
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Schreiben und Lesen
Bildquelle: free of copyright - deutsches Verkehrsschild
In der Schule hatten wir früher gelernt, Schreiben sei geordnetes Denken.
Ich glaube, dass die Schule mit dieser Behauptung schon damals nicht recht hatte.
Wer die Seiten der Boulevard-Presse überfliegt, wird eher den Eindruck gewinnen:
wer nicht denkt, tut sich beim Schreiben leichter,
und – was das Lesen betrifft, so sind wir dabei, es zu verlernen.
Das beweisen erstens die PISA-Studien
und zweitens die explodierende Zahl an Piktogrammen -
jene kleine Täfelchen, mit denen wir – ohne Text – aufgefordert werden,
im Autobus kein Eis zu essen oder Elefanten nicht ins Museum
mitzunehmen.
Bald werden wir wieder die Hochkultur Ägyptens erreicht haben, in der es nur Piktogramme – Hieroglyphen genannt – gab.
P.S. Bei dem Blogbild zu diesem Beitrag weiß ich als Piktogramm-Laie nicht, ob hier Wanderer geparkt werden sollen, bzw. was das deutsche Verkehrschild „Wandererparkplatz“ sonst bedeuten könnte. Es würden sich ja mehrere Möglichkeiten der Auslegung anbieten:
1. Nur wer nachweislich wandert, darf hier parken (welche Nachweise wären hier erforderlich? – genügt das Mitführen von Wander- oder Nording Walkinggeräten, oder genügt die mündliche Aussage, wandern zu wollen? )
2. Wanderer sollen/müssen hier geparkt werden – das wäre immerhin kräfteschonend !
3. Wanderer müssen hier parken! – und was tun sie, wenn sie kein Auto dabei haben, das man parken kann?
Insgesamt kein gelungenes Piktogramm – hier wäre etwas „Geschriebenes“ hilfreicher, selbst wenn man dazu die Kunst des Lesens beherrschen müsste.
(Alfred Rhomberg)
am 19.07.2008 16:03
