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06.10.2008
Vernehmlassung an einer eidg...
Igler Reflexe (245 Beiträge online)
Igls ist ein Dorf ca. 300 Meter oberhalb von Innsbruck und seit 1942 als Stadtteil von Innsbruck eingemeindet. Trotz seines Bekanntheitsgrades als Wintersportort und der 1964/ 1976 für die Winterolympiaden erbauten Kunsteis-Bob- und Rodelbahn mit regelmäßigen internationalen Rennen, ist Igls ein eher ruhiger, angenehmer Stadtteil – ohne laute events. Bei meinen Mittelgebirgswanderungen verarbeite ich die positiven und negativen Nachrichten der Welt zu kleinen Sentenzen (Gedankenlyrik), etwas umfangreicheren Essays und Wirtschaftsartikeln, die ich als freischaffender Publizist und Künstler publiziere. In loser Folge werde ich unter dem Titel IGLER REFLEXE Gedanken, Gedankenlyrik und etwas umfangreichere Essays hier veröffentlichen.

eZine von Alfred Rhomberg

Igler Reflexe - Vernehmlassung an einer eidgenössischen Amtsstelle, Anzuhörender: A. R.

Channel: Staat/Politik
Kommentare: 1
Igler Reflexe - Vernehmlassung an einer eidgenössischen Amtsstelle, Anzuhörender: A. R. - free of copyrights
Bildquelle: free of copyrights

Der Anzuhörende gibt an, sich in der Schweiz nur zufällig bzw. besuchsweise, wie er es ausdrückte, zu befinden.

Zu seiner Person befragt sagte der Anzuhörende nur, er „sei“ (?), weiters, „er sei dies im Sinne der Existenzphilosophie“ – wie er sich ausdrückte. (Anmerkung des Protokollierenden: da es sich hierbei offenbar nicht um eine terroristische Gruppe handelt, wurde während der Befragung nicht weiter darauf eingegangen, es wurden in der Folge der Vernehmlassung lediglich Fragen zu seinem Vorleben gestellt). A.R. gab zu Protokoll, er sei als Bub – wie er sich ausdrückte – zwar Pfadfinder, bis heute jedoch nie Mitglied einer Partei gewesen.

Der Anzuhörende gab an,

dass seine Welt aus Atomen (vorwiegend C,H,O,N, Cl und etwas Phosphor) und den daraus zusammenfantasierten Molekülen bestanden habe, die sich oft nur unwillig in Patente eingefügt haben sollen, von denen auch nur seine Firma etwas gehabt hätte und welche ihm lediglich die Ehre und Mühe überlassen habe.

Der Anzuhörende gibt ferner an,

seine Welt habe aus Bildern, Musik, Lötkolben, elektronischen Geräten und irgendwelchen „circuits“ bestanden (was er nicht näher beschreiben wollte)

seine Welt bestünde aus Literatur (echter und solcher die man als Fachliteratur bezeichne), seine Welt bestünde ferner aus bits und bytes und all dem was, wie er angibt, man daraus schaffen könne,

seine Welt bestünde aus Papier und dem, was sich auf diesem unschuldigem Material hätte schreiben lassen, sowie aus lexikalischem Wissen, das er hierzu gelegentlich herangezogen habe.

In letzterem Zusammenhang gab er ferner zu, gelegentlich die „Seitenblicke“ in ORF 2 gesehen und auch dreimal Ö3 gehört zu haben. Zu seiner Entschuldigung fügt er an, die NZZ (Neue Zürcher Zeitung) zu lesen und SF1 gelegentlich anzuschauen. Zu letzterem habe er sich eigens ein Wörterbuch angeschafft.

er gibt an, freischaffender Publizist, Künstler und startblatt-Redakteur zu sein (was er allerdings während der Vernehmlassung nicht beweisen konnte),

er habe in seiner Jugend (als Bub, wie er sich ausdrückte) Segelflugzeuge gebaut und ansonsten nichts mit Fluggeräten oder gar Waffen zu tun gehabt,

er habe – aus Interesse am Mittelalter – einige Jahre mittelalterliche Pfennige im Sinne der Numismatik gesammelt, was jedoch nicht im Sinne eines Devisenvergehens strafbar gewesen wäre, er habe schließlich auch mit der Blockflöte u.a. das mittelalterliche, gleichfalls nicht strafrelevante Lied „Elslein, liebes Elslein mein…“ gespielt,

seine Welt bestünde – last but not least (wie er sich wörtlich ausdrückte) – aus seiner Familie (Ehefrau, zwei Nachfahren, sowie deren Nachfahrinnen), die er auch heute noch liebe und auf die er sich stets verlassen könne.

Zu seiner Rechtfertigung gibt er ferner an, dass er häufig das Wort „bestand“ – in der hauptsächlich in Österreich verwendeten Form der Mitvergangenheit (zu deutsch Präteritum) gebrauche. Gelegentlich verwendete der Anzuhörende (vermutlich mit der Hoffnung auf Strafentlastung) statt des Wortes „bestand“ die Präsensform „besteht“ oder sogar das Futurum (besonders gegen Ende der Vernehmlassung).

Der Anzuhörende bittet schließlich, in der Zukunft auf Lötkolben, circuits, Patenttätigkeiten und einige andere Nebensächlichkeiten verzichten zu dürfen, auf alle anderen geschilderten Tätigkeiten könne und wolle er aus nicht eindeutig begründeten Vorwänden keinesfalls verzichten.

Er macht sich damit strafbar und muss mit einer längeren Freiheitsstrafe bei Wasser und Käsefondu rechnen.

Anm.: Als mildernde Umstände wird von der Amtsstelle die Aussage des Angehörten protokolliert, dass der Genannte die Schweiz liebe und sofern es ihm nach seiner Vernehmlassung noch möglich wäre, und der Schweizer Franken in Zukunft nicht allzu hoch weitersteige, dieses „schöne Land“, wie er es ausdrückte, gerne wieder besuchen wolle.

Gezeichnet vom Leiter der Vernehmlassungsstelle, Magistralkantonsamtsrat Dr. phil. A. R. am 24.5.2008, des Angehörten A.R. und Gegenzeichnung des beeideten Dolmetschers (A.R.)

(Igler Reflexe)

(1) Kommentare zum Beitrag "Vernehmlassung an einer eidgenössischen Amtsstelle, Anzuhörender: A. R."

RE: Vernehmlassung an einer eidgenössischen Amtsstelle, Anzuhörender: A. R.

Meister Rhomberg! Ich will Ihnen zu diesem äußerst gelungenen witzigen Artikel gratulieren, interessanter (oder gar verständlicher) Weise finde ich mich selbst vor allem anfangs wieder. lg, iskarioth


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(19.08.2008) Die kleine und die ganz große Welt der „Kultur“ – nur was ist klein und was groß?
(17.08.2008) Chaos
(16.08.2008) Die Authentizität des Augenblicks (III) – „Der Fall der Mauer“ in prominenter Gesellschaft.
(14.08.2008) Bilder
(14.08.2008) Die Authentizität des Augenblicks II: Rom
(12.08.2008) Die Authentizität des Augenblicks (I): Paris
(10.08.2008) Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen – Chemtrails
(09.08.2008) Offen gesagt
(07.08.2008) Peking am 8.8.2008 - Stell dir vor...es wäre gewesen und es wäre niemand hingegangen...
(06.08.2008) Sightseeing in Entikon
(05.08.2008) Was nicht in den Noten steht (II) – Musikwahrnehmung ist komplizierter als man glaubt
(05.08.2008) Adam und Eva II – Irren ist menschlich
(04.08.2008) Adam und Eva
(03.08.2008) Österreich soll gerettet bleiben
(02.08.2008) Über Ziele
(31.07.2008) In Memoriam Bruno (IV) – Das wichtigste ist immer die Rückkehr und nicht der Gipfel - Bergsteigen
(30.07.2008) Die Demokratie und der Leichtsinn, sie zu verspielen
(30.07.2008) In Memoriam Bruno (III) - Requiem mit obligatem Fis
(29.07.2008) Blick durchs Fenster - die "Welt als Wille und Vorstellung"
(27.07.2008) Die gelbe Pyramide
(26.07.2008) Über Alternativen und Entscheidungsfreiheit
(25.07.2008) vergessen
(24.07.2008) 2 mal Sommer
(24.07.2008) Von Superzeichen, automatischer Texterkennung bis zum gläsernen Menschen
(22.07.2008) vielversprechend
(20.07.2008) Nebel
(19.07.2008) Schreiben und Lesen
(18.07.2008) Das kleine Land Ostarrichi zwischen Phäakentum und Utopia
(17.07.2008) Vor dem Inquisitionstribunal
(15.07.2008) Da tritt der Österreicher hin vor jeden, denkt sich sein Teil und lässt die anderen reden – Österreich und sein gestörtes Verhältnis zur Weltpolitik.
(14.07.2008) Was nicht in den Noten steht – Betrachtungen außerhalb des Konzertsaals
(14.07.2008) Träume
(12.07.2008) Die Schule der Diktatoren – am Beispiel von Simbabwe
(12.07.2008) Das Untier – eine wissenschaftliche Behandlung
(11.07.2008) Freie Entscheidung
(11.07.2008) EWIGKEIT
(11.07.2008) Über die Manie der Uminstrumentierung komponierter Werke
(10.07.2008) Leere Gläser
(09.07.2008) Wieviel Fortschritt verträgt der Mensch?
(09.07.2008) gewesen ...
(08.07.2008) Blick auf den See – 5 Erinnerungen
(08.07.2008) Welche Farbe trägt man in diesem Jahr? – II
(06.07.2008) Welche Farbe trägt man dieses Jahr?
(04.07.2008) Uns geht es gut und niemand merkt es: am Beispiel einer Landeshauptstadt
(04.07.2008) Das Barometer
(03.07.2008) Zahlen sind Zahlen – nur vorstellen können wir sie uns manchmal nicht
(03.07.2008) Österreich ist etwas abhanden gekommen: Realitätssinn
(01.07.2008) Blaue Tinte
(30.06.2008) Am Rande des Spielfeldes
(29.06.2008) Fahnen
(28.06.2008) Abendsonne
(26.06.2008) inkompatibel
(25.06.2008) Oben mit
(24.06.2008) Politische Konjugation
(22.06.2008) Aus dem Tagebuch des A.R.
(21.06.2008) Computergrafik - Abgrenzung zu anderen Kunstformen
(20.06.2008) Computergrafik – die Anfänge: Julia- und Mandelbrotmengen
(19.06.2008) Vernehmlassung (II) an einer eidgenössischen Behörde, Anzuhörender A.R. – Das Delikt
(18.06.2008) Kann sein – kann aber auch nicht sein: (Börse) Analyse - Prognose - Strategie
(18.06.2008) Nachruf bei vollem Bewusstsein
(17.06.2008) BIBLIA NOVA? – Der Konflikt mit der „alttestamentarischen“ Sprache.
(17.06.2008) Meilensteine menschlicher Kommunikation
(15.06.2008) Die Medien und die Spirale der Dummheit
(14.06.2008) Das „nein“ der Iren“ – ein notwendiges „supplement“
(13.06.2008) Das „nein“ der Iren gegen den EU Reformvertrag
(13.06.2008) „Ach wie flüchtig“ – ungewohnte Fragen zur Philosophie
(13.06.2008) Freitag der 13.
(12.06.2008) In memoriam Bruno (II) - Der Poet
(11.06.2008) In memoriam Bruno – Bären müssen rechnen lernen!
(11.06.2008) Das Gift der Schuld
(10.06.2008) Das Protokoll in Entikon – auf der Suche nach dem Flüchtigen
(09.06.2008) Was vom Tage übrig blieb – allgemeine Betrachtungen zu einem erwarteten Wahlergebnis, das mehr ist als ein Tagesevent.
(06.06.2008) ManderInnen es isch Zeit – über Fantasie&losigkeit
(06.06.2008) Die Verwundbare II – Verwandlung zur Hochmütigen
(05.06.2008) Die Prächtige
(05.06.2008) Da sagt der Landmann: es ist gut...
(05.06.2008) Die Verwundbare
(04.06.2008) Leitwährungen der Geschichte – von der Tetradrachme bis zum Euro und ein Versuch die Zukunft des Euro abzuschätzen.
(03.06.2008) Münzen – wie finster war das Mittelalter?
(03.06.2008) Tagesnachrichten
(02.06.2008) Leserbriefe zu einem wissenschaftlichen Disput
(02.06.2008) Münzen haben mehr als zwei Seiten – eine davon verführt zur Sentimentalität
(02.06.2008) Älter werden
(31.05.2008) Ernstes über Komik – der Witz als Wissenschaftsobjekt
(30.05.2008) „Dasein ist Seiendes, dem es in seinem Sein um sein Sein geht“ – aus der Biographie des Halbseins A.R..
(28.05.2008) Katharsis am Beispiel der EM 2008
(28.05.2008) Münzen – „Leitfossilien“ soziologischer und ökonomischer Entwicklungen.
(28.05.2008) Dumme Wetten
(27.05.2008) Teuerungen sind ein sich selbst verstärkender Prozess – was der Einzelne dagegen unternehmen kann.
(26.05.2008) Inflation – Sonderfälle abseits vom Lehrbuch<