
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Unterschiedliche Geschwindigkeiten von Elektronen
Bildquelle: Der lange Weg der Elektronen zum Kunden (Alfred Rhomberg)
Elektronen können im Unterschied zum Licht, je nach äußerem Kraftfeld, verschiedene Geschwindigkeiten einnehmen. Das bemerkt man unter anderem bei Banküberweisungen, die ja heute ausschließlich auf elektronischem Weg erfolgen. Je nach der Richtung, in welche die Elektronen zur Abwicklung von Geschäften fließen sollen, werden entweder raffinierte Bremsmanöver (z.B. bei Überweisungen in Richtung des Bankkunden) oder Turbomechanismen (vom Kunden weg, z.B. beim Abheben vom Konto mittels Bankomatkarte) eingeschaltet. Eine Überweisung innerhalb der EU sollte eigentlich maximal 5 Tage dauern. Bei einem Dauerauftrag, der pünktlich zu einem bestimmten Datum stattfinden sollte, dauert so ein Vorgang (obwohl niemand dafür auf einen Knopf zu drücken braucht oder irgend etwas überprüfen muss) durchaus 6 bis 8 Tage bis z.B. eine Betriebsrente von einer deutschen Bank gesendet auf einem österreichischen Konto landet. Bei jeder eingeschalteten Zwischen-Swiftbank addieren sich nämlich die Bremsmomente und zu besonderen Anlässen bekommen die Elektronen offenbar durch irgendeine Elektronengewerkschaft Sondervergünstigungen in Form zusätzlicher Urlaubstage. Zwar hätte der Kunde laut EU-Richtlinien das Recht, für jeden Tag der über 5 Tage hinausgeht eine 5 prozentige Verzinsung oberhalb des Tagesgeldsatzes zu verlangen – wer aber kämpft schon gerne gegen Elektronengewerkschaften? Tatsache ist, dass die Abhebung vom eigenen Konto nahezu unmittelbar erfolgt. Theoretisch könnten alle Überweisungen – gleichgültig in welche Richtung – innerhalb von Bruchteilen einer Minute/Sekunde erfolgen, das beweisen online-Transaktionen beim Kauf/Verkauf von Wertpapieren von einem österreichischen Konto an einer deutschen Börse. Innerhalb von 2 – 3 Minuten, wird das Wertpapier gekauft/verkauft und vom eigenen österreichischen Konto abgerechnet oder aufgerechnet. Hier stimmen beide Richtungen hinsichtlich der Abwicklungszeit vermutlich deswegen überein, weil die beteiligten Banken (es sind immer mehrere) sowohl beim Kauf, als auch beim Verkauf gleich viel verdienen.
am 06.02.2008 18:05
