
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - vielversprechend
Bildquelle: A.Rhomberg (aus startblatt-Administrator)
Kommentare oder mails zu erhalten ist ein Geschenk – wobei der „Beschenkte“ manchmal nicht weiß, womit er diese Ehre verdient. So auch bei einem Kommentar in englischer Sprache zu meinem letzten Beitrag Nebel vom 20.7.2008 in startblatt. Zugegeben, mein Beitrag wurde an einem der derzeit wettermäßig äußerst tristen Tage geschrieben, einem Tag an dem die Nebel strömten (beim sonnengewohnten Igler Bergwetter eher ungewöhnlich), und die herzzereißende Musik Edvard Griegs aus einer Peer Gynt Suite förmlich aus den Nebelschwaden heraus tropfte – also ein Tag an dem auch der Inhalt eines Gedichtes offenbar so trist werden kann, dass man mir unbedingt ein “aufmunterndes“ Kommentar zukommen lassen wollte.
Wenn ich meinen privaten mail Postkasten (also nicht den in startblatt) des letzten halben Jahres durchblättere, frage ich mich manchmal, warum ich eigentlich jemals gearbeitet hatte – hier 1 Million Euro Gewinn und dort 1 Million und dazwischen dann einige Male nur traurige 750.000 Euro, da käme schon einiges zusammen und man brauchte nur zu antworten und schon erhielte man seine Millionen sofort überwiesen – was immer noch besser wäre, als durch mails mit angehängten Trojanern erfreut zu werden.
Um auf das englische Kommentar in startblatt zu „Nebel“ (mit der Bitte über eine persönliche e-mail Adresse zu antworten), zurückzukommen – so es ist nützlich, wenn man einen Beruf hatte, der einen zur absoluten Skepsis erzog. Als Chemiker in der industriellen Forschung konnte man sich jeden Tag mindestens dreimal wissenschaftlich und ebenso oft existenzgefährdend blamieren (so etwas bringen PolitikerInnen nie fertig, bzw. sie können sich zwar blamieren aber nie existenzgefährdend) und diese Skepsis ruft danach, sich – ohne durch das Interesse an seinem Beitrag (oder der eigenen Person) geschmeichelt zu fühlen – mit Hilfe der heute vielfachen Möglichkeiten von Personenrecherchen zu informieren. Tatsächlich gibt es unzählige englische Namensvetterinnen, wobei es leicht fällt, eine fünfjährige (mit eigener homepage und bereits am Computer arbeitend!) sowie eine 1920 verstorbene ehrbare Texanerin auszuscheiden. Wenn man dann jedoch sogar in google die exakte e-mail-adresse, einschließlich des gleichen englischen Kommentartextes unter der Bezeichnung „gelöschter Nutzer“ aber doch immerhin mit auffindbaren „Gruppen in Köln und Troisdorf“ findet, dann bestätigt sich, dass das „creative omniverse“ doch inzwischen – wie jede Internetaktivität – auch die Möglichkeit zu „creative disorders“ bietet, ein Zeichen, dass startblatt endgültig den Weg in die große weite Welt gefunden hat1, denn nur wer wirklich bekannt ist, wird auch gelegentlich Angriffspunkt für „machinations“ oder nennen wir es besser nur „disorders“. Man sollte dann allerdings auch nie an eine externe e-mail Adresse antworten, weil der Empfänger dadurch automatisch über ein neues Opfer (d.h. e-mail Adresse) verfügt und diese im positiven, wie (meist) negativen Sinne für sich verwenden kann.
1 startblatt hat diesen Weg allerdings tatsächlich längst gefunden, nicht nur deswegen weil gute Freunde meine Beiträge in Miami „pflichtgemäß“ lesen, sondern weil mir manche auch bestätigen, dass sie durch andere Beiträge in “startblatt” im Sinne von „your creative omniverse“ eine Verbindung zu ihrer ehemaligen Heimat finden.
(Alfred Rhomberg)
am 22.07.2008 11:21
