler nun irgendwelche freien Meinungsäußerungen oder Proteste zum Ausdruck geben, oder nicht? Sie werden es aufgrund solcher heuchlerischen Äußerungen nicht wagen, wenn sie nicht ihre Sportkarriere (und ihre wirtschaftliche Zukunft) aufs Spiel setzen wollen. Die Funktionäre sind durch solche Äußerungen jedenfalls außer obligo.

4. Die Charta der IOC müsste also dringend geändert, oder die Olympischen Spiele wieder abgeschafft werden.

5. Alle „Chartas“ sollten grundsätzlich von Zeit geändert werden, Zeiten ändern sich eben und „Chartas“ müssen dementsprechend angepasst werden. Jede Charta ist ein dispositives Regelwerk und keine Bibel oder Koran (auch bei letzteren wird es m.E. zu Abänderungen kommen müssen!). Selbst die Charta der „Grundrechte der Europäischen Union“ oder die „Europäische Charta für Forscher“ können nicht für die Ewigkeit festgeschrieben werden. Wenn letztere Charta Ewigkeitscharakter gehabt hätte, sofern sie vor wenigen Jahrhunderten geschrieben worden wäre, würden wir u.a. heute sofort einsehen, dass das Verbot anatomischer Versuche an Leichen (das früher sicherlich Inhalt einer solche Charta gewesen wäre) heute nicht mehr nachvollziehbar ist, weil unser gesamtes medizinisches Wissen darauf beruht und auch jede Grundrecht-Charta ist aus heutiger Sicht ein zwar sinnvolles Regelwerk – wer weiß jedoch heute, welche Grundrechte in 200 Jahren zusätzlich als wichtig gelten werden.

(Alfred Rhomberg)


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(17.06.2008) Meilensteine menschlicher Kommunikation
(05.06.2008) Die Verwundbare
(03.06.2008) Tagesnachrichten
(05.06.2008) Da sagt der Landmann: es ist gut...
(18.06.2008) Kann sein – kann aber auch nicht sein: Analyse - Prognose – Strategie (Börse)
(06.06.2008) Die Verwundbare II – Verwandlung zur Hochmütigen
(14.07.2008) Was nicht in den Noten steht – Betrachtungen außerhalb des Konzertsaals
(10.06.2008) Das Protokoll in Entikon – auf der Suche nach dem Flüchtigen
(13.06.2008) „Ach wie flüchtig“ – ungewohnte Fragen zur Philosophie
(15.06.2008) Die Medien und die Spirale der Dummheit
(17.06.2008) BIBLIA NOVA? – Der Konflikt mit der „alttestamentarischen“ Sprache.
(17.07.2008) Vor dem Inquisitionstribunal
(05.06.2008) Die Prächtige
(02.06.2008) Leserbriefe zu einem wissenschaftlichen Disput
(21.06.2008) Computergrafik - Abgrenzung zu anderen Kunstformen
(19.06.2008) Vernehmlassung (II) an einer eidgenössischen Behörde, Anzuhörender A.R. – Das Delikt
(09.06.2008) Was vom Tage übrig blieb – allgemeine Betrachtungen zu einem erwarteten Wahlergebnis, das mehr ist als ein Tagesevent.
(22.06.2008) Aus dem Tagebuch des A.R.
(13.06.2008) Freitag der 13.
(02.06.2008) Münzen haben mehr als zwei Seiten – eine davon verführt zur Sentimentalität
(12.06.2008) In memoriam Bruno (II) - Der Poet
(11.06.2008) In memoriam Bruno – Bären müssen rechnen lernen!
(02.06.2008) Älter werden
(14.06.2008) Das „nein“ der Iren“ – ein notwendiges „supplement“
(11.06.2008) Das Gift der Schuld
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(03.07.2008) Österreich ist etwas abhanden gekommen: Realitätssinn
(30.06.2008) Am Rande des Spielfeldes
(18.06.2008) Nachruf bei vollem Bewusstsein
(20.07.2008) Nebel
(01.07.2008) Blaue Tinte
(06.07.2008) Welche Farbe trägt man dieses Jahr?
(22.07.2008) vielversprechend
(04.07.2008) Uns geht es gut und niemand merkt es: am Beispiel einer Landeshauptstadt
(13.06.2008) Das „nein“ der Iren gegen den EU Reformvertrag
(12.07.2008) Die Schule der Diktatoren – am Beispiel von Simbabwe
(04.07.2008) Das Barometer
(18.07.2008) Das kleine Land Ostarrichi zwischen Phäakentum und Utopia
(03.07.2008) Zahlen sind Zahlen – nur vorstellen können wir sie uns manchmal nicht
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(15.07.2008) Da tritt der Österreicher hin vor jeden, denkt sich sein Teil und lässt die anderen reden – Österreich und sein gestörtes Verhältnis zur Weltpolitik.
(14.07.2008) Träume
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(28.04.2008) Mei liabste Weis’, Popmusik und andere musikalische Phänomene
(27.04.2008) Bauch versus Kopf
(27.04.2008) Die Kunst zu überleben
(26.04.2008) Formica sedula est – oder Klavierspielen lernt man durch Klavierspielen
(25.04.2008) „Alle Straßen führen nach Rom“ - existenzphilosophische Betrachtungen über den Transitverkehr
(24.04.2008) Jung –> alt -> Alzheimer
(23.04.2008) "Österreich ist ein Labyrinth, in dem sich jeder auskennt" - Rot-Weiß-Rot Denken versus Schwarz-Rot-Gold Denken.
(21.04.2008) rot-weiß-rot denken - heute so – morgen so – es ist halt alles nicht so schlimm.
(20.04.2008) Was sind Generica – sind sie schlechter? - oder gleichwertig mit den Originalpräparaten?
(19.04.2008) Was hat die Chaostheorie mit schwarz-weiß-denken zu tun? - Gedanken anlässlich des Todes von E. Lorenz
(19.04.2008) Schwarz-Weiß-Denken (Zwischenruf - Gedankenlyrik)
(18.04.2008) Juristen und Chemiker – grundverschiedene Ausbildungen und doch Gemeinsamkeiten
(17.04.2008) Japanische Medizin und Indische Medizin - Ayurveda (Fachliche Grenzbereiche III)
(15.04.2008) Die Kraft der Bilder ?
(15.04.2008) TCM „versus“ Schulmedizin (Fachliche Grenzbereiche II)
(14.04.2008) Chemiker denken und handeln wie Chemiker, Ärzte wie Ärzte, Psychologen wie Psychologen .....Ingenieure wie Ingenieure, na und? - Fachliche Grenzbereiche (I) –„Homöopathie“.
(11.04.2008) Unsinniges (Gedanken bei anstrengendem Wetter)
(11.04.2008) Zeitgeist ist die Unterwerfung der eigenen Individualität - Gedankenlyrik
(09.04.2008) Ein "Herr" - Florenz
(08.04.2008) Aus der Werkstatt der „Igler Reflexe“ – never touch a running system
(06.04.2008) Olympische Spiele: Eine neue Disziplin: Heuchelei
(05.04.2008) Kreativität (IV) Wo Chaos da, ist Schöpfung nah - eine besodere Art der Visualisierung
(05.04.2008) Kreativität (III) - Die Bereitschaft zur Umgestaltung von Wahrnehmungs- und Denkmethoden: Visualisierung
(04.04.2008) Wozu viele Worte?
(04.04.2008) Die Konstruktion heiler Welten
(03.04.2008) Kreativität (II) - Vom kausalen zum kreativen Denken
(03.04.2008) Kreativität (I)
(02.04.2008) Gedankenlyrik
(29.03.2008) Boykott II - Szenarien
(27.03.2008) Boykott - ein derzeit hochaktuelles Wort: Allgemeines zu diesem Thema
(24.03.2008) Gedanken nach 2,5 Osterspaziergängen
(21.03.2008) Hab nun ach...
(19.03.2008) Turbulenzen an den Finanzmärkten
(17.03.2008) Zu Boykottgedanken der olympischen Spiele in China
(17.03.2008) Altersschwächen europäischer Demokratien
(14.03.2008) Gedankenknoten mit offenen Enden
(13.03.2008) Die Nacht - Gedankenlyrik
(12.03.2008) "Lyrisches bei einem Nachtspaziergang von Igls nach Patsch"
(11.03.2008) Das richtige Maß
(09.03.2008) Türen
(08.03.2008) Grenzen III - Geistige Grenzen
(07.03.2008) Grenzen (II) - Politische Grenzen
(06.03.2008) Meerschweinchen-Experten und Querdenker
(03.03.2008) Grenzen (I)
(28.02.2008) Lissabon: EU-Reformvertrag
(27.02.2008) tondo - ein Spiel mit runden Objekten
(26.02.2008) Die Ambivalenz des Spiels
(25.02.2008) Glückliche Tage für Politesien
(25.02.2008) Non scola sed ??? discimus - Der Bolognaprozess, Qualitätsstandards und Eliteuniversitäten
(24.02.2008) Musik II - Das Orchesterkonzert
(23.02.2008) Leben = Sein plus Hoffnung
(23.02.2008) Musik I - Barockkonzert im Freien
(22.02.2008) Der Wortbruch in Raten
(18.02.2008) DUMME FRAGEN...
(18.02.2008) Achtung Werbung! - Teil II - Internetwerbung
(18.02.2008) Politik
(15.02.2008) Gedanken über "Gedachtes" - eine neue Art von "Existenzphilosophie"
(13.02.2008) Gedanken über "Gedanken"
(11.02.2008) Gedanken über Farben und Farbdiagnostik
(11.02.2008) Rot
(11.02.2008) Achtung Werbung!
(07.02.2008) Der Versuch einer Provokation - Pauschalurteile über den Zeitgeist
(06.02.2008) Unterschiedliche Geschwindigkeiten von Elektronen
(03.02.2008) Betriebswirtschaft
(03.02.2008) Monopoly I, II, III
(01.02.2008) Börsencrashs finden in den Köpfen und nicht an den Börsen statt
(30.01.2008) Kosmo-(logisches?) - ein Blick aus dem Fenster
(29.01.2008) My first Database - my last (?) PC
(28.01.2008) Große Koalitionen
(27.01.2008) Das Leben mit der Blackbox
(25.01.2008) Richtige Entscheidungen
(24.01.2008) Virtueller Schwachsinn - freigegeben ab 16 Jahren!
(23.01.2008) "Börsenpsychologie"
(22.01.2008) Demokratie:
(22.01.2008) Wahlarithmetik
(18.01.2008) Kinder
(17.01.2008) Ist Überflüssiges überflüssig?
(16.01.2008) Föhn
(16.01.2008) Zweiklassenjustiz?
(15.01.2008) Computergrafik (IV) - fotonahe Computergrafik
(15.01.2008) Computergrafik (III) - Landschafts- und figürliche Darstellungen
(12.01.2008) Computergrafik (II) - abstrakte Bilder.
(11.01.2008) Computergrafik (I) - Allgemeines
(10.01.2008) Vom Weltbürger Nr.1 zur Europäischen Union - ein steiniger Weg zwischen Sorge und Hoffnung
(07.01.2008) PISA Studien
(28.12.2007) Politesien
(28.12.2007) Fernsehen
(28.12.2007) Jazz an einem Sommerabend
(28.12.2007) „Der kleine Prinz“ im Spannungsfeld von Ökonomie und Politik