
eZine von Alfred Rhomberg
Igler Reflexe - Violett
Bildquelle: (c) Alfred Rhomberg - von violett bis schlamm-olive
Violetter Flieder duftet am Rande der Gärten – er verzaubert mich, wenn auch weniger als weißer Flieder. Wie viel (und welches) Violett darf eine Frau tragen, um auf Männer nicht hysterisch zu wirken? Das mag ein Vorurteil sein – in den wenigen Fällen, die ich kenne, war es kein Vorurteil und trotzdem kann diese Feststellung in der Verallgemeinerung ein Vorurteil bleiben. Ausgenommen ist natürlich die Britische Queen – sie kann kanariengelbe, rosa, violette und tschitscheringrüne Roben tragen – hysterisch wirkt sie nie – sie hat eben Contenance, die normal sterbliche Frauen in violetten Roben (aufgrund ihrer hysterischen Grundbefindlichkeit?) nicht haben.
Nicht nur ich, sondern auch die Farbpsychologie tut sich mit der Farbe violett offenbar schwer. Einerseits steht sie für Selbstbezogenheit, Eitelkeit, Einsamkeit…..andererseits soll sie mystisch, magisch wirken und wird daher bei tiefenpsychologischen Problemen angewendet. Ich kann da nicht mitreden, denn bei Naturwissenschaftlern wurde beim früher erforderlichen Philosophicum in der Psychologie nur das Fach „Experimentelle Psychologie“ verlangt und die Tiefenpsychologie gnädig ausgeklammert. So kann ich auch nicht nachprüfen, ob in der Meditationspraxis diese Farbe für „Innenschau“ steht und die Kommunikation zwischen den beiden Hirnhälften durch Schwingungsaustausch gefördert wird. Da violett auch für finanziellen Erfolg, Idealismus und psychische Offenbarung steht, weiß ich zumindest von dieser Sichtweise aus betrachtet, dass „violett“ nicht meine Farbe ist. Meine Lieblingsfarben sind schlamm-oliv, türkis und schöne Braun-Töne, die in der Tiefenpsychologie kaum Beachtung finden, daher bin ich also ein tiefenpsychologisches Neutrum. Eigenartigerweise sollen Violett-Töne angeblich unsere Phantasie anregen, sie inspirieren uns dazu, ungewöhnliche Ideen in die Tat umzusetzen – das würde für mich wieder etwas zutreffen. Dazu kommen noch Gelassenheit, Ruhe, Entspannung und Selbstsicherheit – Eigenschaften von denen ich mir einbilde, sie in angemessenem Maße zu besitzen – aber bei mir resultieren diese Eigenschaften sicher nicht aus der Farbe violett, sondern den oben genannten Farben, besonders der Farbe schlamm-oliv etc.
Ich hätte mich auf die Farbe „violett“ nicht einlassen sollen, weshalb ich darum bitte, diesem Beitrag weniger Aufmerksamkeit zu schenken, als meinen Beiträgen „Rot“ und Die Farbe Grün – Farben die ich eigentlich ebenfalls nicht präferiere. Überhaupt werde ich Farbbeiträge in Zukunft meiden (immerhin gäbe es ja allein im RGB Schema mehr als 16,5 Millionen Farben) und ich werde auch kein Buch über die Rhomberg’sche Farbenlehre schreiben, weil schon die Farbenlehre von Goethe kein besonderer Erfolg war.
Anm.: Auch die Symbole in der Computersprache von #8B00FF bis #9832CC für verschiedene Violett-Töne sind mir unsympathisch – ich liebe die Ziffern im RGB Schema (157,176,136), die den schlammoliv-Tönen noch am nähesten kommen. (zu RGB, siehe Die Farbe Grün )
(Alfred Rhomberg)
am 03.05.2009 01:51










