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19.11.2008
Verkehrsmittel und Verkehrsm...
Igler Reflexe (288 Beiträge online)
Igls ist ein Dorf ca. 300 Meter oberhalb von Innsbruck und seit 1942 als Stadtteil von Innsbruck eingemeindet. Trotz seines Bekanntheitsgrades als Wintersportort und der 1964/ 1976 für die Winterolympiaden erbauten Kunsteis-Bob- und Rodelbahn mit regelmäßigen internationalen Rennen, ist Igls ein eher ruhiger, angenehmer Stadtteil – ohne laute events. Bei meinen Mittelgebirgswanderungen verarbeite ich die positiven und negativen Nachrichten der Welt zu kleinen Sentenzen (Gedankenlyrik), etwas umfangreicheren Essays und Wirtschaftsartikeln, die ich als freischaffender Publizist und Künstler publiziere. In loser Folge werde ich unter dem Titel IGLER REFLEXE Gedanken, Gedankenlyrik und etwas umfangreichere Essays hier veröffentlichen.

eZine von Alfred Rhomberg

Igler Reflexe - Verkehrsmittel und Verkehrsmittelfahrausweisentwertungsautomaten

Channel: Staat/Politik
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Igler Reflexe - Verkehrsmittel und Verkehrsmittelfahrausweisentwertungsautomaten - Innsbruck ca. 1957 (aus meinem Fotoarchiv, ein Foto meines Freundes Walter Veith)
Bildquelle: Innsbruck ca. 1957 (aus meinem Fotoarchiv, ein Foto meines Freundes Walter Veith)

(aus meiner Prosa-Reihe „realität und wirklichkeit“)

Ich wartete schon ziemlich lange auf ein Verkehrsmittel. Der Verkehrsmittelplan schien veraltet zu sein, deshalb fragte ich einen mutmaßlichen Verkehrsmittelteilnehmer, der ebenfalls schon lange zu warten schien. „Ich kann Ihnen leider nicht weiterhelfen – ich fahre nicht mit Verkehrsmitteln und stehe nur zufällig hier – eigentlich nicht einmal zufällig, ich warte oft ganz bewusst auf Verkehrsmittelteilnehmer, die hier stehen, mit denen ich ein paar Worte wechseln kann, sofern sie sympathisch sind“.

„Hm…entschuldigen Sie bitte, dürfte ich ein paar Worte mit Ihnen wechseln?“

„Gerne, Sie scheinen ein angenehmer Verkehrsmittelteilnehmer zu sein. Über welche Dinge würden Sie gerne mit mir sprechen – ich interessiere mich für alles – nur nicht für Verkehrsmittel – heute nicht mehr!“

„Warum?“

„Das will ich Ihnen gerne verraten. Wer dreißig Jahre lang Verkehrsmittelfahrausweise verkauft und entwertet hat – ich war Verkehrsmittelschaffner, allerdings zu einer Zeit, als es noch keine modernen Verkehrsmittelfahrausweisentwertungsautomaten gab, spricht ungern über vergangene Zeiten, in denen alles noch Handarbeit war und in denen man sein Verkehrsmittel abends mit jener beruflichen Befriedigung verlassen konnte, etwas Nützliches geleistet zu haben. Heute ist alles anders, denken Sie nur an die modernen Fernsprechgeräte. Wenn ich früher ein derartiges Gerät benützen wollte, was sehr selten geschah – ich selbst hatte aus diesem Grunde zuhause gar kein Fernsprechgerät – so ging man zu einer Fernsprechstelle, entweder in die Fernsprechabteilung einer Post oder zu einer öffentlichen Fernsprechzelle, man bezahlte sein Gespräch und war damit aller weiteren Verpflichtungen entbunden. Heute hat jeder sein Handy in der Tasche, jenes Gerät, das ja ebenfalls nichts anderes als eine Fernsprecheinrichtung ist. Auch hier wird Handarbeit immer mehr durch vorprogrammierte Fernsprechnummern ersetzt, am Ende des Monats erhält man eine meist unangenehm überraschende Fernsprechrechnung und die Verpflichtungen fangen dann erst an. Entweder hat man so viel Geld, dass die zu entrichtenden Fernsprechbenutzungsgebühren bezahlbar sind, oder eben nicht. Wer heute in einem Verkehrsmittel sitzt, kommt sich wie in der Fernsprechabteilung einer großen Post vor, nur mit dem Unterschied, dass man in einer solchen Einrichtung vor den Ferngesprächen anderer Fernsprechteilnehmer durch Trennwände geschützt war. Das ist in Verkehrsmitteln nicht möglich, man kann die Verkehrsmittel ja nicht so einrichten, dass alle Sitzplätze durch Trennwände voneinander abgetrennt sind und bei Stehplätzen wäre eine derartige Abtrennung technisch gar nicht realisierbar. Aber ich langweile Sie mit Belanglosigkeiten, die ja heute auch für mich gar keinen Belang mehr haben – man sollte über Belanglosigkeiten, die keinen Belang mehr haben nicht sprechen und trotzdem erinnere ich mich immer wieder gerne an die guten alten Zeiten“.

„Da bin ich ganz Ihrer Meinung und deswegen fürchte ich mich ja so vor der Zukunft!“

„Aber warum denn?“

„Weil ich mich dann an die jetzige Zeit als die „gute alte Zeit“ erinnern müsste, was sie ja nicht ist. Ah – da kommt mein Verkehrsmittel, auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal“.

(Alfred Rhomberg)


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(30.10.2008) In Memoriam Bruno - Unvollendete Sonate mit skordierter Violine
(29.10.2008) In Memoriam Bruno – Auch Bären können die Schule satt haben
(28.10.2008) Törggelen
(27.10.2008) Die Krise und warum sie nicht mit 1929 verglichen werden darf
(26.10.2008) Gedanken mit offenem Ausgang
(24.10.2008) In Memoriam Bruno – Die Bergrettung
(24.10.2008) Der nächste Zug
(23.10.2008) Erinnerung an Gartenblumen
(22.10.2008) Neues über Tiroler Bergschafe – es gibt sie!
(22.10.2008) Wenn Bankmanager sich schämen bzw. nicht schämen
(21.10.2008) es ist besser...
(20.10.2008) Das Hinterfragen einer modernen Beziehung
(20.10.2008) Der Bär und sein Computerfreund
(18.10.2008) Gefallenes
(18.10.2008) Der ganz normale Alltag
(18.10.2008) Carpe Diem
(16.10.2008) Alles ist so wie früher – nur anders
(15.10.2008) wenn....
(13.10.2008) Greifvögel
(13.10.2008) Geldumlauf - eine neue noch nicht funktionierende Geldtheorie
(12.10.2008) Vernissage
(11.10.2008) Unsere Gesellschaft ist krank – das „borderline“ Syndrom zwischen Schweinebraten und Börsenpanik
(10.10.2008) doremifasolasido – was nicht in den Noten steht (III)
(08.10.2008) Sind Anleihen in der heutigen Situation ein sinnvoller Ausweg?
(08.10.2008) Paradoxon
(08.10.2008) Die leidigen Zinsen...
(07.10.2008) Wieviel mal am Tag sind österreichische Sparbücher sicher?
(07.10.2008) Das Geheimnis
(06.10.2008) Sollten Spitzenmanager bei Firmenpleiten mit ihrem Privatvermögen haften?
(05.10.2008) Winter I und II
(04.10.2008) Geld - second hand
(04.10.2008) Rennfahrer unter sich
(04.10.2008) Monopoly - neue Entwicklungen der Globalisierung
(02.10.2008) Anbetung, gnadenlos und Zweifel – Architektur
(01.10.2008) Mens sana in corpore sano?
(30.09.2008) Die Welt schwelgt in einem Katastophenszenario....aber man sollte die Chancen dabei nicht vergessen!
(29.09.2008) Bruno, der Eichhörnchenbär
(28.09.2008) Kreativität ist ein synergetischer Prozess zu dem auch „Handwerk“ gehört
(26.09.2008) Inständige Bitte an Meteorologen, auf den Herbst besser aufzupassen
(25.09.2008) Eine (fast) unpolitische Begegnung zwischen Materie und Antimaterie
(24.09.2008) Die Wahl der Qual – oder die Kunst auf dem Wasser zu schreiten
(24.09.2008) ASDF - oder war es nicht doch ADSL?
(23.09.2008) vielleicht .....
(23.09.2008) 347 leere Seiten
(18.09.2008) Befindlichkeiten I und II
(17.09.2008) Das Hinterfragen einer modernen Beziehung
(16.09.2008) Versuche mit Wühlmäusen
(15.09.2008) Gähnende Leere – oder das politische Deduktionstheorem
(15.09.2008) Die Hinterfragung von schwarzen Blättern
(15.09.2008) 684 Promille Alkohol
(14.09.2008) Das Hinterfragen eines leeren Blattes
(13.09.2008) Regietheater - oder die Gefahr, Goethe als Autor abzuschaffen
(12.09.2008) Wissenswertes über das Tiroler Bergschaf
(11.09.2008) Ground Zero - 11.9.2001
(10.09.2008) KUNA – Kurznachrichten
(08.09.2008) Metamorphose von Objekt zu Subjekt und retour
(08.09.2008) Strategien und Taktik
(06.09.2008) Weihnachtsvorkehrungen
(04.09.2008) Am Rande eines kreativen Omniversums
(02.09.2008) Das Symposeon
(01.09.2008) Herbstblätter
(30.08.2008) Die herbeigeredete Rezession
(28.08.2008) Horizont
(26.08.2008) Ungebildete Kängurus
(24.08.2008) Schlechte Kandidaten werden von guten Bürgern gewählt, die nicht zur Wahl gehen!
(23.08.2008) Sportsfrauen, Fußballdamen und Gender Mainstreaming
(20.08.2008) Konstruktionen
(19.08.2008) Die kleine und die ganz große Welt der „Kultur“ – nur was ist klein und was groß?
(17.08.2008) Chaos
(16.08.2008) Die Authentizität des Augenblicks (III) – „Der Fall der Mauer“ in prominenter Gesellschaft
(14.08.2008) Bilder
(14.08.2008) Die Authentizität des Augenblicks II: Rom
(12.08.2008) Die Authentizität des Augenblicks (I): Paris
(10.08.2008) Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen – Chemtrails
(09.08.2008) Offen gesagt
(07.08.2008) Peking am 8.8.2008 - Stell dir vor...es wäre gewesen und es wäre niemand hingegangen...
(06.08.2008) Sightseeing in Entikon
(05.08.2008) Was nicht in den Noten steht (II) – Musikwahrnehmung ist komplizierter als man glaubt
(05.08.2008) Adam und Eva II – Irren ist menschlich
(04.08.2008) Adam und Eva
(03.08.2008) Österreich soll gerettet bleiben
(02.08.2008) Über Ziele